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Idee und Leidenschaft
 
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Idee und Leidenschaft [Taschenbuch]

Richard Tarnas
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 684 Seiten
  • Verlag: Dtv (April 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423307153
  • ISBN-13: 978-3423307154
  • Größe und/oder Gewicht: 23,3 x 14,7 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 326.304 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Was leitet uns? Leitet uns überhaupt irgendetwas? Lebt Gott oder ist er tot? Hat es ihn überhaupt jemals gegeben? Sind wir eingebunden in eine große spirituelle Ordnung? Folgen wir einer höheren Bestimmung? Oder hat uns die Evolution zufällig mit Bewußtsein gestraft, so daß wir an der Nichtigkeit einer sinnlosen Existenz unter allen Kreaturen am meisten leiden müssen? Wie konnten wir zu dem werden, was wir sind? Wo stehen wir jetzt und was steht uns bevor?

Die Urwerkstatt des westlichen Denkens finden wir im antiken Griechenland. Platon heißt die große Schlüsselfigur, die all seine grandiosen Ideen und die von Sokrates über unseren Teil der Welt ausschüttete. Damit brachte er eine Saat auf die Erde, die in folgenden Jahrtausenden unzählige grundverschiedene Denklandschaften und Weltbilder hervorbringen sollte.

Eine schwierige Wanderung stand der Menschheit bevor, ein Weg voller Rätselaufgaben, Abgründe, Erleuchtungen, Katastrophen, Erkenntnisse, Lösungen, Verwandlungen, fundamentaler Irrtümer und neuer Herausforderungen. Jede Zeit spiegelte einen bestimmten Entwicklungsprozeß wieder. Jede Generation hatte ihre Mission. Jeder Mensch leistete mit seiner Geschichte einen wichtigen Beitrag für die Beschaffeneit unseres Geistes und unserer Gene, wie wir sie heute haben.

Nach den griechischen Philosophen kam Jesus, der sich wahrscheinlich selbst gar nicht für den Messias hielt mit seiner bahnbrechenden Botschaft, und seine Missionare Paulus, König Konstantin und Augustinus, die uns das Christentum einbrachten. Nun brauchten die Menschen, wie nach der platonschen Philosophie, nicht mehr viel zu wissen, um sich über das irdische Reich erheben zu können, sondern nur noch zu glauben, daß Gott sie erlösen würde. Die Kirche wurde geboren, um ihre lange und unumschränkte Herrschaft anzutreten, bis die Entdecker aus ihren Reihen hervorgingen und ihre Macht beträchtlich ins Wanken brachten.

Kopernikus stürzte mit seinem heliozentrischen Weltbild die Welt aus ihrem Mittelpunkt. Darwin stieß den Menschen aus seinem privilegierten Brennpunkt der Schöpfung. Und Freud setzte dem erdbebengleichen Umsturz die Krone auf: Unser ICH war noch nie eigener Herr im Hause gewesen. Es war die Marionette eines ungleich stärkeren Unbewußten und dessen jüngste und äußerst empfindliche Ausformung. Damit die Kirche noch glaubwürdig blieb, hätte sie ihre ganze Bibel umschreiben müssen. Aber Newton, Darwin und Karl Marx waren mit ihren Erkenntnissen schneller und begründeten den neuen Glauben an den Materialismus und die Wissenschaft. Doch auch dieses Weltbild sollte sich nicht lange halten.

Die Erosion der Bibel, die spirituelle Öde der Welt und die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz angesichts der unermeßlichen Größe des Kosmos machte sich durch Nietzsche bemerkbar und beseelte sich erneut in den atemberaubenden Entdeckungen Einsteins. Da waren sie plötzlich wieder, die verbannten göttlichen Ideen und die totgeglaubten Mysterien. Zeit und Raum stellten sich als relativ heraus. Die Materie war nicht fest, sondern transzendent. Teilchen beeinflußten sich ohne kausalen Zusammenhang. Laut läuteten die Glocken für C.G. Jung. Das kollektive Unbewußte lechzte nach Entdeckung. Platons verbannte Archetypen mußten wieder her. Der Kreis schloß sich. Alles Wissen war schon einmal dagewesen, doch trat jetzt mit aller Macht das tiefe Bewußtheit wieder hervor, erarbeitet durch die christliche Gewißheit, daß nichts ohne Liebe und Glauben fruchtet, mit Hegels Erfahrung, daß jede wahre Erkenntnis durchlebt werden muß und mit dem erworbenen Wissen aus der beachtlichen Verdrängungsleistung das Selbst im goldenen Zeitalter der Wissenschaft und der rettenden Freudschen Tiefenpsychologie, daß das Selbst nur durch seine absolute Verdrängung erkannt werden konnte.

Heute bildet die Theorie Stanislav Grofs eine gelungene Synthese von Freud und Jung und symbolisiert die notwendige Vereinigung von wissenschaftlichem und religiösem Weltbild. Der Aufbruch des Feminismus zeigt an, vor welcher wichtigen Aufgabe das bislang ausschließlich männliche Denken steht. Am Schluß erklärt Tarnas die ganze Entwicklung unseres westlichen Daseins noch einmal mit der Analogie der natürlichen Geburt eines Menschen und weist den neuen Weg in unsere Zukunft indem er ein Denken an den Tag legt, das nicht mehr nur chronologisch funktioniert.

Richard Tarnas Werk ist vom Sturmdrang, die Welt zu verstehen und zu verbessern, beseelt. Es ist ein Buch, das man haben muß, eine Geschichte, die man als westlicher Mensch kennen muß, ein Verständnis von der Welt, das für die progressive Gestaltung unserer Zukunft nötig ist. --Daphne Unruh

Pressestimmen

"Ein intellektuelles Abenteuer, dessen provozierende Ergebnisse ein helles Licht auf die Ideen werfen, die wesentlich für unser Denken sind." (Publishers Weekly)
"Das Buch hat alles, um ein Klassiker zu werden." (Klaus-Dieter Lehmann, Generaldirektor der Deutschen Bibliothek, Frankfurt am Main)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Es ist leider nicht wie im Schwimmbad: Ein flacher Becken für Nicht-Schwimmer ist kaum vorhanden. Ein Studium der Philosophie verlangt nach einer gewissen Tiefe und nach Geduld. Leichte Werke können leicht zu seicht ausfallen - populäre Bücher wie "Sophies Welt" sind zwar spannend zum lesen, doch geben sie dem Leser nicht wirklich eine Ahnung dessen, was Philosophie ist und sein kann.

Einen weitaus besseren Versuch, dies in einem überschaubaren Umfang zu tun, bietet meines Erachtens das Buch von Tarnas. Sicher, er benutzt manchmal fremdklingende Worte - aber diese sind notfalls im Wörterbuch oder bei Wikipedia zu erforschen. Oder man irgnoriert sie einfach bei einer ersten Lektüre - man muss nicht immer alles auf Anhieb verstehen. Als Belohnung für die mühen (der Winter ist lang..) bekommt man dann einen hervorragenden Überblick über die Geschichte der Philosophie, von den Klassikern Platon und Aristoteles bis in die heutige Zeit - und, so nebenbei, eine passable Geschichte der christlichen Kirchen. Man wird angeregt, entweder weitere Werke zu lesen oder nochmals dasselbe Buch, aber diesmal langsamer.

Wem das doch zu schwierig ist: Dann empfehle ich die recht schön Aufgemachte und bebilderte "Geschichte der Philosophie" von Bryan Magee. Die ist relativ leicht zu lesen und erzählt anekdotenhaft aus dem Leben und Wirken von wichtigen Philosophen: Für echte Anfänger echt empfehlenswert.

Für das Buch von Tarnas: Auf jeden Fall 5 Sterne, die ich nicht leicht erteile.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Gleich vorweg stellen möchte ich, dass Ideen und Leidenschaft für einen Einsteiger und/oder Gelegenheitsphilosophen, wie z.B. mich, kein leicht zu lesendes Buch ist. Viel mehr hagelt es Fachbegriffe wie Ontologie oder Epistemologie etc. Es ist auch kein Philosophiebuch, sondern ein Buch über die Geschichte der Philosophie. Wer einen leichten Einstieg in dieses Thema sucht, findet mit "Sophies Welt" ein unterhaltsameren Einstieg (im Sinne von leicht, nicht gleichbedeutend mit seicht, unterhalten zu werden) Das Werk von Richard Tarnas ist nicht leicht und auf keinen Fall seicht. Vielleicht ist es subjektiv betrachtet unterhaltsam, auf jeden Fall ist es aber tief, umfassend und anspruchsvoll zu lesen. Hier wird man nicht leicht unterhalten, hier muss man aktiv lesen, Wörter nachschlagen, sein Wissen erweiteren um die folgenden Kapitel zu nachvollziehen zu können. Mir persönlich hat das Buch erst nach dem zweiten oder dritten Lesen richtig Spass gemacht. Das man das Buch mehrfach lesen kann, wäre mir bereits drei Sterne wert gewesen. Das man das Buch mehrfach lesen will, ist mir fünf Sterne wert.

PS: Auch wenn ich aus Unwissenheit erst Idee und Leidenschaft gelesen haben und dann durch einen Zufall Sophies Welt entdeckt habe, würde ich Einsteigern empfehlen erst Sophies Welt zu lesen. Wenn nach dem Konsum von Sophies Welt ein gewisser Fast-Food-Effekt auftritt, sprich "Das war lecker, aber satt fühle ich mich noch nicht" dann hat man die idealen Voraussetzungen zur Lektüre von Idee und Leidenschaft. Bei Lust und Laune am besten mehrfach, irgend wann versteht man dann sogar beide Bücher (oder man bildet es sich zumindest ein.) Hmm vielleicht kommt das Wort Bildung ja sogar daher, das man sich einbildet etwas zu wissen Aber das ist wieder ein anderes Thema und erst recht ein anderes Buch.

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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Eine spannende Geschichte des westlichen Denkens, also eine Philosophiegeschichte, die den Leser packt und nicht wieder loslässt? Ja das gibt es! Dieses geistreiche Buch ist ebenso faszinierend wie aufschlussreich und anregend.

Dieter Wunderlich, Autor von "EigenSinnige Frauen. Zehn Porträts" (1999) und "Vernetzte Karrieren. Friedrich der Große, Maria Theresia, Katharina die Große" (2000).

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