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Ich lass mich nicht behindern
 
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Ich lass mich nicht behindern [Gebundene Ausgabe]

Gerald Metroz
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Scherz; Auflage: 1. Auflage (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3502180709
  • ISBN-13: 978-3502180708
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 577.034 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Gérald Métroz weiß um seine Wirkung. Der Schock angesichts des Menschen, der uns da vom Buchdeckel gelassen und herausfordernd anblickt, ebbt jedoch mit zunehmender Lektüre ab -- und verwandelt sich in Bewunderung angesichts des zähen Willens und der Lebensfreude dieses außergewöhnlichen Mannes. Schenkte man ihm heute seine Beine wieder, die ihm im Alter von zweieinhalb Jahren ein Zug vom Rumpf abtrennte, so der Autor lakonisch, er würde nichts mehr damit anzufangen wissen.

Mithilfe des Journalisten Jacques Briod durchstreift Métroz noch einmal sein Leben, das an jenem unheilvollen Dezembertag des Jahres 1964 in Sembrancher, einem kleinen Ort in der französischen Schweiz, beinahe ein frühzeitiges Ende gefunden hätte. Ein Blick jedoch in die freudestrahlenden Augen ihres Kindes beim Erwachen nach der Operation -- und für Géralds Eltern stand fest, ihr Junge ist nicht todgeweiht, sondern für das Leben bestimmt.

Nach seinem Unfall kurzfristig zum Medienstar befördert, wurden ihm in einer deutschen Spezialklinik seine ersten Prothesen angepasst, eine Tortur, die sich selbst beim Lesen schmerzlich nachvollziehen lässt. Normalität wurde fortan zum Verdrängungsprinzip erklärt. Géralds sehnlichster Wunsch, zu sein wie alle anderen, machte den Sport zu seinem Lebensinhalt. Mit Erfolg. Der kleine Eishockey-Torwart ohne Beine war wenig später als Sensation in aller Munde.

Für Nichtbehinderte kaum nachzuvollziehen, die mühseligen Alltagsverrichtungen in einer wenig behindertengerechten Welt voller Fallstricke. Offen berichtet Métroz über die Eigenheiten seines Körpers. Wer wusste, dass Beinamputierte einen enorm hohen Blutdruck besitzen? Schlitzohrig dezent, ergeht er sich auch in viel sagenden Andeutungen über gewisse gewinnbringende erotische Varianten.

In Géralds späterem Leben vollzieht sich eine mentale Wandlung. Selbstbewusst entledigt er sich der Prothesen und konfrontiert seine Mitmenschen mit seinem Körper. Sein Wille scheint unbändig: Teilnahme im Rollstuhl-Basketball bei den Paralympics, schließlich Sportjournalist und Eishockey-Manager. Ehrfürchtig staunt man, wie sich ein immenser Verlust nach zähem Ringen in einen absoluten Gewinn für das Leben wandelte. --Ravi Unger

Kurzbeschreibung

Gérald Métroz hat keine Beine mehr, und er kann sich auch nicht erinnern, je welche gehabt zu haben. Er war zwei Jahre alt, als ihm ein Zug beide Beine abtrennte. Doch als Jugendlicher hat Gérald nur ein Ziel: sein wie alle anderen, stets dabei sein. Schon als Zehnjähriger steht er mit Prothesen beim Eishockey als Torhüter auf dem Eis, später studiert er Soziologie, Englisch und Geschichte und arbeitet als Sportjournalist für Zeitungen und Radio. Nie wäre Gérald Métroz in jener Zeit ohne Prothesen auf die Straßen gegangen, das war bequem für seine Mitmenschen, die nicht mit seiner Behinderung konfrontiert wurden, aber höchst unbequem für ihn. Mit 25 verabschiedet sich Gérald von der Idee, zu sein wie alle anderen. Er qualifiziert sich im Rollstuhl-Tennis für die Paralympics in Atlanta, schreibt zwei Bücher, reist ausgiebig und entwickelt ein neues Selbstbewusstsein. Heute sagt der 39-jährige, international bekannte Eishockeyagent von sich: »Würde man mir meine Beine wieder schenken, ich würde sie nicht mehr wollen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wer definiert "behindert"? 20. Oktober 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn man das Titelbild sieht, ist man irritiert - man muss zweimal hinschauen, um zu bemerken, dass Gerald Metroz' starker, Persönlichkeit ausstrahlender Körper fehlerhaft ist: ihm fehlen beide Beine. Gerald wurde als Kind von einem Zug überfahren, die Beine mussten ziemlich hoch am Oberschenkel amputiert werden. Aber er hat gelernt, damit zu leben. Mehr noch: wäre Metroz der, der er heute ist, wenn er diesen Unfall nicht gehabt hätte?

"Ich lass mich nicht behindern" ist eine interessante, stellenweise spannende Biografie eines Menschen, der sich tatsächlich von seinem Handicap nie "behindern" liess. Gerald Metroz wurde zu einer Persönlichkeit in der Welt des Sports, und das nicht nur im Behindertensport. Er beschreibt sein Leben recht nüchtern, doch nicht ohne einen gewissen Stolz und gewiss mit mutmachendem Augenzwinkern an andere Betroffene.

Leider ist "Ich lass mich nicht behindern" ein recht schmales Büchlein. Metroz hat seine 40 Lebensjahre, gespickt mit Briefen und Berichten von Eltern und Freunden, nicht unnötig ausgedeht. An einigen Stellen jedoch wünscht man sich etwas mehr Tiefe, hätte gern noch einen weiteren Einblick in sein sicher nicht leichtes Leben gewonnen. Sei's drum: eine gute Autobiographie, ein faszinierender Mensch.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Klarsolo
Format:Gebundene Ausgabe
Da sitzt der Gérald Métroz auf dem Titelbild und blitzt den Leser herausfordernd an, so als ob er sagen würde "Ich habe keine Beine...na und?" Ich musste angesichts dieses Bildes erst mal schlucken, aber dann war auch mein Interesse sofort geweckt. Ich selber hatte in meinem Leben eigentlich noch nie persönlich mit behinderten Menschen zu tun und wollte daher mehr über Gérald's Geschichte lernen, auch darüber, wie er möchte, dass mit ihm umgegangen wird. Was ich bekam war ein kurzer (nur 175 Seiten langer) Einblick in das Leben eines Mannes, der sich von seinem Schicksal nicht nur nicht unterkriegen ließ, sondern im Gegenteil noch Energien freisetzte, die wohl viele "ganze" Menschen noch nicht einmal ansatzweise aufzubringen bereit wären. Er behauptet sich im Berufsleben, im Sport (Eishockey!) und reist im Jahr 1996 als Tennisspieler mit zu den Paralympics in Atlanta. Ebenso lernt er Gitarre spielen und engagiert sich mit Freunden in Projekten für Behinderte in der dritten Welt. Da kann ich nur sagen "Echt stark, wären doch nur alle Menschen so energiegeladen!"

In diesem Punkt setze ich aber auch meine erste Kritik an: es ist nicht wirklich ersichtlich, für wen dieses Buch geschrieben wurde, ob nun für andere Körperbehinderte oder für "Normalos", damit sie besser wissen, wie "es" ist. Im Idealfall für beide Zielgruppen, wobei ich mir dann aber unsicher darüber bin, wie andere Behinderte auf Gérald's Schilderungen reagieren: einerseits motiviert seine Geschichte natürlich, aber andererseits ist sie auch ein wenig demotivierend, denn er kam mir beim Lesen wirklich wie eine Art Superman ohne Beine vor. Ich kann mir vorstellen, dass viele andere sich sehr schwer damit tun, ihre Behinderung überhaupt erst zu akzeptieren (ich wäre auf jeden Fall so), aber Gérald hatte damit anscheinend von Anfang an kaum Probleme. Bemerkenswert, aber wie ich schon sagte, für andere Körperbehinderte vielleicht eher abschreckend. Selbst "normale" (vielleicht sollte ich eher sagen "ganze") Menschen können angesichts dieses unerschütterlichen Energiebündels fast schon Komplexe bekommen. Für diese zweite Zielgruppe sind außerdem zu wenig Informationen über wichtige Themen enthalten, zum Beispiel über die von mir eingangs bereits erwähnte Frage, wie man als Nichtbehinderter mit behinderten Menschen am besten umgehen sollte. Nicht dass er gar nichts darüber schrieb, aber ein Paragraph war für mich etwas wenig. Ein weiteres, grundsätzlich sehr interessantes Thema, um das er sich gekonnt drückte und nur ganz kurz ansprach war das Tabuthema "körperliche Liebe mit Behinderten". Er hätte meines Erachtens allgemein mehr die Überschneidungspunkte zwischen "beiden Welten" thematisieren sollen.

Was mir nach einiger Zeit ebenfalls unangenehm auffiel waren die sporadisch eingebauten Briefe seiner Freunde, die eigentlich nur eine Art "Gérald, du bist unglaublich, was hat es mir viel gegeben, dich zu kennen!"-Mantra darstellten. Das war anfangs wirklich noch okay und bewegend, aber kurz vor Schluß störte es mich dann doch ein wenig. Ein solches Buch würde sicherlich falsche Signale senden, wenn der Autor es zur reinen Selbstdarstellung nutzen würde. Dieses will ich Gérald nun wirklich nicht vorwerfen, aber besonders bei den besagten Briefen wäre weniger wohl mehr gewesen.

Über den in einer anderen Rezension getätigten Einwand, dass Behinderte wesentlich eingeschränkter sind, als es Gérald in seinem Buch schildert, kann ich nichts sagen, außer dass ich es mir vorstellen könnte, dass auch dieses Thema unter Umständen etwas übertrieben dargestellt wurde.

Fazit: hätte der Autor seine eigentliche Zielgruppe genauer zu erkennen gegeben, etwas weniger Selbstdarstellung betrieben und wäre er mehr auf das Zusammenleben Behinderter und Nichtbehinderter eingegangen, so wären fünf Sterne drin gewesen. So bleibt aber immer noch ein motivierendes, bewegendes Buch über einen Mann, der mit seinen harten Schicksal äußerst offensiv umgeht und sich von nichts "unterbuttern" lässt. Beeindruckend und empfehlenswert!

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bewundernswertes Leben 21. August 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch: "Ich lasse mich nicht behindern" muss man getrennt betrachten.
Als Buch ist es bisweilen eher langweilig, wenn auch nicht sehr lang. Gérald Métroz ist ein Kämpfertyp durch und durch. Er beschreibt auf den 175 Seiten sehr langatmig seine Sportlerkarierre. Das ist meistens eher langweilig, da er sich sehr an Spielpunkten und einzelnen (für ihn wichtigen) Details aufhällt.

Wenn man sich das Buch allerdings als Lebensgeschichte durchliest, ist es wahnsinnig, was man alles erreichen kann, trotz (oder wahrscheinlich gerade wegen) einer so starken Behinderung.

Das Buch ist stellenweise auch etwas mackaber überwiegend aber beeindruckend und meiner Meinung nach lesenswert!

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