Gigi Vianello ist jetzt ganz dick im Geschäft. Nach einem eher unglücklichen Versuch als LSD-Dealer im Norden Italiens hat er sich nun auf Sardinien eine neue Existenz aufgebaut; Gigi Vianello ist der Mann, wenn es darum geht, Gammelfleisch, faulen Käse oder pestizidbelastetes Obst spurlos in den Lebensmittelkreislauf einzuschleusen. Zur Tarnung seiner exorbitanten Einkünfte betreibt er zudem ein beachtetes Feinschmeckerlokal, das ihm zugleich der letzte Hort unverdorbener Mahlzeiten und Garant seiner standhaften Gesundheit ist.
Da begeht Gigi, aus der Gewissheit einer vermeintlichen Unbesiegbarkeit, einen dummen Fehler, der ihn nicht nur in die Fänge der Polizei treibt, sondern ihm auch einen neuen, unerwartet mächtigen Gegener beschert.
Dem italienischen Autorenduo ist ein temporeicher und gut recherchierter Erstling gelungen, der mit Gigi Vianello nicht nur eine neue Figur in die Literatur einführt, sondern auch mit dem Sujet der Lebensmittelskandale ein ganz besonders heikles Thema in den Mittelpunkt rückt.
Da ist es umso bedauerlicher, dass zusehends ein ganz gewöhnlicher "Whodunnit"-Plot den Roman immer mehr zu einem weitgehend konventionellen Kriminalroman werden läßt.
Ein gut gemachter, spannender Roman, der nicht nur einen gut recherchierten und ungeschminkten Blick in ein ganz modernes Verbrechen erlaubt, sondern auch ein glaubwürdiges Bild der modernen Gesellschaft Italiens zeichnet.
Man darf also durchaus auf den nächsten Gigi-Vianello-Roman gespannt sein.