"Nicht dass(!) Arbeit in den Produkten steckt – Arbeit als Quelle allen Reichtums (Arbeiterbewegung) –, sondern was für eine. Was ist kritikabel an einer Arbeit, die Werte schafft? Kritik der Distributionsweise (Markt & Privateigentum) oder der Produktionsweise (hist. Form der Arbeit)? Postone schrieb hier ein Standardwerk der Wertkritik und problematisiert dabei 150 Jahre Marxrezeption"
"wert- bzw. subjektkritische Entsorgung der Aufklärungsideale und univ. westlichen Werte inkl. vermeintlicher Gegenaufklärer; kein einfaches Buch und sehr radikal (->Giftschrank)"
"Klassiker über den u.a. strafjustiziellen Umgang mit Körpern vom Mittelalter zur Moderne: Umschlag von Abschreckung und Ausschluss hin zum „Nützlichmachen“ der Leute durch Einschluss und (Selbst-)Überwachung durch die „konzertierte Anordnung von Körpern, Oberflächen, Lichtern und Blicken“ in Gefängnissen, Arbeitshäusern, Kasernen, Fabriken, Schulen"
"Gutes Labor-History-Buch über die Sozialrevolten der zum Militär oder zur See gepressten Unterklassen auf beiden Seiten des Atlantiks zwischen 1600 und 1840; es erzählt das "Making of" des British Empire und des "atlantischen Kapitalismus" als Widerstandsgeschichte; zahlreiche Primärquellen und interessant geschrieben"
"Böser Blick auf die (insb. auch ideologische) Durchsetzungsgeschichte des Kapitalismus entlang der drei großen industriellen Revolutionen. Blöder Titel, aber intelligent und kurzweilig geschriebene 827(!) Seiten."
"Buch der Marxistischen Gruppe über das Mitmachen(wollen) in der Marktwirtschaftsdemokratie: Das bürgerl. Individuum wär fürs Zurechtkommen von Lohnarbeit, Staat, Gesetz usw. abhängig und folgere falsch, dass diese dann "eigentlich" auch fürs Zurechtkommen gemacht wären. Scheitern würde es an individueller Unfähigkeit und Amoral (der Anderen). Schlechte Leute störten die gute Ordnung."
"Buch der Marxistischen Gruppe über Gründe, aus denen Staaten tun, was sie tun – statt darüber, was sie am angeblich politisch Gebotenen hindern würde ("Der gekaufte Staat", "Machtwahn" u.ä. Bücher). Darstellende statt idealistische Kritik."
"historische Studie über die psychische Dimension der Architektur von Bauwerken (statt z.B. der funktionalen): Die "kulturelle Symbolisierung" als Hauptaufgabe der Baukunst wird hier bildreich an der Architektur des sog. Abendlandes von der Antike bis zur Gegenwart (1975) nachvollzogen"
"Lanzmann hat 12 Jahre an diesem Projekt gearbeitet. Das Result sind 10 Stunden Film, die seine Gespräche mit Altnazis, überlebenden "Arbeitsjuden", deren Nachbarn, und seine Besuche von Auschwitz (Stadt und KZ), Treblinka, Israel, USA u.a. dokumentieren. Kein Archivmaterial und angenehm ungehetzt."
"„Ich finde Marx als Dichter hochinteressant. Als Ökonom interessiert er mich weniger.“, warnt Kluge. Er will untersuchen, wie(!) Marxens Kapital zu verfilmen wäre. Bis auf Dietmar Darth, sind Kluges Interview-Partner ebenfalls mehr am Dichten interessiert, Marxsche Theorie ist dort eher mau. Reicht aber, um den Tag im Bett zu verbringen."
"szenische Rekonstruktion zweier Predigten des Mohammed Fazazi, der in der Hamburger Al-Quds-Moschee u.a. 9/11-Attentäter beschulte. Ein Anhänger filmte den Imam, der Fragen seiner Schüler beantwortete; Karmarkar ließ diese Sitzungen ins Deutsche übersetzen. Interessant, aber DVD zu teuer; visuell gewollt-minimalistisch: Schauspieler Zapatka vor schwarzem Hintergrund, Zwischenrufe als Untertitel"
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Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses (suhrkamp taschenbuch)