Anna Ditges bekam die wunderbare Gelegenheit, Hilde Domin kennen zu lernen und sie zu filmen. Was mich als Käufer und Zuschauer dieses Films da erwartete, es erschrak mich zu tiefst!! Noch nie war ich Augenzeuge einer solchen Achtlosigkeit im Umgang mit einem Menschen vor der Kamera. Was Anna Ditges aus einer " Begegnung" machte, kommt in meinen Augen einer Vergewaltigung gleich. Einer Vergewaltigung der Menschenrechte. Die Kamera wurde hier zum klaren Werkzeug der Grenzüberschreitung. Schamlos und rücksichtslos. Hilde Domin wehrt sich mehrfach ganz vehement gegen die Art und Weise dieser Kameraführung. Ohne Erfolg. Sie wird überlistet, vertröstet, beschwichtigt und immer weiter auf die gleiche Weise gefilmt. Viel zu nah und in von Ihr nicht gewollten Momenten. Hilde Domin weist auch auf die Grenzen Ihrer Gefühle hin. Doch selbst manche Fragen der Autorin werden zu peinlichen Momenten der Schamlosigkeit. Anna Ditges fragt weiter, sie filmt weiter. Auch in von Hilde Domin unbemerkten Momenten. Als Käufer dieser DVD wurde ich Zeuge einer hemmungslosen Art und Weise der Kameraführung und einer respektlosen GRENZÜBERSCHREITUNG (wer das Begleitheft zur DVD liest, bekommt eine abstrakte Rechtfertigung dieser ungeschnittenen Szenen). Zeuge auch, der Macht einer entschlossenen Autorin, die sich resistent gegen jede Form des Wiederstandes zeigte. Die Autorin Anna Ditges erwarb sich unumstritten das Vertrauen einer so wunderbaren Frau. Sie mißbrauchte es in meinen Augen. Unsagbar traurig und peinlich.
Diese DVD schockierte mich sehr! Ich werde lange Zeit aufwenden, bei den Gedichten der Hilde Domin mich eben NICHT wieder an diesen Film zu erinnern. Er war für mich keine Bereicherung. Im Gegenteil. Szenen einer ohnmächtigen, gedemütigten Hilde Domin, die einem Menschen Vertrauen schenkte, hilflos und am Ende müde, sich gegen dessen Übergriffe zur Wehr zu setzen.