Wie mancher Vielleser gehöre auch ich zu den Zitatensammlern. Und da man den Worten von Aussenstehenden mehr Glauben schenkt, gehören Zitate in der Texterzunft ohnehin in den Instrumentenkoffer. Wie Peter Kordt zu seiner Sammlung kam, ist mir ein Rätsel. Hat er mit dem Griffel in der Hand mehr als 2000 Filme angesehen? Surfte er nächtelang durchs Web? Blätterte er bestehende Sammlungen durch und las Filmvorlagen? Laut Vorwort sah er tatsächlich innert vier Jahren über 3000 Filme an. Das sind immerhin zwei pro Tag. Fest- und Krankheitstage eingeschlossen. Das bestätigt einmal mehr die These, dass die Welt ohne sympathische Spinner um einiges langweiliger und grauer wäre.
Die Arbeit von Peter Kordt war mit der Visionierung der Filme natürlich noch längst nicht abgeschlossen. Er musste ja noch eine Ordnung finden, die dem Leser das Auffinden bestimmter Zitate ermöglicht. Zugegeben, keine einfache Aufgabe. Die Filme sind nach ihren deutschen Verleihtiteln geordnet. Das ist vertretbar, weil die Originaltitel und auch Alternativtitel im Register aufgeführt sind. Das Darstellerregister nennt alle Zitatnummern, an denen ein bestimmter Schauspieler beteiligt ist. Und das Regisseur-, bzw. Autorenregister gibt die erste Nummer des jeweiligen Films an. Aber vergessen wir nicht, dass Filme synchronisiert werden. Kurz: Der Autor unternahm viel, um dem Leser das Auffinden von Zitaten zu erleichtern. Und trotzdem musste ich mich an sein System erst gewöhnen. Ich kann aber verstehen, dass Peter Kordt auf ein viertes Register verzichtete, das die Anfänge der Zitate aufgenommen hätte.
Mein Fazit: Läge diese Sammlung in elektronischer Form vor, wäre das Auffinden eines Zitats noch einfacher. Aber irgendwie muss die immense Arbeit von Peter Kordt auch bezahlt werden. Und das ist eben durch den Verkauf eines Buches noch immer einfacher als mit dem Internet. Film- und Zitatenliebhaber werden die 15¤ bestimmt gerne ausgeben. Ich kann sie dazu nur ermuntern.