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Produktinformation
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Schlägt man eine ganz normale Philosophiegeschichte auf, so könnte man meinen, das Denken sei ein Privileg der Männer. Und man muss schon härtnäckig suchen, um denkende Frauen zu entdecken. Denn es gab sie, und das nicht erst seit dem letzten Jahrhundert, als es Frauen gestattet wurde, professionell, das heißt akademisch anerkannt, zu denken, sondern schon seit der Antike. Und sie haben auch gelehrt, auch schon in der Antike, aber bis heute ist die Zahl der weiblichen Lehrstuhlinhaber Philosophischer Fakultäten verschwindend gering.
Woran liegt das? Können Frauen doch besser Wäsche falten, als über das Sein an sich nachzudenken? Nein, sicher nicht, aber sie hatten andere Voraussetzungen, mussten anders vorgehen als Männer, um ihre Gedanken zu äußern. Und wahrscheinlich haben sie aufgrund der Rollenverteilung von Mann und Frau auch eine etwas andere Sicht auf die Welt und darauf, was diese im Innersten zusammenhält.
Ingeborg Gleichauf stellt 45 Denkerinnen vor. Sie beginnt mit der Pythagoreerin Theano von Kroton (ca. 550 v. Chr.) und endet mit der Ethikerin Martha Craven Nussbaum (geboren 1947). Dabei stehen jeweils deren Ideen im Zentrum der Betrachtung oder die Schulen, denen sie nahe standen. Auf diese Weise entsteht auch eine kleine kompakte Philosophiegeschichte, die zeigt, dass Frauen schon immer philosophierten. Die Verhältnisse waren nur nicht danach, es auch laut zu tun.
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Hier schafft das sympathische Büchlein aus dem dtv-Verlag nachträglich Abhilfe. Es stellt in prägnanten Beiträgen 44 Philosophinnen in historischer Reihenfolge von der Antike bis heute vor. Vermißt habe ich eine Liste der Philosophinnen in der Reihenfolge der Behandlung im Buch, und ich hole diese hiermit nach: Theano von Kroton, Aspasia, Diotima, Phintys, Periktione, Hypatia, Hildegard von Bingen, Mechthild von Magdeburg, Marguerite Porète, Katharina von Siena, Christine de Pizan, Tullia d’Aragona, Teresa von Avila, Marie Le Jars de Gournay, Margaret Cavendish, Anne Finch Conway, Mary Astell, Juana Inés de la Cruz, Emilie Marquise du Châtelet, Olympe de Gouges, Mary Wollstonecraft, Johanna Charlotte Unzer, Harriet Hardy Taylor-Mill, Bettine von Arnim, Karoline von Günderrode, Rahel Varnhagen, Germaine de Stael, Hedwig Dohm, Helene Stöcker, Leonore Kühn, Helene von Druskowitz, Hedwig Bender, Rosa Mayreder, Harriet Martineau, Mary Whiton Calkins, Hedwig Conrad-Martius, Edith Stein, Simone Weil, Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Gertrude Elizabeth Margaret Anscombe, Agnes Heller, Sarah Kofman, Martha Craven Nussbaum.
Einem Abriß der Lebensgeschichte und der familiären Umstände folgt eine Darstellung der „Hauptdenkrichtung“ der jeweiligen Philosophin, zumeist unter Nennung des/der Hauptwerke(s). Schön, daß nahezu jede Philosophin mit einem eigenen wörtlichen Zitat vertreten ist, so daß man einen Original-Eindruck von deren persönlicher Sprache bekommt. Aufgefallen ist mir, daß sich die Autorin um die Einbettung des jeweiligen Lebenslaufes in die historische und politische Zeitgeschichte bemüht hat. Wobei zur Erläuterung der Geschichte in einem solchen Werk natürlich kein Raum ist und daher zwangsläufig mit Schlaglichtern gearbeitet werden muß. Der Text wird ergänzt und aufgelockert durch Abbildungen fast jeder behandelten Philosophin nach Art einer Comiczeichnung.
Wer ein „wissenschaftliches“ Werk erwartet, wird allerdings enttäuscht sein, und wissenschaftlich will das Buch auch gar nicht sein. Im Vordergrund steht, ein Bewußtsein für das Denken von Frauen über die Jahrhunderte zu schaffen, ohne daß das Gedankengut der einzelnen Denkerin kritisch beleuchtet wird. Es ist eine Art Sammlung, ein Ausgangspunkt - ohne Fußnoten oder weiterführende Literaturhinweise, sieht man einmal von der Nennung der Hauptwerke im Fließtext ab. Philosophische Vorkenntnisse werden nicht benötigt, geschichtliche sind natürlich immer hilfreich, hier aber nicht zwingend. Deutlich ist das Bemühen der Autorin um einfache Sätze und einen verständlichen Stil.
Mein Fazit: Ein schöner handlicher, zum Weiterstöbern anregender Beitrag, auch zur Stärkung des weiblichen Selbstverständnisses. Dafür Danke.
Frau Gleichauf nimmt uns mit auf einen Lehrpfad durch die Epochen der Philosophiegeschichte.
Die einfache und klare Sprache ist leicht verständlich, dabei treffend formuliert, sodass ich mich eher auf einer Wanderung durch einen Garten wiedergefunden habe. Ich biege um eine Ecke .und stehe vor einem unbekannten Ausblick .Ein Name taucht auf. Ein seltsames Bild nimmt mich gefangen.
Der Text gibt mir Zeitzeichen und Landmarken. Ich finde die Orientierung wieder. Von dem neuen Standpunkt erkenne ich nun bekannte Orte aus einer neuen Sicht. Dann eine Tafel, ein Originaltext, der kurz und treffend das Bild zusammenfasst. Spannend ist, das ich fühle, wie die Stimme der Autorin mitschwingt.
Ein Grundthema sind die Widrigkeiten, die die Philosophinnen gehindert haben, zu verstehen, und das Buch zeigt deutlich, das 'Verstehen wollen` für alle gilt. Ich kann mir nur ausmalen, wie bunt der Garten geworden wäre, hätten die Denker den Dialog mit den Frauen ernst genommen.
M. Spinder Freiburg
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