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Ich war ein Wolfskind aus Königsberg
 
 
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Ich war ein Wolfskind aus Königsberg [Broschiert]

Ursula Dorn
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Ich war ein Wolfskind aus Königsberg + Wolfskind: Die unglaubliche Lebensgeschichte des ostpreußischen Mädchens Liesabeth Otto + "Jetzt war ich ganz allein auf der Welt": Erinnerungen an eine Kindheit in Königsberg. 1944-1947
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

[Klappentext] Wir wussten ja überhaupt nichts von der übrigen Welt oder was außerhalb von Litauen los war, oder ob es überhaupt noch was anderes als Litauen gab. Jahreszahlen, Monate, Tage oder ein Zeitgefühl gab es für uns nicht. Wir waren halt keine Menschen mehr, nur noch Wolfskinder, die sich im Kreis drehten oder umherliefen. Manchmal sagte ich zu meiner Mutter: "Mutti, was soll bloß aus uns werden? Ich kann nicht lesen, nicht schreiben, nicht rechnen und nicht mehr richtig Deutsch sprechen." - "Ich weiß es auch nicht, wie das mal enden soll. Wären wir doch bloß alle krepiert, dann brauchten wir das nicht mehr miterleben." Weinend gingen wir oftmals durch die Gegend und waren am Ende, aber wir rafften uns immer wieder auf.

Der Verlag über das Buch

[Hintergründe: Wolfskinder] Wolfskinder - wie hungrige Wölfe schlugen sich nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges Kinder durch Polen und Litauen, um sich selbst am Leben zu erhalten oder mit ihren Bettelzügen das Nötigste für ihre Familien zu finden. Von einer behüteten Kindheit war nichts zu spüren. Elend und Angst prägten die Entwicklung der Kinder. Nach der Eroberung Ostpreußens fanden Kinder oft ihre Familien nicht mehr wieder oder Mutter und Vater waren verhungert, vertrieben oder ermordet worden. Sie waren auf sich allein gestellt. Die historische Forschung geht von etwa 25.000 solcher Kinder aus, die allein oder in kleinen Gruppen durchs Land zogen. Etwa 5.000 von ihnen gelang die Flucht nach Litauen. Dort wurden sie von den meisten Litauern für einige Zeit mit versorgt. Doch nur kleine Kinder, die sich ihrem neuen Leben rasch anpassten, Litauisch lernten und ihren deutschen Hintergrund vergaßen, blieben dauerhaft in den Familien. Alle anderen wurden, nachdem man sie eine Zeit lang als billige Arbeitskräfte behielt, immer weiter geschickt. Dies geschah vor allem aus der eigenen Not und der Angst heraus, von russischem Militär gestellt zu werden. Dann drohte die Deportation der eigenen Familie. Viele Wolfskinder sind auf ihren Wanderungen ums Leben gekommen - verhungert, entkräftet, erschlagen. Andere blieben in Litauen, bauten sich dort ein Leben auf. Wieder andere - etwa 200 - siedelten nach Deutschland um. Oftmals mit dem Lebensmotto: 'Sei froh, dass du lebst; vergiss, was war; schau nach vorn!' Nur vorsichtig suchen sie nun nach den Spuren ihrer Identität. Das Zurückblicken aber ist es, was dieser 'unauffälligen Generation' (Sabine Bode), die zwischen allen Fronten stand, helfen könnte. Das hat auch die Autorin, Frau Dorn, erkannt, wenn sie schreibt, sie habe sich mit diesem Buch alles 'runtergeschrieben'. Heike Wolter (Lektorat)


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unterschichtsprache von erschütternder Eindringlichkeit, 3. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Ich war ein Wolfskind aus Königsberg (Broschiert)
Nach Sumowkis "Jetzt war ich ganz allein auf der Welt": Erinnerungen an eine Kindheit in Königsberg. 1944-1947, nach Überleben war schwerer als Sterben: Ostpreußen 1944-1948 von Erika Morgenstern und Hans Deichelmanns Ich sah Königsberg sterben: Tagebuch eines Arztes in Königsberg 1945 bis 1948 fragte man sich schon, ob es noch etwas über den Untergang Königsbergs und seine schrecklichen Folgen für die Überlebenden hinzuzufügen gäbe. Jetzt liegt ein solches Buch vor, und es besticht gerade durch seine Mängel. Das ist nicht die Sprache einer Nobelpreisträgerin. Die Verfasserin war 13 Jahre alt und des aktiven Schreibens der deutschen Sprache unfähig geworden, als sie zum erstmal wieder eine deutsche Schule besuchen konnte.

Sozial stammt sie aus einer Familie in Königsberg, die man zur Unterschicht zählen darf. Der Vater ist Soldat und bleibt schließlich vermißt. Die Mutter, die sich mit unbegreiflicher Hartnäckigkeit weigert, die Stadt zu verlassen, hat fünf kleine Kinder zu ernähren, das jüngste außereheliche ist 1945 noch ein Säugling und stirbt zuerst. Die Erzählerin ist 1945 zehn Jahre alt.

Die Erinnerungen beginnen nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee mit den schon aus anderen Büchern sattsam bekannten Greueltaten, alltäglichen Massenvergewaltigungen und den Hungermärschen der aus der Stadt heraus und wieder zurück Getriebenen und der rattenähnlichen Nahrungssuche in den Ruinen.

Doch dann erzählt das Kind seine eigene Geschichte: Als sie begreift, daß ihr in Königsberg im Winter 1945/46 unweigerlich der Hungertod droht, treibt sie ihr mächtiger Überlebenswille dazu, sich ohne Abmeldung von Mutter und Geschwistern zu entfernen, und sie fährt allein als blinder Passagier auf einem russischen Eisenbahnzug bis nach Kaunas in Litauen. Und auch hier wieder erklingt das Hohelied der Menschlichkeit, ohne die in solchen Situationen niemand überleben würde: Der russische Soldat, der die Elendsgestalt, allen Vorschriften zum Trotz, in den Waggon hereinläßt und in Kaunas hinaus, die litauischen Familien, die helfen. Nach wenigen Wochen kehrt sie, inzwischen wieder etwas erholt, auf die gleiche Weise zu ihrer Mutter und den Geschwistern nach Königsberg zurück. Deren Lage hat sich inzwischen dramatisch verschlechtert.

Die Elfjährige bringt ihre Mutter dazu, die drei Geschwister in der Obhut einer Nachbarin zurückzulassen und mit ihr erneut nach Kaunas zu fahren. Wieder in der bekannten Weise. Doch die Rückfahrt wird unmöglich, da die Bahnhöfe und Züge von den Sowjets nunmehr viel strenger überwacht werden. Zwei Jahre lange ziehen Mutter und Tochter als Bettler, Diebe und Gelegenheitsarbeiter kreuz und quer durch Litauen. Das Kind allein könnte schon dauerhaft bei einer litauischen Familie unterkommen, aber ohne die Mutter. Die nach einigen Wochen dann völlig entkräftet wieder auftaucht und beide die Irrfahrt fortsetzen. Was sie in dem Gebiet der Partisanenkämpfe zwischen weißen National-Litauern und der Roten Armee erleben, ständig in der Angst aufgegriffen und nach Sibirien deportiert zu werden, muß man selber lesen. Wie ein Kaleidoskop drehen sich die Erinnerungen, in Bruchstücken, die haften geblieben sind, und in einer oft unbeholfenenen Sprache, die aber gerade dadurch den Eindruck der unbedingten Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit vermittelt. Als sie dann die Nachricht erreicht, daß die in Königsberg zurückgelassenen Kinder und die Nachbarin verhungert sind, bricht die Mutter seelisch zusammen.

Auf welchem Wege die Verfasserin dann 1948 doch noch nach Deutschland gekommen ist und einer der totgeglaubten Brüder überlebt hat, erfahren sie im Buch.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Königsberg die andere Seite, 13. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Ich war ein Wolfskind aus Königsberg (Broschiert)
Königsberg ...

die Stadt Immanuel Kants und die Geburtsstadt des romantischen Schriftstellers E.T.A. Hoffmann: eine Stadt geistiger Höhenflüge und philosophischer Gedanken ...

Ursula Dorn's "Ich war ein Wolfskind aus Königsberg" erinnert an die andere Seite Königsbergs (zu Zeiten der Sowjetunio: Kaliningrad) in der es keine geistigen Aufstieg gibt, sondern nur das nackte Überelben am Ende des 2. Weltkriegs.

Ursula Dorn erzählt von ihrem Schicksal, von den Jahren, in denen sie als elfjähriges Mädchen aus der Hölle Königsberg entfliehen kann, um in eine andere Hölle zu gelangen: als Wolfskind ist sie und ihre Mutter auf der beständigen Flucht vor den Russen, bettelt sich durch Litauen, und erinnert sich voll Schmerz an ihre in der Stadt zurückgebliebenen Geschwister, sieht schreckliche Gesichter des Todes und freundliche Gesten hilfreicher Menschen ...

Ein wirklich berührendes Buch, vielleicht gerade deswegen so herrlich mitreissend ist, weil es sich nicht in wohlklingenden Metaphern ergeht. Kraftvoll unvermittelt in seiner einfachen Sprache!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Unausprechliche,, 2. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Ich war ein Wolfskind aus Königsberg (Broschiert)
das ein einfaches Kind aus Königsberg nach dem Krieg mit ansehen und erleben musste, findet hier Worte. Wie schütze ich meine Mutter heute vor einer Vergewaltigung? Wie lange werden wir noch leben, bevor wir verhungern? Der Klumpen Eis, den ich für gefrorenes Brot hielt, war doch nur Kot. Fragen und Dinge, die heute bei uns zum Glück kein Kind mehr beschäftigen. Es ist so wichtig, dass solche Stimmen nicht in Vergessenheit geraten. Kein Buch für schwache Nerven.
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