Das übliche: kaum spielt einer folkige Songs auf der Gitarre, wird er mit Bob Dylan verglichen.
Dieser Vergleich ist hier beileibe nicht angebracht, allerdings hebt sich Jason Collett, Mitglied des Kollektivs Broken Social Scene, deutlich von Weinern wie Jack Johnson oder James Blunt ab - zumindest.
Seine Musik schwingt irgendwo zwischen Tom Petty und dem Zeitlupen-Rock von Chris Isaak, die Stimme ist nett anzuhören, ohne wirklich im Kopf zu bleiben. So wie auf dem Cover liegt auf allen Songs der wohlige Staub der Nostalgie.
Über schlichten 4/4 Beats spielt er reduzierten Pop/Rock/Folk. "Fire" startet über einem stoischen Beat und gewinnt durch eine merkwürdige Synthilinie, "Hangover Days" ist irgendwie lahm und hat keine gute Songidee, "Brownie Hawkeye" schleicht katzenhaft dahin, wird aber trotzdem kein Beatles-Song. Besser ist das wehmütige "We All Loose One Another" mit einer nostalgischen Geigenlinie und leichtem Country-Schmelz, oder das gut losrockende "I'll Bring The Sun"
So bleibt bei den meisten Song der eindruck: nett, tut keinem weh, aber es fehlt der zündende Funke, der das Feuer entfacht. Wo Broken Social Scene zum Teil etwas über das Ziel hinaus schießt und zu vieles auf einmal will, so fehlt genau dieser überbordende Wahnwitz diesem Werk.
Also, lasst Bob in der Schublade, bis wirklich mal einer daherkommt, der die schwere Krone tragen kann. OK?