Hier werden ältere Aufnahmen von Rubinstein versammelt, die Klavierkonzerte etwa aus den Jahren 1931 und 1937, insgesamt die Aufnahmen von 1928 bis 1939.
Der Einwand gegen diese Edition ist weniger technischer Natur. Dafür, dass die Aufnahmen so alt sind, wurden sie recht gut remastered. Natürlich hört man Rauschen, aber für nun 70 Jahre und mehr ist die technische Qualität annehmbar.
Der Einwand bezieht sich mehr auf den Künstler selbst. Rubinstein war, er hat es selbst freimütig in seinen Momoiren geschrieben, in früherer Zeit ein Hallodri. Einer, dem so viel Talent zugefallen war, der aber übend nur begrenzt davon Gebrauch machte, lieber ein exzessives Leben führte als sich ernsthaft übend ans Klavier zu setzen. Dem Publikum fiel das kaum auf,so wie es dem Lehrer kaum auffiel, dass der Schüler hinter verschlossener Tür mit einer Hand übte und der anderen Schokolade in den Mund beförderte.
Rubinstein selbst hat sich dann in vorgerücktem Alter Nachschulung gegönnt.
Seine späteren Aufnahme bei der RCA, ebenso preiswert, wenn nicht noch preiswerter, haben mehr Tiefe. Man merkt, da ist noch etwas passiert, was man als Reife bezeichnen könnte.
Rubinstein hatte immer eine besondere Affinität zu Chopin, im vorgerückten Alter wurde Nonchalance durch Demut ersetzt. Das bekommt der Interpretation sehr gut.
Deswegen würde ich die spätere Version seines Chopin-Spiels eindeutig dieser Sammlung vorziehen.