Meist geht es Maja gut, auch wenn sie nicht glücklich damit ist, dass ihre Mutter mit ihrem kleinen Bruder seit einiger Zeit nicht mehr bei ihr und ihrem Vater lebt. Aber damit hat sie sich arrangiert. Sehr ärgerlich ist die Mitschülerin Alba, die ihr mit ihrer Gang auflauert und abzieht, mehrere Handys und ihr Essensgeld sind schon in ihrem Rucksack verschwunden. Maja hat sich damit abgefunden, auch wenn sie richtig sauer ist.
Doch das ist alles nichts gegen Mitu, Majas freches Spiegelbild, das sich einiges Tages aus dem hübschen Spiegel herausschält und das Kommando über Majas Leben übernimmt. In alles mischt Mitu sich ein, sie stellt die Küche auf den Kopf, ihr gelingt es ein Elektrogerät nach dem anderen kaputt zu machen und sie will ständig Action. Leider oder zum Glück ist Mitu nur für Maja sichtbar, was Majas Eltern alarmiert, weil plötzlich ganz andere Züge an Maja auftauchen.
Erst als es Maja gelingt, ein ernstes Gespräch mit Mitu zu führen, wird das ein bisschen besser. Maja erfährt, dass Mitu ein Teil ihres Selbst ist, das sie nicht auslebt, indem sie zurückhaltend, ordentlich und brav ist. Maja findet Mitu sehr anstrengend, doch dann lernt sie im Spiegelsaal weitere versteckte Majas kennen und ist noch froh, dass Mitu den Weg zu ihr gefunden hat. Dank Mitu und den anderen Spiegelbildern gelingt es sogar, die gemeine Alba in ihre Schranken zu weisen, was Maja doch sehr nachdenklich stimmt.
Ein Buch, das zuerst einmal irritiert, doch je länger man liest, umso mehr zieht die Story den Leser in seinen Bann. Obwohl es keine Abenteuerstory ist, kann man das Buch kaum aus der Hand legen und grübelt unwillkürlich darüber nach, ob man selbst wohl auch solche Spiegelselbst hat und wie die aussehen könnten. So schwankt man zwischen Nachdenken und Weiterlesen und kommt manchmal aus dem Kichern nicht heraus. Stefanie Dörrs Erstling ist wirklich gelungen und eine gute Mischung aus verrückter Unterhaltung und Angebot zum Nachdenken. Für Mädchen ab 10 Jahren.