Einmal um die Welt zu radeln - der Traum jedes radbegeisterten Globetrotters. Heinz Helfgen hat ihn für sich 1954 wahr gemacht. Er lässt sein Arbeitslosenleben zurück und macht sich mit einigen Mark und seinem Patria WKC Sportrad auf, rund um die Welt. 1954 war der Tourismus nicht gar so verbreitet wie heute, auch Fahrräder waren weniger verbreitet. Und so erregt Helfgen überall unterwegs Aufsehen. Seine Route führt ihn über den Balkan, den Nahen und Mittleren Osten durch Indien nach Südostasien, er gerät in den Indochinakrieg, besucht Japan und die Vereinigten Staaten, radelt durch die Karibik bis Brasilien. Dabei begegnet er den unterschiedlichsten Menschen: Vom Radsportler bis zum Straßenräuber, vom Bettler bis zum Sultan, vom Schriftsteller zum Piloten. Jede Begegnung, von der berichtet, ist so unglaublich, dass man fast an Karl May denkt, der sich ja alle seine Erlebnisse ausgedacht hat. Aber Helfgen nicht. Er ist mit seinem Rad an Tigern vorbeigeradelt, durch Flüsse geschwommen, im Kriegsgebiet gewesen und und und.... Man kann das absolut spannende Buch nur am Stück verschlingen. Es sind nicht allein die unglaublichen Erlebnisse und Begegnungen Helfgens, das Buch ist auch ein interessantes Zeitdokument, denn Helfgen berichtet natürlich auch von der politischen Situation in den Ländern, die er durchradelt. Und so macht er jeden Versuch, selbst die Welt zu umradeln, ein bisschen lächerlich, denn solche Erlebnisse kann man heute einfach nicht mehr haben (oder?). Auf jeden Fall ist „Ich radele um die Welt" ein Muss für alle radfahrenden Globetrotter und solche, die zumindest davon träumen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)