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Ich muss erzählen: Mein Tagebuch. 1941-1945
 
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Ich muss erzählen: Mein Tagebuch. 1941-1945 [Taschenbuch]

Mascha Rolnikaite , Dorothea Greve
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Die gerettete Erinnerung
Mascha Rolnikaites litauisches Tagebuch des Überlebens
Es gibt Bücher, bei denen man weinen möchte. Man möchte weinen, auch wenn man nicht zum ersten Mal liest von dem, was hier beschrieben wird. Man möchte weinen, wenn man liest, wie ein vierzehnjähriges Mädchen von seiner Mutter und seinen kleinen Geschwistern getrennt wird. Das Mädchen kommt zur «Vernichtung durch Arbeit» ins Konzentrationslager, die Mutter, der kleine Bruder und das Schwesterchen werden in ein anderes Lager transportiert, ins Gas. Man möchte weinen, wenn man liest, wie das Mädchen im Lager mit ansehen muss, wie die SS Mütter von ihren Kindern trennt, die Kinder auf Lastwagen wirft und davonfährt. Und man fragt sich, nicht zum ersten Mal, wie ein Mensch solche Erlebnisse überleben kann, ohne daran zu zerbrechen. Mascha Rolnikaite, die junge litauische Jüdin, die durch Arbeit vernichtet werden sollte, hat überlebt. Und sie hat aufgeschrieben, was ihr und anderen widerfahren ist. Als Vierzehnjährige beginnt Mascha Rolnikaite im Juni 1941, wenige Tage nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, Tagebuch zu schreiben. Sie notiert die letzten friedlichen Stunden des Sommers in der litauischen Hauptstadt Wilna, die ersten Bombenabwürfe deutscher Flugzeuge, die Flucht der Stadtbewohner mit den abziehenden sowjetischen Truppen, die Litauen seit 1940 besetzt hatten. Das Mädchen schreibt in ihrer Muttersprache Jiddisch, sie gehört zur grossen jüdischen Minderheit Wilnas, deren Gelehrsamkeit und Religiosität die Stadt seit dem 16. Jahrhundert den Beinamen «das litauische Jerusalem» verdankt. Die Deutschen und ihre einheimischen Helfershelfer sorgen rasch dafür, dass dieser Beiname Vergangenheit wird. Juden werden zu Hunderten gejagt, erschlagen und erschossen, nur wenigen wie Maschas Vater Hirsch Rolnikas, einem Juristen, gelingt es, mit den abziehenden sowjetischen Truppen zu fliehen. Seiner Familie, die er in den Wirren der Flucht aus den Augen verliert, glückt es nicht, Wilna zu verlassen. Die Mutter, die grosse Schwester, Mascha und die kleinen Geschwister kommen Anfang September 1941 ins Ghetto. Über sechzig Jahre sind seit dem deutschen Einmarsch in Litauen vergangen. Mascha Rolnikaite hat das Ghetto überlebt, ebenso wie die beiden Konzentrationslager Strasdenhof bei Riga und Stutthof in Westpreussen. Ihre Mutter und ihre beiden jüngeren Geschwister sind im Konzentrationslager umgekommen, den Vater und die ältere Schwester hat sie nach dem Krieg wiedergefunden. Das Mädchen Mascha ist inzwischen eine alte Frau, die als Schriftstellerin in St. Petersburg lebt und auf Russisch schreibt. Ihr Tagebuch ist zum ersten Mal aus dem Jiddischen ins Deutsche übertragen worden. In den sechziger Jahren hatte es eine gekürzte und zensierte russische Übersetzung gegeben, von der auch eine deutsche Fassung in der DDR erschienen war. Mit diesem Tagebuch hat es eine besondere Bewandtnis: Es handelt sich um ein «erinnertes Tagebuch», wie in ihrem kenntnisreichen Vorwort die Journalistin und Baltikum-Spezialistin Marianna Butenschön schreibt. Denn Mascha Rolnikaite hat ihre Aufzeichnungen – geschrieben unter Lebensgefahr und auf jedem nur erreichbaren Fetzen Papier – aus dreieinhalb Jahren nur zum Teil retten können. Nach der Befreiung durch die Rote Armee schrieb sie das Verlorengegangene aus dem Gedächtnis noch einmal auf, nicht als nachholende Tagebucheintragung, sondern als Prosatext. Der Quellenwert dieses Tagebuchs mag daher nicht dem Viktor Klemperers oder Anne Franks (als «unsere Anne Frank» galt Mascha Rolnikaite in der Sowjetunion) entsprechen, eben weil die Primärquelle nicht mehr existiert – die ursprünglichen Aufzeichnungen hat Mascha Rolnikaite nach dem Krieg vernichtet. In ihrer beklemmenden Stärke ist die Prosa der jungen Litauerin aber etwas ebenso Eigenständiges, das es an Eindringlichkeit und Lebendigkeit mit den beiden berühmten Tagebüchern aufnehmen kann. Mascha Rolnikaite hat sich schreibend zur Wehr gesetzt. Sie hat eine Dramaturgie des Schreckens verfasst, der man gebannt und erschüttert bis zur letzten Seite folgt. Cord Aschenbrenner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 02.10.2002
Das Tagebuch aus dem Wilnaer Ghetto hat nicht zuletzt durch seine ungewöhnliche Geschichte, die von Marianne Butenschön im Vorwort erzählt wird, Volker Ullrich beeindruckt und seine Besprechung ist als Aufmacher für die Rezensionen der Politischen Bücher in der Messebeilage gewählt worden. Das Tagebuch ist kein direkter Augenzeugenbericht, sondern ein erinnertes Tagebuch, das die Vierzehnjährige im Ghetto begonnen hatte, dann jedoch in der Zeit der Besatzung nicht retten konnte. Die Wiederherstellung verdankt sich der Tatsache, dass die Mutter ihr riet, die Aufzeichnungen auswendig zu lernen, - und so kam auch, wie Ullrich schreibt, "die durchgestaltete, literarische Qualität des Textes" zustande; gestört hat ihn allerdings an der Edition, dass der nachträgliche Blick der Erwachsenen nicht an entsprechenden Stellen kenntlich gemacht wurde. Insgesamt zeichnet Ullrich die Stationen der Besatzung und Vernichtung in Litauen nach und zitiert aus den Aufzeichnungen Rolnakaites, die vom Ghetto in Wilnius, den KZs Kaiserwald und Strasdendorf bei Riga bis zur Befreiung von Stutthof schreibend aufbewahrt hat, was ihr geschah. Ullrich betont, der Stellenwert des Buches läge auch in der kulturellen Bedeutung der litauischen Hauptstadt jener Zeit als altes jüdisches Kulturzentrum und die Tatsache, wie wenig über seine Zerstörung und Vernichtung bisher in Deutschland bekannt ist.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Packend und interessant 1. Oktober 2004
Format:Taschenbuch
Dieses Buch fesselt einen von der ersten bis zur letzten Seite. Masha Rolnikaite beschreibt ihre Erinnerungen so lebendig, daß man einerseits fast meint, dabei zu sein und alles mit ansehen zu müssen, andererseits wiederum sind ihre Erlebnisse einfach nur unvorstellbar grausam.
Für jemanden, der sich für die Zeit des Nationalsozialismus interessiert, insbesondere für jüdische Schicksale, ist dieses Buch perfekt. Es gibt einen detaillierten Einblick in das Leben in den Konzentrationslagern aus der Sicht einer Insassin und schildert die Ängste und Hoffnungen des Lebens im Ghetto.
Absolut empfehlenswert aber nichts für schwache Nerven.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Sandra Kuhn TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es gibt Bücher, die unterhalten; sie bringen ihre Leser mit urkomischen Situationen zum Lachen. Andere schaffen es die Lesenden zu Tränen zu rühren. Und es gibt Bücher, die man immer wieder weglegen und darüber nachdenken muss und die ein gewaltiges Grauen in sich bergen. Ein Grauen, dass nicht erfunden, keine Phantasie ist - sondern ein Stück wahre Geschichte. Geschrieben aus Erinnerungen, aus Erlebtem ... Mascha Rolnikaits Tagebuch "Ich muss erzählen" ist so ein Buch.
Man kann es nicht einfach so dahin und auch nicht zwischendurch lesen. Es ist eine harte, auch für den Leser, schmerzvolle Geschichte, die es zu durchleben gilt. Und doch ist es ein Muss, denn nie darf vergessen werden, was für grauenhafte Opfer gefordert wurden und wieviele Menschen ein schreckliches Ende fanden.

Mascha ist gerade 13 Jahre alt, als die Deutschen in Wilna eindringen. Die Rote Armee, die bis dahin Wilna besetzt hatte, zieht sich zurück. Die deutsche Armee zwängt die Juden in ein Ghetto, beschneidet ihnen die Grundrechte und zwingt sie einen Davidstern zu tragen. Alle Juden, die nicht arbeiten, werden nach Ponar gebracht, erschossen und in einem Massengrab verscharrt. Das Leben wird zur Qual, Todesangst plagt die Menschen ununterbrochen und die Essenrationen reichen nicht im
Geringsten. Zudem denken sich die Ghetto-Leiter immer neue Quälereien aus und pferchen die Menschen wie Tiere zusammen.
Dachte Mascha noch, dies wäre die Hölle, muss sie schon bald feststellen, dass es immer schlimmer kommen kann - als 1943 das Wilnaer Ghetto aufgelöst wurde (Mehrere Hunderttausend Juden hat man bereits umgebracht) wird Mascha von ihrer Mutter und ihren jüngeren Geschwistern Rajele und Ruwele getrennt - sie wird sie nie wiedersehen.
Zusammen mit fast zweitausend anderen bringt man sie ins Konzentrationslager Strasdenhof. Dort werden sie verprügelt und gequält und müssen unter den denkbar schlechtesten Bedingungen arbeiten und überleben. Die Essensrationen sind so gering, dass man als Leser sich kaum vorstellen kann, dass ein Mensch damit auch nur einen Monat
am Leben bleibt.
Nachdem sich die Zahl der Insassen auch hier stetig drastisch reduziert - durch Mord und Krankheit - bringt man die letzten schließlich ins KZ Stutthof. Dass hier noch schlechtere Bedingungen vorherrschen als in Strasdenhof wird schnell klar.
Als die Deutschen schließlich unterlegen sind und die Rote Armee sie immer weiter zurückdrängt, wird das KZ Stutthof evakuiert.
Alle, die nicht laufen können, werden erschossen. Mascha ist kaum mehr fähig zu gehen, kaum fähig sich aufrechtzuhalten, nur gestützt von anderen Frauen, kann sie den mehrtägigen Fußmarsch schaffen - und endlich, endlich kommt die langersehnte Rote Armee auch ihnen zu Hilfe.

Neben Mascha erlebt auch der Leser Unvorstellbares. Man ist erschüttert und traurig. Gleichzeitig auch wütend auf Menschen, die Spaß daran haben andere zu quälen; auf Menschen, die wegsehen.

Mascha Rolnikaites Tagebuch ist kein Tagebuch im eigentlich Sinn. Es sind Fragmente, angereichert mit Erinnerungen und auswendig gelernten Aufzeichnungen, geformt zu einem Ganzen, denn ein "richtiges" Tagebuch zu führen, war für Mascha nicht möglich.

Es ist eine ergreifende Geschichte, die den Leser erschüttert, die den Generationen, die erst später geboren wurden, das Grauen während des 2. Weltkrieges vor Augen führt, die die Menschen nicht vergessen lässt und auch die vielen Opfer nicht vergessen macht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unfassbar! 10. Februar 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ich habe jetzt schon einige Bücher über den Holocaust gelesen. Ich muss sagen, jedes erschüttert mich zutiefst. Auch wenn man denkt, es kann einen nichts mehr schockieren, jedesmal wird es noch schlimmer.
Ich frage mich immer wieder. Welch Herz schlägt im Körper solcher Menschen, die zu solchen Taten imstande sind. Ein menschliches kanns nicht sein.

Sehr berührt hat mich auch der Schluss. Die Autorin BEDANKT sich, dass wir das Buch gelesen haben. In der heutigen Zeit sehe ich es fast als Pflicht an, diese Bücher zu lesen. Die nicht etwas Geschichtliches vermitteln, sondern nur ein Gegenwart die einige Jahre zurück liegt.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
Sehr emotional!
Diese Geschichte ist so traurig, grausam...einfach unfassbar.
Teilweise musste ich das Buch zur Seite legen und das Geschriebene erst einmal "sacken lassen"
So ein Buch... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Candy veröffentlicht
Danke, liebe Mascha!
Es ist doch so: Jeder, der ein bestimmtes Buch sich vornimmt zu lesen, weiß im Großen und Ganzen, worauf er sich einlässt und was ihn erwartet. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von R. Breuer veröffentlicht
Man muss es lesen !!
Ich habe auch schon viele Bücher gelesen,die von der NS-Zeit handeln.
Aber dieses Buch ist eins der Bücher,die noch lange im Gedächtniss bleiben.. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Oktober 2009 von J. Daebner
Tief beeindruckt...
Macha, vielen Dank dafuer, dass es Sie gibt!
Vielen Dank fuer die Erinnerungen, fuer die schrecklich unertraegliche Wahrheit ueber Ihr Leben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Juni 2009 von L. Farber
Ich muss erzählen: Mein Tagebuch 1941-1945
Das Buch kam in sehr gutem Zustand bei mir an. Ich habe es in eine einem Rutsch gelesen (hat mich fast die ganze Nacht gekostet), aber ich konnte es nicht mehr weglegen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. April 2009 von Margit Walter
Schockierend!
Dieses Buch ist einfach fesselnd und schockierend zugleich. Man kann sich garnicht vorstellen, wie authentisch und grausam dieses Mädchen ihre Erlebnisse beschreibt!
Veröffentlicht am 5. August 2008 von Katharina Krause
5 Sterne sind hier zu wenig
Dieses Buch gehört zu den allerbesten zum Thema Holocaust.
Es ist Mascha Rolnikaites Tagebuch das sie in dieser Zeit verfasst hat und das sie auswendig lernte. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. März 2008 von Robert
es muss sein
man muss sowas einfach lesen, um zu erfahren, zu welchen grausamen taten menschen in der lage sind und was diese anderen menschen, ja ihresgleichen antun. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Januar 2006 von S. Mascher
Einfach unfassbar!
Also ich beschäftige ich mich erst seit kurzem mit diesem Thema, aber ich muss sagen, persönliche Erinnerungen sagen mehr als tausend Dokumentationen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. November 2005 von "missi24"
Das Buch hat mich sehr bewegt und ergriffen!!!
Dieses Buch hätte nochmal 5Sterne verdient. Als ich es anfing zu lesen konnte ich es garnicht mehr aus der Hand legen. Es war so bewegent und unheimlich traurig. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. August 2004 von susi75
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Die Auseinandersetzung der Nachkommen von Überlebenden mit dem Thema Holocaust 0 23.02.2010
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