Meine Fresse, was mischen denn die Amis neuerdings in ihr Budweiser?!
Diese Stoptimes, dieses Riffing, diese Grooves - das neue Werk von VITAL REMAINS ist wirklich oberbrachial, der Gitarrensound (vor allem die Leads) fräst einem den letzten und zähesten Schmalz aus den Löffeln. Hier hört man jeden Anschlag, jede Feinheit.
Hat man sich erst Mal an den - für meinen Geschmack - etwas dumpf gemischten Sound gewöhnt, überrollen einen mörderisches Riffing, treibende Beats mit einer permanent ratternden Doublebass und ein über Allem wütender Glen Benton, der seine Stimmbänder neuerdings nur noch mit Whisky-Tequilla-Nitroverdünnung zu gurgeln scheint.
Allerhöchster Old-School-Ami-Death-Metal-Gurgel-Röchel-Grunz-Faktor - was auch immer - ich geh Krachen!!!
Das tödliche Fallbeil fährt bei den zehn Tracks reichlich präzise und gut geölt im Akkord nach unten.
Die besten Haltungsnoten erreichen die durch die Gegend rollenden Köpfe dabei beim Titeltrack, dem darauf folgenden "Scorned" oder aber "Shrapnel Embedded Flesh", dem man fast so etwas wie Hitcharakter zuschreiben möchte und den/die auch "gestandene" Acts nicht besser hinbekommen hätten
Zunächst ist das Material alles andere als leicht verdaulich. Will heißen, erst beim dritten, vierten Durchlauf zünden die Granaten so richtig, besonders im Auto sollte man dann aber wirklich aufpassen, dass man nicht alle anderen von der Straße zu kicken beginnt.
Die sehr Snare-lastigen Blast-Orgien treiben einen zur Raserei, akzentuierte Mid-Tempo-Versatzstücke als Plattform und Ausgangspunkt für die nächste Gewaltattacke. Geil!
VITAL REMAINS besorgen es Dir ultraheftig mit diesem Werk, präzise wie ein Laser, tödlich wie ein Genickschuss.
Und mal ganz ehrlich: Wollte man überhaupt etwas Anderes?
Rauh produziert, supernah am Ohr, keine künstliche Möchtegern-Metaller á la Manowar, Korn, Linkin Park und Konsorten, sondern aggressiver "In Your Face"-Death Metal.
Ausgesprochen sick und pervers, die Scheibe, die allen Freunden von massiv peitschenden Death Metal-Geschwadern der Marke Cryptopsy, Dying Fetus, Kataklysm und auch Cannibal Corpse gefallen müsste/sollte.
Ich kann mir denken, wo mancher jetzt noch seinen letzten (Kritik-)Nagel ins zuckende Fleisch treiben möchte: Alles doch schon mal da gewesen!
Sicher - der Weisheit letzter Schluss bzw. die totale Neuerfindung des Rades ist "Icons Of Evil" mitnichten, es nimmt aber mit jedem Durchlauf ordentlich Fahrt auf und dürfte auch seine Anhängerschaft unter den "Jüngern" der oben genannten Kapellen finden - ganz, ganz sicher.
Macht Euch auf sage und schreibe 67:20 Minuten (!!!) massiven, kompromisslosen, akustischen Terror gefasst!
4,5 Sterne mit nur noch wenig Luft nach ganz oben...