Märchen im 21. Jahrhundert. Geht das überhaupt?
Ob es wirklich Märchen sind, die Jacob Arjouni in seinem Buch zusammengestellt hat ist fraglich. Das einzig Märchenhafte ist die Fee, die in jeder der fünf Episoden auftaucht um den Protagonisten einen Wunsch zu erfüllen. Bei der Wunscherfüllung sind Liebe, Geld, Gesundheit und Unsterblichkeit ausgeschlossen und die Wünsche dürfen den Wert einer Waschmaschiene nicht überschreiten.
Ob es ein frustrierter Werbefachmann, ein Regisseur in der Schaffenskriese, eine Mutter die es ihrem Sohn noch mal beweisen will, der erfolglose Journalist oder der "Schundhefte" schreibende alte Mann ist. Sie alle haben einen Wunsch frei, und zu verfolgen wie sie auf den Wunsch kommen, wie er in erfüllung geht ist äußerst interessant zu lesen.
Ein Motiv, dass sich durch jedes der fünf Märchen zieht ist die Tatsache, dass die Protagonisten alle ein Selbstbild entworfen haben, dem sie nicht mehr gerecht werden könne. Der Regisseur zB. versucht schon in jungen Jahren an Sergio Leone heranzukommen und fängt aus Angst zu scheitern an zu trinken. Der freie Journalist wartet so lange auf die Chance der Festeinstellung bis sie drei mal vorbei ist.....
Jede der Episoden ist aufs neue spannend, witzig und tragikomisch. Man kann dieses Buch in einem Zug durchlesen und denkt trotzdem Tage später noch über die einzelnen Personen nach. Fünf Idioten ist eines der besten Bücher die ich seit langem gelesen habe.
Absolut zu empfehlen.