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Ideale: Auf der Suche nach dem, was zählt
 
 
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Ideale: Auf der Suche nach dem, was zählt [Gebundene Ausgabe]

Julia Friedrichs
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (53 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (12. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455501877
  • ISBN-13: 978-3455501872
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (53 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 22.395 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Julia Friedrichs
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Ich glaubte mal an Joschka Fischer, Alice Schwarzer und Jan Ullrich. An den aufrechten Grünen, die kämpferische Feministin und den ehrlichen Sportler. Dann kamen der Beratervertrag, die Bildzeitung und die Blutwäsche. Und ich fragte mich, ob es besser wäre, an nichts mehr zu glauben. Aber geht das: ein Leben ohne Ideale?"

Der Verlag über das Buch

Die Diagnose der Sozialforscher ist eindeutig: In Deutschland wächst eine Generation heran, die vor allem pragmatisch ist. Doch wollen wir eine Gesellschaft, in der sich nicht einmal mehr die Jungen gestatten, an Utopien zu glauben und für eine bessere und gerechtere Welt einzutreten? Und wo sind die Vorbilder? Ein Jahr lang machte Julia Friedrichs sich auf die Suche nach Menschen mit Idealen. Sie traf jene, die ihnen treu blieben, und jene, die sie verrieten. Ihre Reise führte sie in die Büros von Gerhard Schröder und Peter Hartz; aber auch zu Nichtprominenten, die jenseits des Rampenlichts an der Verwirklichung ihrer Ideen arbeiten. Eine persönliche Suche nach Antworten auf die Frage, was wirklich zählt im Leben.

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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Deal mit den Idealen 14. Dezember 2011
Von Thomas Holtbernd TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Amazon Vine™ Rezension (Was ist das?)
Begeisterung erzeugt dieses Buch von Julia Friedrichs nicht. Das liegt am Thema, im Abgang überwiegt doch irgendwie ein fader Geschmack über die Welt oder besser die Menschen wie sie nun einmal sind. Der Leser/die Leserin fragt sich spätestens beim Epilog: Warum habe ich dieses Buch gelesen? Welchen Erkenntnisfortschritt habe ich gemacht? Julia Friedrichs berichtet von ihrer Suche nach Menschen, die ihren Idealen oder Zielen treu geblieben sind. Sie interviewt sowohl bekannte Menschen wie Gerhard Schröder, Rezzo Schlauch, Günther Grass, Ingo Schulze und nicht Alice Schwarzer, aber auch unbekannte Menschen, die in ihrer Schlichtheit" mehr überzeugen als diese prominenten Größen, die ihre Ziellosigkeit in wunderschöne Sätze bringen können. Wieder einmal ist es der kleine Mann respektive die kleine Frau, die überzeugen. Es ist beim Lesen bewundernswert, wie offen die Autorin ihre Enttäuschungen über so manche Politik- und Finanzgrößen zur Sprache bringt. Und immer wieder die Frage, was sage ich meinem Kinde? Die einzelnen Interviews werden nicht einfach nur wiedergegeben, sondern in eine Geschichte eingebaut. Darin liegt nun jedoch eine gewisse Schwäche dieses Buches, es finden keine objektiven Bewertungen statt, sondern ein subjektives Sinnieren über das eigene Seelenleben und dass man ja doch so träge ist, die eigenen Ideale in konkrete Schritte umzusetzen. Man merkt der Autorin auch an, dass sie journalistische Recherchen betrieben hat, aber in die Materie nicht wirklich eingestiegen ist. Zu sehr bleiben die Beschreibungen Eindrücke, die ein wenig mehr ausgebaut vielleicht ein Roman hätten werden können, doch in dieser Form ziellos erscheinen. Als Lesender/als Lesende nimmt man der Autorin durchaus ihr ehrliches Suchen ab, doch es wirkt ein wenig naiv, es fehlt die Brisanz und es wirkt wie nett gemacht, aber nicht wie ein solides journalistisches Werk, das dem Leser/der Leserin in Erinnerung bleibt oder das zum eigenen Nachdenken über Ideale und Ziele, Zivilcourage und Engagement anregt. Vielleicht ist die Leere, die aus dem Buch strömt, nicht nur bei der Autorin zu suchen, sondern ein deutliches Kennzeichen des Zeitgefühls: Generation leer. Darüber lohnt es sich nachzudenken, Julia Friedrichs bleibt dort stehen, sie überspringt nicht diese fatale Erkenntnis. Sie schreibt flüssig, formuliert schöne Geschichten und täuscht mit dieser Fabulierkunst Inhalt vor. Es bleibt der fade Geschmack zurück, den man sowieso schon hat, wenn man in die Wirklichkeit der Bundesrepublik schaut. Und die Runden, die die Autorin dreht, ermüden, weil sie doch zu sehr ein Kreisen um sich selbst sind. Man kann das Buch lesen, aber man kann sich das Buch auch sparen und der Umwelt etwas Gutes tun.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Inke Jochims TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Amazon Vine™ Rezension (Was ist das?)
Als ich in dem Alter war, in welchem Julia Friedrichs Jan Ullrich bewunderte, mochte ich Jean Paul Sartre. Das mag damit zusammenhängen, dass ich zu der von ihr erwähnten Generation gehörte, die sich noch für die Änderung von politischen Verhältnissen einsetzen wollte.
Wollte? Habe ich da gerade wollte hingeschrieben? Als der Krieg noch kalt war und als man noch gegen Mittelstreckenraketen demonstrierte, die "Bullen" durchs Wendland jagte und dann verhafteterweise in Polizeibussen sass, Kreuzungen dichtmachte und so weiter und so weiter, da hat man sich nicht gefragt, ob man das wollte, man hatte das Gefühl, man müsste.

Und eines der Stücke, die ich von Sartre am allerliebsten mochte war das Stück: "Die schmutzigen Hände". In diesem soll ein alternder, pragmatischer Kommunist, der nach Ansicht der Partei die aktuelle Linie verrät von einem jungen Idealisten erschossen werden.
Am Ende des Stückes sind beide tot. Eine der wichtigsten Szenen dieses Stückes ist das, in welchem der alternde Kommunist, sehr wohl um die Absichten des Jungen wissend, diesen mit seinem Salonkommunismus konfrontiert. Es geht genau um die Frage: darf man seine Ideale um des Pragmatismus willen verraten, darf man ein bisschen erreichen oder muss man Menschen opfern, um an seinen Idealen festzuhalten. Der alternde Kommunist hatte keine Wahl: Kommunist werden oder nichts zu beißen haben. Der Junge stammt aus reichem Elternhaus und braucht das Ideal, um der inneren Leere zu entkommen, der existentiellen Sinnlosigkeit. Damals ging es noch um die Frage des Hungers. Scheinbar.

Es scheint sich ja nicht viel geändert zu haben. Julia Friedrichs, eingeheimst habend mehrere Journalisten-Früchen-Preise, kommt in die Jahre, wird Mutter und wünscht sich an Sylvester ein Ideal. Oder Ideale. Irgendwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Und irgendwie erinnert sie mich an den jungen Idealisten in Sartres Stück.

Friedrichs macht sich auf die Suche nach dem was zählt. Die Frage ist, für wen zählt? Für mich? Mich hat sie nicht angerufen und das obwohl ich auch in Berlin wohne...nein, sie ist auf der Suche nach dem, was für sie zählt. Das erste was sie in ihr Handy eintippt (nein, das kommentieren wir jetzt nicht), ist eine Variante modernen Ablasshandels: Ich nehme mir vor, immer, wenn ich geflogen bin, Geld für Wiedergutmachung zu spenden. Der Atmosphäre gefällt das.

Aber das gibt den Tenor des Buches vor. Julia Friedrichs sagt von sich selbst, sie gehöre zur pragmatischen Generation, die nur noch fragt, "Wo bleibe ich". Und das will sie ändern.
Das erste was auffällt, ist, dass sie satt ist, gesättigt mit Nahrung und teuren Handys und überhaupt und zerfressen von Schuldgefühlen. Das Buch ist ein verflixtes Schuldgefühlbuch, das um eine einzige Frage kreist, die nicht einmal der Autorin bewusst ist: Wie werde ich bloß diese verdammten Schuldgefühle los? Und meine Langeweile?

Auf der Suche nach dem was zählt, beginnt sie aussen zu suchen, nicht innen und die letzte Generation für ihre moralischen Verwerfungen zu piesacken. Alice Schwarzer war schlau genug, auf die dämliche Frage, warum sie für die Bild-Zeitung arbeitet gar nicht erst zu antworten, aber andere haben Zeit. Also interviewt sie Gerhard Schröder und der gute Gerhard muss übermüded oder betrunken genug gewesen sein, ihr ein paar fast ehrliche Antworten zu geben.
Julia möchte was von Idealen hören, für die er sein Herzblut gegeben habe und er sagt, etwas verbrämt und hier frei übersetzt etwas Ehrliches:
Mädel, ich hatte erstens entdeckt, dass es Fleischtöpfe gibt und zweitens, ich wurde nicht zu Tisch gebeten. Oder hast Du gedacht, die jungen Herren in den teuren Anzügen meiner Generation hätten mich akzeptiert?? Ich brauchte einen Job, ich wollte den sozialen Aufstieg.
Für Joshka Fischer gilt das gleiche. Für Alice Schwarzer auch. Ich mochte Alice Schwarzer noch nie, aber das spielt keine Rolle. Alice Schwarzer hat sehr, sehr viel durchgesetzt, beispielsweise Förderpreise für Frauen wie Julia Friedrichs. Direkt oder indirekt.

Der Unterschied der beiden zur Autorin ist, dass sie wirklich Hunger hatten und das sie die Frage: "Was wird aus mir" wirklich und radikal stellen mussten und auch gestellt haben. Dass sie für eine spätpubertäre Bewunderung von gut gebauten Sportlern keine Zeit hatten, und das sie auch keine Ideale aus Langeweile gesucht haben, sondern ihrem Instinkt gefolgt sind. Sie mussten kämpfen. Den Luxus der Ideale konnten sie sich nur ab und zu leisten. Den Luxus, ein bisschen Mutter zu werden, dann gelangweilt an Sylvester etwas Ablasshandel zu betreiben und schließlich Papa zu befragen, was er so gedacht hat, weil man selbst der eigenen Langeweile entrinnen möchte, das war nicht drin. Also hatten sie schmutzige Hände. Sie wollten Macht, gute Weine und teure Anzüge, Fleischtöpfe und Anerkennung. Und dennoch, sie haben uns nicht in den Irak-Krieg geführt und die sozialen Systeme wahrscheinlich gerettet, Kindergärten und Frauen im Beruf durchgesetzt, sie hatten schmutzige Hände und ein paar Ergebnisse, von denen Frau Friedrichs dann mehr profitiert, als ihr bewusst ist und ansonsten hatten sie am Ende einen Beratervertrag. Er sei ihnen gegönnt. Die Praxis ist meist schwieriger als die Theorie.

Julia Friedrichs fühlt nicht, was ihr wichtig ist, also sucht sie aussen danach. Und langweilt sich. Wer fühlt, was ihm wichtig ist, macht es und muss nicht suchen.
Das Problem der Generation von Friedrichs scheint ja gerade zu sein, dass die letzte Generation ihr nur noch den Salonkommunismus übrig gelassen hat. Es dürfte kaum eine Generation gegeben haben, die so satt war und so emotional zur Sinngebung der vorigen missbraucht wurde. Eine Generation von Luxuskindern, auf alle nur erdenkliche Weise gefördert, gekommen wie geplant, zur Sinngebung der Eltern narzisstisch missbraucht und mit einem immensen, zerstörerischen Leistungsgedanken in Kombination mit einem ebenso starkem Schuldgefühl in das Leben entlassen, versorgt zwar nicht mit Sinngebung, aber mit Elektromüll.
Eine Generation ohne Gott, ohne Ideale, scheinbar ohne Aufgaben, aber mit viel Selbsthass und mit viel Schuldgefühlen. Der Unterschied zwischen Gerhard und Julia ist, das Julia frühzeitig und reichlich zu Tisch gebeten wurde. Und daher verstehen sie sich auch nicht.

Es wäre ein Buch wert gewesen, dem nachzugehen. Es wäre es wert gewesen, sich genau das zu fragen: Wie entkommt man dem existentiellen Schuldgefühl? Der Langeweile einer Generation, die immer gefüttert wurde und für die alle immer Verständnis hatten? Wie lebt man im Moment? Möglicherweise wären die Ergebnisse sogar am Ende erstaunlich gewesen: Eine Generation, die es schaffen würde, dem Schuldgefühl zu entkommen, würde wahrscheinlich einen sauberen Erdball hinterlassen.

Sie ist in Wirklichkeit nicht auf der Suche nach dem was zählt, sonder an dem, der Schuld hat.

Das Buch ist unerträglich langweilig. Unerträglich.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gospelsinger TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Amazon Vine™ Rezension (Was ist das?)
Es ist offensichtlich gar nicht so einfach, Ideale zu finden, beziehungsweise Menschen, die auch nach ihren Idealen leben. Diese ausgerechnet unter Spitzenpolitikern zu suchen, ist eine witzige Idee.
Doch, doch, Politiker haben Ideale. So beklagt Gerhard Schröder beispielsweise völlig zu Recht die herrschende Kinderfeindlichkeit in Deutschland und die rücksichtslosen Rentner, die entgegen den Verboten mit ihren Fahrrädern über Kinderstrände fahren. Aber wo war sein Ideal einer kinderfreundlichen Gesellschaft, als er die Hartz IV-Gesetze durchgesetzt hat, durch die gerade Kinder von Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen werden? Offensichtlich sind linke Ideale ganz schnell dahin, wenn es um Macht und Geld geht.
Überhaupt können Ideale schnell in etwas Negatives umschlagen, so zum Beispiel das Ideal der Effizienz, das bei Managern hoch im Kurs steht und sehr gravierende nachteilige Folgen haben kann. Nicht für die Manager, natürlich. Auch die Umsetzung der Ideale des Politikers Peter Hartz lässt für die betroffenen Menschen sehr zu wünschen übrig. Selten wurde ein so menschenverachtendes Gesetz verabschiedet, wie dieses.
Auf der anderen Seite kann man es auch übertreiben. Sich nur noch vegan aus Mülltonnen zu ernähren, macht zwar öffentlichkeitswirksam auf den Skandal, dass tonnenweise Lebensmittel weggeschmissen werden, die noch völlig in Ordnung sind, aufmerksam, ist aber letztlich nur noch Selbstkasteiung.
Auch aus den eigenen Idealen von Julia Friedrichs wird in der Umsetzung nicht viel. So beginnt sie zwar mit der ehrenamtlichen Leseförderung, lässt die Schülerin kurz darauf aber schon wieder im Stich.
Letztlich fand ich dieses Buch enttäuschend, es blieb mir einfach zu sehr an der Oberfläche. Und auch mit dem Schreibstil hatte ich so meine Schwierigkeiten. Das Buch ist sehr egozentrisch geschrieben und hat deutliche Längen. Aus diesem wichtigen Thema hätte man deutlich mehr herausholen können.
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