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Zu den bemerkenswertesten dieser Bücher gehört neben Mich hat keiner gefragt der hier angezeigte Titel von Hülya Kalkan. Darin erzählt die in Deutschland geborene Autorin, die man als Kind zwei Jahre in die Türkei verbrachte und dort in eine Koranschule steckte, wie sie der ihr zugedachten Zwangsehe entkam und sich hier in Deutschland die Grundlage für eine selbstbestimmte Existenz schuf. Auch vom Schicksal ihrer Geschwister berichtet Kalkan. Von ihrem Bruder Hakan, der während seines Koranschul-Aufenthaltes in der Türkei von seinem Onkel an einen Baum gebunden und verprügelt wurde, weil er partout nicht der "hodscha" werden mochte, zu dem man ihn bestimmt hatte, und von Sesme und Serkan, die ebenfalls aus ihrer deutschen Heimat zur Zwangserziehung in die türkische Heimat ihrer Eltern verschleppt wurden, um "gute Muslime" aus ihnen zu machen
Ein aufrüttelndes Buch, das uns zu denken und das Betroffenen Mut machen sollte, sich zu wehren! -- Freia Danz
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ergreifend,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ich wollte nur frei sein: Meine Flucht vor der Zwangsehe (Gebundene Ausgabe)
Was mich an Hülya Kalkans Buch "Ich wollte nur frei sein" so fasziniert, ist, dass man nach dem Lesen ganz anders durch die Gegend geht: Man sieht kleine türkische Mädchen mit ihren Müttern, beide mit Kopftuch, plötzlich mit anderen Augen. In welcher Welt leben sie? In der gleichen Welt wie wir? Hülya klagt nicht an, sie beschreibt jene Welt, der sie entkam, mit einfachen Worten und doch so ergreifend, dass einen dieses Schicksal packt.Hülya Kalkan erzählt in ihrem Buch von einer Kindheit in Schwaben, die immer wieder unterbrochen wird, weil die religiöse Mutter sie einfach aus der Schule nimmt und in die Türkei verfrachtet. Kehrt sie zurück nach Schwaben, muss sie eine Klasse wiederholen und darf nicht einmal ihre Schularbeiten machen, weil die Mutter findet: Mädchen müssen nicht zur Schule gehen! Mit 17 soll Hülya in der Türkei verheiratet werden, aber sie schafft es, die Verwandten und die Mutter auszutricksen. Dann kommt der Tag, an dem ihre Schwester Esme und ihr jüngster Bruder verschwunden sind. Als sie Jahre später erfährt, dass Esme gegen ihren Willen verheiratet werden soll, wird sie endlich selbst aktiv. Jahrzehntelang wurde unsere "multikulturelle" Gesellschaft gelobt, in der jeder auf seine Weise leben darf. Niemand mischt sich ein. Durch ein Schicksal wie jenes von Hülya wird erst klar, wer dafür den Preis zahlt: die Kinder der Migranten. Sie haben es unglaublich schwer, in Deutschland "anzukommen". Vor allem den Mädchen muss geholfen werden, weil ihr Schicksal sowieso feststeht: als künftigen Ehefrauen erziehen sie daheim die Kinder! Gerade Lehrer und Erzieher sollten Hülya Kalkans Buch lesen, damit sie die Migranten-Kinder besser verstehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannend, klug und informativ,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ich wollte nur frei sein: Meine Flucht vor der Zwangsehe (Gebundene Ausgabe)
An Hülya Kalkans Geschichte beeindruckt mich, dass sie nicht mit Hass auf ihre Wurzeln und ihre Familie schaut, sondern sich bemüht hat, die Kultur zu verstehen, die sie als so einengend erlebt hat. Als Kind um ihre Bildungschancen gebracht, als junges Mädchen beinahe zwangsverheiratet, als Frau und als Individuum in ständigem Streit mit ihrer Mutter, hat sie für sich und für ihre Schwester ein eigenbestimmtes Leben erkämpft. Heute scheint sie aus beiden Kulturen - der muslimischen und der christlichen - das jeweils Beste anzunehmen. Ich denke, diese tolerante Haltung ist gerade heutzutage sehr wichtig, gerade von jemandem, der einen schweren Weg gegangen ist. Hülya Kalkan erzählt ihre Story mit Humor und Klugheit. Mir hat es sehr viele informative Einblicke in die muslimische Welt gegeben und in die Denkweise muslimischer Eltern. Manchmal ist es auch einfach die andere Perspektive, die das Verständnis erleichtert. In Kontakt mit anderen Kulturen kommen wir alle doch ständig; dieses schöne Buch hilft dabei, einander zu verstehen. - Bei alledem ist das Buch spannend wie ein Krimi - man mag es gar nicht vor dem Ende aus der Hand legen! Es liest sich gut und ist nie langatmig. Berührt hat mich auch die versöhnliche und verzeihende Haltung, die Hülya Kalkan zu ihrer Mutter findet. Das kann bestimmt auch so manche Tochter und mancher Sohn nachfühlen, ob muslimisch oder christlich.Ich kann das Buch nur empfehlen - auch als Gabe unter'm Weihnachtsbaum. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein Buch über Individualität, Mut, Freiheit und echte Liebe,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ich wollte nur frei sein: Meine Flucht vor der Zwangsehe (Taschenbuch)
Hülya und ihre drei kleineren Geschwister sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Die Mutter, die aus einem Anatolischen Bergdorf stammt, hält streng an den ländlichen Traditionen fest. Nach Ihrer Ansicht gehört es sich, dass eines ihrer Kinder ein Hodscha, ein Religionsgelehrter wird. Nachdem der älteste Sohn der seelischen Belastung der Koranschule und den Strafmaßnahmen des Onkels in der Türkei nicht gewachsen ist, kehrt er verstört nach Deutschland zurück. Nun ist es die inzwischen jugendliche Hülya, die von der Mutter in die Türkei verschleppt wird und in einer illegalen Koranschule ausgebildet werden soll. Wegen Ihres ungebührenden Betragens wird sie zu ihrer großen Freude jedoch nach einigen Monaten entlassen und soll nun so schnell wie möglich unter die Haube kommen. Um diesem Schicksal zu entrinnen behauptet sie, keine Jungfrau mehr zu sein, was sie aus traditioneller Sicht unvermittelbar werden lässt. So wird sie nach Deutschland zu ihrer Mutter geschickt, die bald darauf die beiden kleinen Geschwister mitnimmt, um sie zu Hodschas ausbilden zu lassen. Hülyas jahrelanger Kampf um die Freiheit ihrer Geschwister beginnt. Um ihnen zu helfen, setzt sie alles aufs Spiel. Am Ende gelingt es ihr, beide nach Deutschland zurück zu holen, wo die Sorgen und die beiden jedoch längst nicht zu ende sind. Besondere Bewunderung verdient für mich Hülyas liebevolle Haltung der Mutter gegenüber, deren Herzlosigkeit sie aus deren eigener Not immer mehr verstehen kann und deren Blick sie stets zu erweitern sucht.
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