Gregor Hecker kehrt 1945 in der Uniform eines Sowjetsoldaten in seine ursprüngliche deutsche Heimat zurück. Sein Auftrag ist es, gemeinsam mit zwei Rotarmisten umherirrende und versprengte deutsche Soldaten zur Aufgabe/Kapitulation zu bewegen. Für G.Hecker, der Deutschland zum erstenmal als Heimat erlebt, ein differenziertes Erlebnis. Athmosphärisch dicht inszeniert, erlebt der Zuschauer den Neunzehnjährigen in den unterschiedlichsten Situationen. Durchhaltefanatiker, Mitläufer,Gegner, Desillusionierte, verzweifelte Menschen, die Hecker(überzeugend von J.Schwarz gespielt)in den letzten Kriegstagen antrifft. Jede Szene des Filmes stellt dies unglaublich dicht dar. Und immerwieder Heckers innere Auseinandersetzung, selbst doch Deutscher zu sein und dann als "Russe" von den eigenen Leuten angesehen zu werden.
Letztlich Konrad Wolf war imstande, diesen Film zu machen, da er inhaltlich autobiografische Erlebnisse verabeitete. Als Sohn des deutschen Dramatikers Friedrich Wolf(Professor Mamlock) emigierte er mit seiner Familie als Kind vor den Nazis in die Sowjetunion und kehrte tatsächlich in der Uniform der Roten Armee in seine Heimat zurück. Sein Bruder Markus(nebenbei bemerkt)war der bekannte spätere DDR-Spiongage-Chef.
Das der Film in seiner ideologischen Aussage sich angenehm und dezent zurückhält, sei der Autorität dieses großen DDR-Regisseurs geschuldet. Als politische und künstlerische "persona non grata" in der DDR konnte nur K.Wolf solche Filme SO umsetzen.
So wirkt für mich "Ich war neunzehn" auch für das heutige Verständnis zu dieser Zeit nachvollziehbar und authentischer denn je. Als "Schul-Film" in DDR-Klassenzimmern Pflichtstoff, wünschte ich mir, daß dieser Film wieder Zugang in heutige Schulen fände.