Nachdem ich vor Jahren "Schindlers Liste" gelesen und die Verfilmung gesehen habe, bin ich leider erst jetzt auf dieses Werk aufmerksam geworden.
Im Gegensatz zu Keneallys Buch geht es hier um die Überlebenden und ihre ganz private Geschichte: vor, während und nach dem Holocaust.
Es führt die Menschen, die so viel Schreckliches ertragen mussten, endlich aus ihrer Anonymität heraus an die Öffentlichkeit und zeigt auf, wie sie mit ihrer Vergangenheit umgehen und warum sie diese teilweise verheimlichen.
Es wird deutlich, dass viele Mitmenschen angesichts dieses Horrors dazu neigen, Andere nur auf ein Merkmal zu reduzieren: das Opfer.
Das Buch macht gerade auf Grund der Vielzahl der aufgezeigten Schicksale dem Betrachter klar, dass es sich bei der Vernichtung nicht um "8 Millionen Juden, Romas etc." gehandelt hat, sondern um die Mutter, den Vater, die Tochter etc.
Es kann nicht genug Bücher über den Holocaust geben, aber dieses Buch ist deshalb so besonders, weil man bei der Lektüre sich andauernd bewußt wird, dass es die Schicksale von Menschen sind, die heute noch unter uns leben.
Und dann liest man in den Zeitungen, dass wieder eine Synagoge, ein Friedhof geschändet wurde, die Ausländerfeindlichkeit wieder zunimmt...