Was war die letzte einflussreiche Elektro-kapelle aus Deutschland? Kraftwerk! Wie klingen Digitalism? Daft Punk! Aber dann doch wieder nicht, sind zwar auch noch bei dem schön im Parietallappen widerhallenden Label Kitsuné unter Vertrag und kommen dennoch aus der
schönen Hansestadt wo auch die Bierzeltkollegen um Hans Peter BaXXter und Co wursteln, aber bringen uns dann doch wieder so schöne treibende elektrisierende Tanzmusik ganz ohne Hirn-im-Mixer-und-Mikrofon-dran Lyrics ála Helga wie viel kostet der Matjes und Billig Titten-Präsentationsvideos wie wir sie in teutonischen Gebieten viel zu oft sahen in letzter Zeit. WENN ihr eventuell noch keine Electro-Tanzmusik für diesen Sommer habt (unwahrscheinlich) solltet ihr schnellstens gen Norden fahren und den beiden Herren die Hand schütteln und ihnen ihr Langspielerdebüt abkaufen und dann ganz viele Freunde einladen für eure Party des Jahrhunderts. Denn das Album brennt wirklich die Hütte ab was tanzbaren unsagbar guten Elektro-Jahrmarkt nicht nur für Elektronik-Hörer angeht. Ich muss mich hier echt zusammenreissen nicht einfach den Laptop wegzuschmeissen aufzustehen und meine Hüften zu Zdarlight oder Idealistic zu schwingen. Digitalism bringen ihre Lieder und die Hörer immer auf einen so hohen Klimax des sich komplett gehen lassens, dass es einem garnicht mehr auffällt, dass das teilweise schon wirklich etwas nach Daft Punk klingt, Zdarlight könnte praktisch auf einem Tribute-Sampler zu ihrer Homework-Scheibe sein. Und dann gibt es doch wieder diese ulkigen Momente in dem man sie einfach loben muss so selbstverständlich und dennoch arschcool verzerrte Gitarren mit nöligen Stimmen und wummernden Membranen zusammenzupacken und intravenös in den Gesamten Hörer-körper zu speisen. So erwischt man sich wie man den Wechsel von Ausrasten und Kraft sammeln (Idealistic) in schön real manifestiertem reziproken Determinus durchlebt um danach ganz selbstverständlich in der Ecke des coolen Dandy-Hauses in der Ecke zu stehen und mit der Caipi in der Hand zu Digitalism in Cairo mitzunicken. Voller Stimmungswechsel danach mit der Hitsingle Pogo die es schafft mit einer eigentlich traurigen Musik die Stimmung und die Hitze im Raum zum Überkochen zu bringen, Now youve got a brighter smile, and Im going to like it. Spätestens bei The pulse ist das wahr und alle im Raum freuen sich dass es nun auch für nicht nur elektro-fanatiker etwas gibt das man nöhlenden öööh scheiß Techno (ausgesprochen Täch-nou) als hervorragendes Beispiel für Kreativität im 4/4tel Takt zeigen kann, auch wenn nicht jeder Song auf der Platten ein Hit ist, so bringt er uns doch mindestens zum mitwippen. Und daran an Brüste in Musikvideos denken, wie unsexy das doch eigentlich ist. Für einen Sommer hat das Ding in meinem Spieler Hausarrest.
8/10