Ein richtig gutes Skandalbuch! Weil Vian gewettet hatte, innerhalb einer Woche ein komplettes Buch schreiben zu können, entstand unter seinem Pseudonym Vernon Sullivan dieses Lesevergnügen mit allem, was zu einem guten Krimi gehört: Verbrechen, Liebe, Musik und nicht zuletzt einem gehörigen Skandal im Frankreich des Jahres 1947, wo das Buch nicht nur zum Bestseller, sondern auch in Windeseile verboten wurde.
Warum das? Nun, es verstößt so hemmungslos und so andauernd gegen alle guten Sitten, daß es richtig Spaß macht, sich die Gesichter derjenigen vorzustellen, die es damals zensieren mußten. Noch mehr Spaß macht es allerdings, es selbst zu lesen, denn die Phantasie, die Vian in seinen "eigenen" Büchern in die Umgebung und die Konstruktion der abstrusesten Situationen steckt, landet bei den Büchern seines amerikanischen Pseudonyms in den Personen und deren Verhalten. Die Hauptperson des Buchhändlers, der als Neuling in der Kleinstandt, in die es ihn verschlug, allen Schulmädchen den Kopf und noch einiges mehr verdreht, nimmt einen mit von der ersten bis zur viel zu frühen letzten Seite.
Für jeden, der seinen Buchgeschmack nicht nach 'policital correctness' aussucht, ein Leckerbissen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)