Ich sag's nur dir... von James Henry Burson:
"Der Autor beschreibt schonungslos, so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, seine Kindheit, die alles andere als liebevoll war." Schon nach der Geburt fing die Odyssee mit dem Säuglingsheim und später auch mit mehreren Pflegefamilien an, wo man ihn von Anfang an seine Persönlichkeit/ Menschenwürde nahm. Obwohl sein richtiger Name James Henry war, drückte man diesem kleinen Jungen entweder ein Jens oder sogar Tschens aufs Auge, was wieder einmal mehr deutlich macht, wie egal er diesen Pflegeeltern war. Es hat mich zu Tränen gerührt, zu sehen, dass dieser kleine Junge oft in der Lauerstellung am Fenster ausgeharrt hat, immer die Angst im Nacken, jeden Moment wieder zu fremden Menschen abgeschoben zu werden. Auch war sein Bett der einzige Rückzugsort, um als Kind zu flüchten, zu weinen und sich selbst zu trösten. Wie grausam für ein Kind wie James, der sich eigentlich immer nur nach ein wenig LIEBE gesehnt hat, die er erst zum Schluss seiner Bücher in Worte fassen konnte! Als Leser/in erkennt man schon sehr früh, welch liebevolle Eigenschaften in James verborgen waren, wie zum Beispiel sein Gerechtigkeitssinn, den er im jugendlichen Alter dann oft mit körperlichen Auseinandersetzungen durchgeboxt hat und so dadurch manchmal mit dem Gesetz in Konflikt geriet. James war aufmüpfig, sehr interessiert und wißbegierig und setzte sich schon früh für andere Heimbewohner/Menschen ein, auch wenn es für ihn dadurch mit Strafen/Zurechtweisungen verbunden war. Der Autor hat in seiner Vergangenheit viele schlimme, psychische, physische, mentale Grausamkeiten durch Erwachsene erleben müssen, die ich im Einzelnen gar nicht mehr hier aufführen möchte, weil es sonst den Rahmen sprengen würde. Zum Glück gab es damals auch sehr liebevolle Menschen in seinem Umfeld, wie seine Omi aus der Einfahrt, der alte Seemann, Gerhard, Tante Jänicke, seinen Vormund und die Gräfin, mit deren Liebe er sich als Kind/Jugendlicher/Erwachsener auf seinem sonst so steinigen Lebensweg weiterentwickeln konnte. Diesen liebevollen Menschen möchte ich zutiefst meinen Dank aussprechen, weil sie letztendlich das kleine Licht am Ende des Tunnels für den Autor James Henry Burson waren! In Teil 2 beschreibt James den beruflichen Werdegang, wo er sehr häufig mit anderen Menschen aneinander gerät, weil ihm Ungerechtigkeiten zuwider waren, die häufig in blutige Auseinandersetzungen endeten. Obwohl sein Lebensweg nicht gerade auf Rosen gebettet war, läßt der trockene Humor von James doch häufig die Bauchmuskeln zum Einsatz kommen. Trotz seiner manchmal sehr schlimmen Ausdrucksweise, die er früher nicht anders einzusetzen vermochte, ist es eine absolute Leseempfehlung!!! Es ist wichtig, mit solchen Biographien auf/wachzurütteln, damit Kinder solch schlimme Verletzungen nie mehr erleiden müssen und die Liebe erfahren, die eigentlich selbstverständlich sein müßte!
Leider sieht die Realität anders aus...!
Ich danke James für seine Offenheit, seine unerschrockene Ausdrucksweise, sein aufdecken vieler Mißstände/Ungerechtigkeiten und dafür, dass aus ihm ein so liebenswerter, grundehrlicher, hilfsbereiter Mensch geworden ist, obwohl man seine Menschenwürde damals mit Füßen getreten hat.
Danke James, dass es Menschen wie dich gibt, der Licht und Liebe in die Herzen der Menschen zaubert :-))