Der Meinung des Vorrezensenten kann und will ich mich nicht anschließen. Auch wenn die Autorin in diesem Tatsachenbericht nicht in in aller Ausführlichkeit auf die "Details" eingeht, erfährt man doch das Wesentliche - vor allem sehr viel über die innere Verfassung eines Menschen, der sexuell mißbraucht wird. Wer sehr stark mit den Protagonisten einer "Geschichte" mitfühlt, sei an dieser Stelle gewarnt: - mir erging es jedenfalls so, dass ich das Buch immer wieder mal weglegen musste, weil ich ein so flaues Gefühl im Magen hatte und mir wirklich körperlich unwohl war, vermutlich, weil man sich von dieser real erlebten Geschichte nicht genauso distanzieren kann wie von einer rein fiktiven Erzählung; man weiß, es ist wirklich geschehen, und überall auf der Welt gibt es Menschen, die sich gerade in diesem Augenblick in derselben Lage befinden und nicht wissen, wie sie dem ganzen Horror entkommen können.
Und vielleicht noch einmal zum ersten Punkt: Was die Autorin über ihren Mißbrauch nicht erzählen wollte oder auch nicht erzählen konnte, ermöglichte mir manchmal ein größeres Verständnis ihrer Notlage als das, was sie erzählte. Jedenfalls ist der Autorin für ihren Mut zu gratulieren.