Zuerst einmal: Dieses Buch ist keine Besprechung des Märchens der Froschkönig. Dieses Buch beleuchtet das Märchen Der "Froschkönig" mit der paartherapeutischen Erfahrung von Hans Jellouschek und umgekehrt beleuchtet das Märchen typische Paarprobleme von Väter-Töchtern (Froschprinzessinnen) und Mutter-Söhnen (Froschmänner): von Männern, die in einer weiblichen Welt aufwachsen, mit Frauen, die in einer männlichen Welt aufwachsen.
Jellouschek selbst ist stark geprägt von der Transaktionsanalyse (Tatsächlich gibt es ein extrem schwergewichtiges, langes Vorwort von Angela Seifert zur Transaktionsanalyse). Im Gegensatz zu (zum Beispiel) den Jungianern kommt hier das Märchen in seinem eigenen Recht nicht vor. Dennoch wird praktisch jeder Satz sinnvoll in Jellouscheks Erfahrung eingeordnet. Manchmal wird sogar noch zusätzliches beschrieben. Besonders interessant fand ich hier das Konzept der psychologischen Scheidung als schwierige, manchmal längliche, oft nicht glückende Phase zwischen dem Wurf des Frosches und der Verwandlung des Prinzen.
Am wenigsten gefallen hat mir die Reduktion vom treuen Heinrich als Kräfte von denen der Froschmann abgeschnitten war. Ja und die Bezeichnung Froschmann ist mir ein etwas zu wenig liebevoll.
Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch mit vielen wertvollen Anregungen.