ich hab es in einem Rutsch gelesen und es gefällt mir. Besonders gut fand ich, wie ambivalent sie ihre Eltern sieht und wie schwierig ihre Situation war, ohne in Selbstmitleid zu rutschen. Das Wurzellose ist sehr gut nachzuvollziehen und ich war besonders verblüfft über eine Szene bei einer Talkshow, bei der eine Frau mit sehr schwerer Kindheit ihr sagte, sie hätte nicht mit ihr tauschen wollen und Allegra konnte das gar nicht verstehen. Man hat eben immer nur seine Geschichte als Richtwert und vergisst, dass andere durchaus eine Tragik darin sehen können, die einem nicht so vorkommt, weil man Freud und Leid darin untergebracht ist und das das eben eigenen Leben ist, bei dem das Leben der Show untergeordenet wurde und die eigenen Gefühle hintenan stehen. (langer Satz. :) Andererseits sieht/sah? sie sich ja durchaus als eine Art It-Girl, dass mit gewissen materiellen Ansprüchen groß geworden ist. Ich wünsche ihr, dass sie jetzt, nach dem Tod ihres Vaters, dem sie immer näher sein wollte als er ihr, auch wenn er anwesend war, wurzeln kann. Mir kommt sie vor, als würde ihr das irre gut tun. Mir fällt da gerade Cosma Shiva Hagen, die ja auch so ein Nomadenleben hatte und die wohl mal sinngemäß gesagt hat, Stabilität zu wollen. Also, viel nachgedacht, reflektiert und querassoziiert, ein Buch, das bei mir nachgewirkt hat und dabei spannend war wie ein Thriller.