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Ich trinke, also bin ich: Eine philosophische Verführung zum Wein
 
 
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Ich trinke, also bin ich: Eine philosophische Verführung zum Wein [Gebundene Ausgabe]

Roger Scruton , Reinhard Kreissl
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Diederichs (4. Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3424350443
  • ISBN-13: 978-3424350449
  • Originaltitel: I drink therefore I am
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 235.526 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jeder kennt das Sprichwort „in vino veritas“ (Im Wein liegt Wahrheit). Aber welche Wahrheit ist damit gemeint? Der renommierte Philosophieprofessor Roger Scruton ist dieser Frage in seinem neuen Buch nachgegangen. Wein - in der richtigen Stimmung und Dosis zelebriert – ist nicht nur eine Wohltat für die Seele, sondern auch ein Stimulans für freies Denken. Die alten Griechen wussten nur zu gut um diesen Zusammenhang. Guter Wein ist ein Elixier für gute Gespräche. Kein Geringerer als Platon hat es eindrucksvoll beschrieben: Wein versetzt den Menschen in einen Zustand der Offenheit und Selbstgewissheit, den ihm nüchtern wohl nie zuteil würde.

Ein Lobpreis des Rebsaftes und obendrein die Geschichte jener ewigen Liaison zwischen Denkern und Flaschen - von den dionysischen Hellenen bis zum badischen Tiefgeist Martin Heidegger.

Über den Autor

Roger Scruton, Jahrgang 1944, lehrt Philosophie in Oxford und am American Enterprise Institute in Washington, D.C. Bei Diederichs erschien 2010 Ich trinke, also bin ich – Eine philosophische Verführung zum Wein.

Reinhard Kreissl, 1952 in München geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wiener Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie. Bei Diederichs erschien 2008 sein Buch Feinde. Alle, die wir brauchen.

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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ich trinke ,also bin ich 7. Februar 2011
Von dogen
Format:Gebundene Ausgabe
Als Sommelier und Freund der Philosphie war ich sehr gespannt auf dieses Werk.
Vorweg ist zu bemerken, wer dieses Buch lesen möchte, sollte zumindest das Bildungsniveau eines Magisters haben.
Auch ist es sehr hilfreich, die allgemeinen mitteleuropäischen Sprachen inklusive Alt-Griechisch und Latein zu beherrschen.
Die Hochliteratur sollte dem Leser auch nicht fremd sein. Wer diese Dinge nicht erfüllt, sollte zumindest die nötigen Lexika bei der Lektüre zur Hand haben.
Im ersten Teil des Buches erfahren wir einzelne Episoden aus dem Leben des Autors,
wie er zum Wein kam und kleinere Erfahrungen mit diesen(auch hier sollte man
mindestens eine professionelle Ausbildung haben). Das Ganze in einem schwülstigen
Literaturstil, der permanent mit Sachtext abwechselt. Nicht nur das sein Stil schon eine herbe Herausforderung ist, nein, er springt immer wieder zu Themen, die weder mit Wein noch mit Philosophie zu tun haben. Auch werden immer wieder mal Personen und Institutionen beschimpft beziehungsweise diskreditiert.Da bleibt
die philosophische Souveränität auf der Strecke.
Man erfährt,dass der Autor ein strammer Konservativer ist und er die Fuchsjagd für einen noblen Sport hält.Zum alten weissen Burgunder würde er gebackenen Igel in Lehmkruste empfehlen, aber da dies verboten ist, muß er sich ein Eichhörnchen auf den Grill packen- sehr witzig.
Was die ersten 5o% des Buchs mit Philosphie zu tun haben, bleibt offen.
Fazit des Autors über diesen Teil des Buchs :" Die Franzosen haben den Wein
erfunden, guten Wein gibt es nur in Frankreich und nur dort, Frankreich ist
so toll, er möchte Franzose sein und guten Wein gibt es nur in Frankreich".
Ich glaube, andere renommierte Weinautoren können das sicher besser.
Der zweite philosophische Teil beginnt mit 6. Semester Philosophie. Ein akademischer Erguss, dem wirklich nur hartgesottene Freaks dieser Szene
folgen können. Was er damit eigentlich vermitten will, bleibt rätselhaft.
Da er sowieso in akademischen Sphären schwebt und vom normal sterblichen
Weintrinker soweit entfernt ist, ist dieses mindfucking des zweiten Teils
auch nicht weiter verwunderlich.
Den Höhepunkt bildet aber der letzte Teil. Allen Ernstes wird der Wein zum
Philosophen empfohlen. Blöder geht`s nicht.
Ich weiß nicht, was Herrn Scruton bewegt hat dieses überflüssige Buch zu schreiben. Vielleicht war es sein überspanntes Ego oder er brauchte einfach nur Geld, aber dieses Buch ist sein Geld nicht wert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Auf einen ausschweifenden Weg nimmt Roger Srcuton seine Leser mit. Dabei handelt es sich bei diesem Buch keineswegs um einen Weinführer, sondern der Autor philosophiert über das Denken, das Nachdenken über Wein und dessen Tugenden. Wein ist für ihn, neben seiner vorzüglichen Eignung als Speisenbegleiter, auch ein Gefährte des Gedankens und damit der Philosophie. Diese wiederum sei im Umkehrschluss ein Nebenprodukt des Weins, so Scruton. Dieses am wenigsten berechenbare Getränk ist also nicht nur ein Objekt der Sinne, sondern auch der Erkenntnis, denn ein sinnliches Vergnügen hängt unbestritten von der Erkenntnis ab. Darum bietet vergorener Traubensaft dem genießenden Kenner "ein kompliziertes und vielschichtiges Arrangement, das sich wie ein Schachspiel nach dem ersten Eröffnungszug entfaltet."

Und so werden wir in die Studienzeit des Briten versetzt, in der er erstmals Kontakt mit diesem philosophischen Lebenselexier aufnahm und seither nicht mehr loskommt. Scruton philosophiert über Sinn und Unsinn der heutigen Weinkunde und gibt einen kurzen Überblick über die belegbaren Anfänge der Genusskelterei, die bei den Griechen und Römern ihren kulturellen Höhepunkt erfuhr. Dionysos und Bacchus sind die göttliche Zeitzeugen.
Ein großes Kapitel -"La Tour de France" - widmet er dem Weinland schlechthin, das er sich während seines Studiums "trinkend" erschloss. Von Frankreich aus macht er sich danach völkerverbindend in andere große Weinnationen wie Italien oder Spanien, bis über den großen Teich nach Nord- und Südamerika und Neuseeland auf, ein kurzes Naserümpfen beim Vorbeisegeln am australischen Kontinent inklusive. Und immer hat er einige Empfehlungen besonders genussvoller Sorten parat. Sein Erzählstil ist flott und charmant, zuweilen sogar recht direkt und unkonventionell, aber daher authentisch und nicht abgehoben.

Nach der reichlichen Hälfte wird der "weinhaltige" Genusspfad verlassen und Roger Scruton widmet sich seiner Profession, der Philosophie. Ist es zuvor beinahe ein Muss, das Glas Wein zur Lektüre zu genießen, werden jetzt die Sinne geschärft und erfordern höchste Aufmerksamkeit. Der Autor versucht dem bedeutungsschwangeren Inhalt seines Buchtitels auf den Gaumen zu fühlen. Ganz im Sinne der Philosophie, die aus dem Nachdenken über Vernunft, Bewusstsein und Sein entsteht - jene drei Vorstellungen, die in der Reihenfolge der Worte "also" "bin" "ich" zum Ausdruck kommen. Scruton geht Fragen auf den Grund wie: Ist der Wein eher ein Tagtraum oder ein Kunstwerk? Verweist er auf unsere subjektiven Eindrücke und Erinnerungen oder zeigt er hinaus in die Welt - bringt also Ordnung in die Welt so wie Tintoretto oder Mozart eine neue Ordnung erschufen, in dem sie die Gegenstände unserer Wahrnehmung neu geformt haben? Dabei zieht er sich Vergleiche bei Richard Wagner, Descartes, Edmund Husserl, Aristoteles, Heidegger oder Kant heran.

Letztendlich versucht Scruton den "Meckerern" und Moralaposteln, aber auch dem Missbrauch von Alkohol die positive Gesamtbedeutung des Elixiers mit Namen Wein entgegenzusetzen. Ein opulenter Anhang "Was man wozu trinkt" gibt keineswegs Weinempfehlungen zum Essen, sondern Vorschläge, welche Rebsorte zu welchem Philosophen am besten passt. Sogar dem großen Pessimisten und bekennenden Biertrinker Schopenhauer widmet er ein gutes Glas neuseeländischen Chardonnays, "vielleicht den mineralisch butterigen Muddy Water, um uns daran zu erinnern, dass andere diesen Ozean überquert haben, ohne Glauben und Hoffnung zu verlieren, und nachdem sie an den abartigsten Orten gelandet waren, bewahrten sie sich den Glauben und die Hoffnung auf Wohltätigkeit, indem sie begannen, Weinstöcke anzubauen."

Fazit:
"Ich trinke, also bin ich" ist ein wunderbares Buch für den weinliebenden, philosophisch interessierten Leser, ein Genuss im doppelten Sinne, eine unbedingte Empfehlung, die ich mit den Worten Roger Scrutons bekräftigen möchte: "Mir scheint, dass der Weingenuss eine Wiederaneignung des ursprünglichen Kults des Sesshaftwerdens und der Stadtgründung darstellt. Wir schmecken im Wein nicht nur die Frucht und die Fermentierung, sondern nehmen auch das spezifische Aroma einer Landschaft wahr, in der man die Götter zum Bleiben eingeladen hat und in der sie eine Heimat gefunden haben. Nichts von dem, was wir zu und nehmen, ist dermaßen bedeutungsschwanger. Wer nicht trinkt, ist nicht von dieser Welt."
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Wein hat ein Leben. 14. April 2011
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Guter Wein ist ein gutes geselliges Ding, wenn man mit ihm umzugehen weiß."
(Shakespeare: Othello, II/3)

Roger Scruton (1944-), Wein-Liebhaber und Philosoph in Washington und Oxford, startet eine Reise in die Weingegenden Frankreichs und gleichzeitig eine Reise, die den Leser mit der immer währenden und schon seit Jahrtausenden gültigen Haltung zum Wein bekannt macht. Vielleicht muss man Wein mögen und durchaus die Liebe zu weisen Männern vertreten, denn dieser Autor ist zugleich beides: ein "Philo-sophos" und ein "Philo-oinos". Was der Reise erster Teil angeht, lernt man als Leser Frankreich und die Weingegenden kennen, natürlich bis zum Acker, wenn es um die besten Empfehlungen geht. Also könnte man meinen, Scruton lädt ein in die frankophile, vinophile Lebensweise Europas und letztendlich spürt man, dass er es getan hat. All die schönen Landschaften und die daraus erlesenen Reben geben Irgendetwas ein Gewicht, was in Wirklichkeit der biologische Wein ist, aber in der Geschichte des Genusses die Wahrheit offenbart. Wenn in der alten griechischen Lehre es gilt: "Oinos hai aletheia", dann erinnert man sich an einen der ersten wunderbaren Romane der europäischen Geschichte, der mehr ist, als die Tragödien der griechischen Dichter. In Platons Symposion wird diese Liebe zur Rebe besonders deutlich und in der Übersetzung vom griechischen zum lateinischen ins deutsche, weiß man, dass im Wein die Wahrheit liegt.

Hat man nun diese erste Reise zum Wissen der Önologie bestanden, dann tritt man an, ein wenig hofiert und geöffnet, die Fragen nach dem "Warum" (also), dem "Sein" (bin) und der eigenen "Identität" (ich) zu stellen und sich dem Selbst zuzuwenden. In Anlehnung an Descartes: "Cogito ergo sum" wird nur der Buchitel persifliert in ein "Bibo ergo sum". Das Trinken des Weines als Offenbarung des Geistes und des Selbst anzunehmen, könnte vorschnell zur Meinung führen, es handle sich um eine Laudatio des Trinkens. Doch Scruton weist vielmehr auf die Bedeutung des Weines, in Maßen genossen, hin, die nicht dem Geist den Garaus macht, sondern ihn, Wein eben maßvoll getrunken, anregt. Die wunderbare, aber doch gemäßigte Haltung Paulus in den Briefen an die Epheser zeigt dieses. Er sagt: "... und betrinkt euch nicht mit Wein ..., sondern werdet voll Geistes".

Dieser aus der Antike hervorgehobene Gedanke, wie Wein zu genießen ist, zeigt einmal mehr den Genuss, aber vielmehr offenbart der Autor zusätzlich eine Haltung, die zum Maß halten anregt im dem Sinne, dass es gilt, Wein zu trinken, bis man ihn spürt, aber weniger, als dass er einen übermannt.

In diesem Sinne eine wunderbare Geschichte des Weins, nicht nur in der Frage der Anbaugebiete, vielmehr in der Frage der Verköstigung und in der Frage der Anregung. Nämlich immer dort, wo der Geist im Gespräch sich anregen lässt vom Fließen des Weines zum Fließen der Worte, eben zum dia-logos (Dialog). Oder wie in den Gedichten von Hafis zu lesen ist: "Saghi, schenk ein den Wein / und laß den Becher kreisen! ... Färb den Gebetsteppich mit Wein, wie der Weise sagt, / dann wirst du, Pilger, auch vom Sinn des Weges / dein Teil erfahren."
~~
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