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Ex-Cop Berry Rydell, Fahrradkurierin Chevette Washington, der Rez-Fan Chia und der Forscher Colin Laney sind neben Rei und Rez die Hauptpersonen in Gibsons Nachkatastrophen-Trilogie (San Francisco und Japan wurden beide durch Erdbeben/Flutwellen fast zerstört) in der das Tempo der Technologie-Entwicklung längst das Maß überschritten hat, das eine Zivilisation absorbieren kann.
Als Chevette nach einem Auftrag eine Sonnenbrille mitgehen lässt, ist plötzlich jeder hinter ihr her, denn die Brille filtert nicht die Sonne, sondern die Realität und ersetzt sie durch eine virtuelle. Und auch der Rockstar Rez ist tief in der virtuellen Welt eingetaucht - so tief, dass die Gerüchte um seine Heirat mit dem Idoru Rei die 14-jährige Chia des weltweit organisierten Rez-Fanclubs nach Tokio rufen. Zuletzt treffen sich die Wege und Geschichten der einzelnen Protagonisten und konzentrieren sich auf einen Punkt, der in eine neue Zukunft weist.
Idoru zeigt die Richtung, die Gibsons mit seinen Romanen einschlägt: der raue zukunftsdurchtränkte Cyberpunkt aus Neuromancer entwickelt sich zum bunten "könnte morgen passieren" von Idoru bis hin zur feinen "ist bereits"-Zustandsanalyse der Gegenwart der Blue Ant-Trilogie (Mustererkennung, Quellcode und System Neustart). Mehr als Unterhaltung, eher ein sensibles Gefühl für Veränderung, machen Idoru zu einer Studie unserer Zivilisation.
--Wolfgang Treß/textico.de
