"Ich wohn' im Haus der Möglichkeit" ist ein Bändchen von Gedichten und Briefen der amerikanischen Dichterin Emily Dickinson, das einmal mehr lohnte, wieder aufgelegt zu werden, als manche Neuübersetzung herauszubringen. Susanne Schaup, die hier der Dichterin einen Dienst erwiesen hat, kann es wahrscheinlich verschmerzen, dass sie weder als Übersetzerin noch als Herausgeberin erwähnt wird, doch ist es mir wert, sie zu nennen. Diese Ausgabe kann neben "Guten Morgen, Mitternacht" (besorgt von Lola Gruenthal), mit der sie gemeinsam hat, dass sie vergriffen ist, und dem größeren Gedichtband (übersetzt von Werner von Koppenfels) stehen. Zwei Einschränkungen sind vielleicht anzumerken, die dem Gesamteindruck aber zu keinen großen Abbruch tun: Es fehlt die Gegenüberstellung zu den Originalgedichten, doch ist die Reihenfolge der "Complete Poems of Emily Dickinson" beibehalten (die in die Hand zu nehmen immer lohnt); und es fehlt ein Register. In der Bewertung möchte ich deswegen aber keinen ganzen Punkt abziehen.