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'Ich bin der letzte Mohikaner'
 
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'Ich bin der letzte Mohikaner' [Gebundene Ausgabe]

Henriette Kaiser , Joachim Kaiser
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 397 Seiten
  • Verlag: Ullstein Hardcover (9. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3550086970
  • ISBN-13: 978-3550086977
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 207.962 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Vermengt mit einigen seiner berühmtesten Kritiken und Aufsätze (von insgesamt 8000) und auch den Vater nicht schonenden persönlichen Befragungen von Henriette Kaiser durchwandert der Leser noch einmal einen ungemein vielseitigen und wieder lebendig werdenden Kosmos der bundes-republikanischen Zeit- und Kulturgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dazu gehören Begegnungen mit Autoren wie Günter Grass und Max Frisch oder Musikern wie Leonard Bernstein und Artur Rubinstein. Für jeden einigermaßen kulturell interessierten Leser ein ungemein spannendes Buch, woran die Tochter und Filmemacherin Henriette Kaiser, die zuvor schon ein TV-Porträt über ihren Vater gedreht hat («Musik im Fahrtwind») einen nicht unwesentlichen Anteil hat.« dpa/Mommert/14.10.08 »Die Beobachtungen der Tochter, die Einlassungen des Vaters ergeben ein pralles Porträt.« FOCUS/ 13.10.08 »Immerhin scheinen die Kaisers Humor zu haben, und das ist das Schöne an diesem Buch. Das Zwinkern zwischen den Zeilen, das sagt, ja, ja, so viel Erhabenes auf einem Fleck, so viel Gewusstes um des Wissens willen und so viele schrecklich berühmte Leute und überlebensgroße Tote...« DER TAGESSPIEGEL/ 11.10.08/Christine Lemke-Matwey »Wer an der Person Joachim Kaiser interessiert ist - und es lohnt sich, ihm in diesem Buch zu begegnen -, wer darüber hinaus etwas erfahren will über die Kunst und ihre Interpreten, ist mit diesem Band bestens bedient.« MÜNCHNER MERKUR/ 28.10.08/ Sabine Dultz »Für kulturell interessierte Leser ist dies ein ungemein spannendes Buch.« HAMBURGER ABENDBLATT/ 18.10.08 »Nun hat Tochter Henriette Kaiser eine Biografie ihres Vaters vorgelegt, die den Blick freilegt auf das bewegte Leben des Intellektuellen, der in jungen Jahren mit einer einzigen Adorno-Besprechung bekannt wurde, und darüber hinaus eintauchen lässt in eine Zeit, in der das geschriebene Wort noch Macht besaß; in der ästhetische Kontroversen messerscharf geführt wurden und schon mal die gesamte Seite eins des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung der Rezension eines Violinkonzertes gewidmet wurde.« SAARBRÜCKER ZEITUNG/ 31.10./1./2.11.08/Johannes Kloth »Die Erinnerungen des 1928 geborenen Universalgelehrten laden zu einem kurzweiligen Streifzug durch die Welt der schönen Künste ein.« dpa/ 12/08 »Ein enorm reiches, belehrendes Buch. Amüsant ist es vor allem auch.« BÜCHER/ Dez. 08/Jan. 09 »Ein äußerst farbiges, ja geradezu pasticcohaft-buntes, gut lesbares Erinnerungsbuch« NÜRNBERGER NACHRICHTEN/ 06.12.08 »Dieses Lebenswerk ist auch ein Spiegel der Kultur der Bundesrepublik mit allen schillernden Eigenarten.« hannoversche Allgemeine / 17.12.2008 / Rainer Wagner »Die Memoiren sind ein spannender Kosmos der bundesdeutschen Zeit- und Kulturgeschichte.« Augsburger Allgemeine / 18.12.2008 / Alois Knoller »Ein Stück Kulturgeschichte.« Der Tagesspiegel / 18.12.2008 »...die Bilanz eines Lebens, das unerschöpflich scheint.« Märkische Oderzeitung / 13.-14.12.2008 / Peter Liebers

FOCUS/ 13.10.08

»Die Beobachtungen der Tochter, die Einlassungen des Vaters ergeben ein pralles Porträt.«

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von MG
Format:Gebundene Ausgabe
Am Ende ist dieses Buch doch die Autobiographie, die JK nie hatte schreiben wollen. JK erzählt nicht nur von allen wesentlichen Stationen seines Lebens, sondern spricht auch über alle Themen und alle Erlebnisse, die sein Leben geprägt haben und ihm wichtig sind.

Der häufigste Vorwurf, den ich von anderen Leuten über dieses Buch gehört habe, ist der über die Selbstbessenheit von JK. Ich kann bei diesem Vorwurf nur mit den Achseln zucken. Wenn einem erst mal klar ist, dass Selbstbessenheit im Grunde die Voraussetzung für jede höhere geistige Produktivität ist, erscheint einem dieser Vorwurf schlicht albern.

Denn gerade die Tatsache, dass JK aufgrund seines Selbstbewußtsseins eine eigenständige geistige Erscheinung ist, hebt ihn über die zahllosen Kritikertrabanten hinaus und gibt seinen Äußerungen Gewicht.

Wenn er etwa Adorno, dem er sicher viel verdankt, rückblickend doch nicht ganz unkritisch gegenübersteht, nimmt man durchaus ernst, was aus dem Munde der meisten anderen wie billiger Revanchismus gegenüber einer Erscheinung, der man geistig nicht gewachsen ist, klingen würde.

Für jemanden, der sich kaum oder gar nicht für die großen Werke der Literatur und Musik, die JK wichtig sind, interessiert, muss das Buch todlangweilig sein. Für den interessierten ist es ein Füllhorn an anregenden Einsichten.

Ursprünglich dachte ich, es sei lediglich eine Zweitverwertung des Filmes von Henriette Kaiser, doch ist es viel reichhaltiger und gewichtiger als der Film. Es enthält eine Vielzahl von wichtigen Rezensionen und viele hochinteressante summarische Ausführungen über große Dichter, Komponisten und Künstler, die zum Teil durchaus überraschend sind.

Gleichzeitig liegt über dem ganzen Buch auch ein etwas melancholisch resignativer Zug. JK spürt selber, dass mit ihm auch eine Epoche zu Ende geht.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Nun, am Ende des Buches und nach Lektüre der bisherigen Rezensionen, habe ich mich entschlossen dem Buch die volle Stern-Wertung zu gewähren. Es war zumeist ein großes Vergnügen Kaisers's Erzählungen zu lesen. Ich stimme hier auch jenem Rezensenten zu, der den Beitrag der Tochter Joachim Kaiser's für verzichtbar hielt und die die Autorenschaft (zumindest am Buchcover) für sich beansprucht. In einer allfälligen Neuauflage könnte man hier das Buch mit Qualitätsgewinn etwas kürzen. Sorry, Frau Kaiser.
Joachim Kaiser, der im Buch mehrfach auf seine Freundschaft mit Marcel Reich-Ranicki hinweist, klingt in seiner kulturellen All-Gebildetheit bei weitem nicht so abgehoben wie sein Kritikerfreund. Er bekennt auch freimütig seine eigenen Wissenslücken, wie z.B. die darstellenden Künste oder auch die Geografie. Letzteres Manko ließ mich als Salzburger gleich zu Beginn des Buches zusammenzucken als behauptet wurde er fahre mit dem Zug in Salzburg am Hotel "Österreichischer Hof" vorbei oder als später darauf hingewiesen wurde auf der Zugfahrt von Wien nach München den Chiemsee nicht als solchen wahrnehmen zu können, da die Anzahl der Seen eine eindeutige Identifikation verbieten würde. Da wurden wohl ein paar Reisen - vielleicht eine quer durch die finnische Seenplatte - durcheinander gebracht.
Nichts desto trotz. Oft musste ich beim Lesen schmunzeln. Etwa wenn Thomas Mann in den Mund gelegt wird, er habe Straussens "Rosenkavalier" mit der Aussage "Vier Stunden Getöse um einen reizenden Scherz" abqualifiziert. Hier fühlte ich mich in meinem eigenen Urteil bestätigt. Oder bei Kaiser's spät entdeckter Liebe zum Radfahren und der Aussage "Wer mit dem Auto in die Stadt fährt muss ein Idiot sein". Auch hier wieder: Volle Zustimmung!
Ich selbst bin kein Musiker. Klassische Musik "rührt mich an", wie es an anderer Stelle des Buches heißt, ohne den musikalisch-technischen (damit meine ich Tempi, Tonlagen...) auch nur ansatzweise wissend zu erkennen. Gerade deshalb ist die Lektüre auch anregend und motiviert zu intensiverer Beschäftigung mit klassischer Musik.
Andere Musikrichtungen wie Jazz oder Pop lehnt Kaiser bekennend ab. Dieses Bekenntnis ehrt ihn insofern, als er nicht behauptet, dass diese Form der Musik "Mist" oder ähnliches sei, was sein Kritikerfreund wohl machen würde. Somit bleibt dieser Großkritiker auch am Boden der Realität und als begeisterter Feuilletonleser wünsche ich mir, dass der Stamm der "Mohikaner" nicht aussterben möge, insofern dieser der Ursprung von Kritikern dieser Qualität ist.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Neben Marcel Reich - Ranicki, der unlängst eine nicht ganz unumstrittene Vorstellung im Fernsehen gab, indem er den Deutschen Fernsehpreis anlehnte und das Fernsehen pauschal als Quatsch verurteilte, ist der mittlerweile auch schon 80-jährige Joachim Kaiser einer der letzten Großkritiker der deutschen Kulturszene, eben einer der "letzten Mohikaner".

Unter eben diesem Titel hat Joachim Kaisers Tochter Henriette, die als Fernsehjournalistin und Schriftstellerin arbeitet, zusammen mit ihrem Vater eine ganz besondere Form der Biographie geschrieben, die sich liest wie eine Kulturgeschichte Nachkriegsdeutschlands bis zur Gegenwart.

Joachim Kaiser war es stets wichtig, die Bewahrung der Tradition, ja, wenn es sein musste, der ganzen Abendlandes hervorzuheben, und das schon ganz früh.
"Wir Jungen nahmen damals Kunst, Bildung und Intellektualität viel ernster, als es heute üblicherweise der Fall ist -aus einem ganz besonderen Grund. Wir hatten in der Jugend die Freiheitsberaubung durch eine Diktatur und einen Krieg erlebt. Wir wussten, wie wichtig Freiheit ist. Das wollten wir in unserer Arbeit zum Ausdruck bringen."

Und diese Freiheit kostete der junge Kritiker aus. Er schrieb über Musik, über Theater, über Literatur. 50 Jahre hat er für die Süddeutsche Zeitung geschrieben. "Im Falle des Falles, schreibt Kaiser über alles" - so hieß es dort oft.
Seine Tochter Henriette hat in diesem Buch durch ihre Art des Fragens ihren Vater zu sehr eindrucksvollen Antworten "verführt", bei denen sich wieder einmal sein fast grenzenloses Selbstbewusstsein offenbart, ohne das man (siehe Reich-Ranicki) wohl nicht zum Kritikerpapst aufsteigen kann. Oft langweilt sein pathosgeschwängertes, langatmiges Reden, doch dann wird es plötzlich abgelöst durch eine Erkenntnis, die man unbedingt gleich festhalten möchte.

Kaiser ist ein echter Verfechter der Hochkultur, der die Hoffnung nicht aufgibt:
"Die Chance, auf die wir alle hoffen, besteht darin, dass plötzlich ein Widerstand der Konsumenten erwächst: Nein, wir wollen diesen Quatsch nicht mehr mitmachen, wir wollen endlich wieder Brot statt Steine."

Nur, liebe Kritiker: wer definiert, was Brot ist und was Steine ? Die Grenze zum bildungsbürgerlichen Hochmut gepaart mit der Verachtung der Dummheit der Unterschicht ist schmal und auch wir hier als Rezensenten von Büchern sind nicht dagegen gefeit.
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