Aus der Amazon.de-Redaktion
Dank der erzwungenen Fernsehbeichte konnte Odai Hussein, Saddams verbrecherischer Sohn, seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Nach der Invasion in Kuwait hatten der zweitmächtigste Mann des Irak und seine Gang das Land raubritterartig geplündert, hunderte von Nobelkarossen wurden in der Folge in den Straßen Bagdads gesichtet. Gerüchte über den verhassten, plündernden Präsidentensohn und sein Double waren in den Westen durchgedrungen, hatten aber auch in der irakischen Armee für Empörung gesorgt.
Der beklemmende Bericht Latif Yahias, des jungen Mannes aus reicher Bagdader Familie, der 1987 als Double Odais für offizielle Anlässe zwangsrekrutiert wurde, entlarvt ein brutales System aus Günstlingswirtschaft, Mord und Folter. Hatte der Autor -- wie er freimütig zugibt -- das ausschweifende Leben im Dunstkreis der Diktatorenfamilie anfänglich noch genossen, so erlebte er sehr bald seinen "Arbeitgeber" als grausamen Vergewaltiger und Mörder. Erschüttert liest man, wie der völlig unpolitische Odai und seine Clique sich auf dem Rücken des darbenden irakischen Volkes in hemmungslosen Party-Exzessen und schierer Mordlust ergingen. Nach einem Selbstmordversuch gelang Yahia schließlich während des Golfkrieges die Flucht ins Exil.
Der weit gehend unpolitische, aber aufrüttelnde Bericht des heute in Österreich Lebenden liefert Schlüsselloch-Perspektiven in die rigide Unterdrückungsmechanik einer wahnsinnig gewordenen Diktatorenfamilie, deren letzte Stunde womöglich bald schlagen wird. --Ravi Unger
Pressestimmen
»›Ich war Saddams Sohn‹ beschreibt den Leidensweg und das Schicksal eines Menschen, der dem zynischen Spiel der Machthaber seines Landes zum Opfer fiel.« (Focus )
»Die Schilderung von nur vier Jahren seines [Latif Yahias] Lebens macht deutlich, welche Aufgaben bevorstehen, wenn die Iraker nach einem Regimewechsel versuchen sollten, sich mit der Vergangenheit unter Saddam Hussein auseinanderzusetzen.« (FAZ )
Kurzbeschreibung
Latif Yahia erzählt die unglaubliche, aber wahre Geschichte seines Lebens: Der junge Mann aus Bagdad und Sohn einer wohlhabenden Familie wurde fünf Jahre lang gezwungen, Odai Hussein, den gefürchteten Sohn des Diktators zu ‚doubeln‘. Yahia hatte engen Kontakt zur ganzen Familie Hussein und erlebte hautnah das absurde System von Mord, Folter, Korruption und exzessiv ausgelebtem Reichtum, auf das sich das Terrorregime von Saddam Hussein stützt. Ständig in Todesgefahr, vertrat Yahia Odai als Doppelgänger bei Geschäftsverhandlungen und offiziellen Terminen, nahm an ausschweifenden Partys in Bagdad teil und kämpfte an Odais Stelle im Golfkrieg. Er wurde Zeuge unfassbarer Verbrechen, und beging schließlich einen Selbstmordversuch, um seiner unerträglichen Situation ein Ende zu bereiten.
Durch seine genauen Aufzeichnungen während dieser Zeit avancierte Latif Yahia zum „Buchhalter der irakischen Mafia". Mit seinen schockierenden Enthüllungen aus erster Hand hofft Yahia, einmal mehr die Welt aufrütteln und über das wahre Wesen des irakischen Herrschaftsapparats aufklären zu können.
Klappentext
NZZ
»»Ich war Saddams Sohn« beschreibt den Leidensweg und das Schicksal eines Menschen, der dem zynischen Spiel der Machthaber seines Landes zum Opfer fiel.«
Focus
»Die Schilderung von nur vier Jahren seines [Latif Yahias] Lebens macht deutlich, welche Aufgaben bevorstehen, wenn die Iraker nach einem Regimewechsel versuchen sollten, sich mit der Vergangenheit unter Saddam Hussein auseinanderzusetzen.«
FAZ
Über den Autor
Karl Wendl, geboren 1958, ist Chefredakteur des österreichischen Nachrichtenmagazins NEWS. Den Ausbruch des Golfkrieges erlebte der Irak-Experte Wendl in Bagdad. Kurz nach dem irakischen Überfall auf Kuwait führte er ein Interview mit Saddam Hussein, später berichtete er aus Kuwait und Saudi-Arabien über die Schlacht am Golf.