43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein politisches Manifest, 10. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Ich klage an: Plädoyer für die Befreiung der moslemischen Frauen: Plädoyer für die Befreiung der muslimischen Frauen (Taschenbuch)
"Ich klage an" ist kein "durchgeschriebenes" Buch sondern eine Sammlung bereits publizierter Essays und Artikel der Autorin. Beim Lesen fällt deshalb auf, dass sich bestimmte Punkte der Argumentation an verschiedenen Stellen wiederholen. Das tut der Brisanz des Themas aber keinen Abbruch. Die Autorin spricht aus eigener Erfahrung, wenn sie den Islam als rückschrittlich und menschenfeindlich (insbesondere frauenfeindlich) anprangert. Sehr mutig demaskiert sie die teils gutgemeinten Bemühungen westlicher Gesellschaften um Toleranz gegenüber der Andersartigkeit islamischer Mitbürger als ebenso hilflos wie kontraproduktiv. Diese falsch verstandene Mulitkulti-Bewegung zementiere nur den Status Quo in diesen archaisch organisierten Gemeinschaften.
Eine überaus kluge Analyse einer mutigen Frau. Obwohl seit vielen Jahren Muslime mitten unter uns leben, wissen wir einfach zu wenig über den Islam und seine strengen Regeln. Eine Integration dieser Menschen in das aufgeklärte, westliche Wertesystem hat nie stattgefunden. Wegsehen ist einfacher als Eingreifen. Im Namen der Toleranz tolerieren wir massive Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land. Eine wirklich bittere Bilanz nach mehr als 40 Jahren Zuwanderergeschichte.
Die Probleme der nicht erfolgten Integration sind auf alle europäischen Länder übertragbar. Da die Autorin Mitglied im niederländischen Parlament ist, bezieht sich das Buch aber sehr stark auf das politische Umfeld in den Niederlanden und ist deshalb für deutsche Leser an manchen Stellen etwas sperrig.
Dennoch gibt es wichtige Denkanstöße: Offensichtliches Unrecht zu tolerieren ist falsch - selbst wenn es aus guter Absicht heraus geschieht.
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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine mutige Ruferin in der Wüste!, 12. Februar 2007
Ayaan Hirsi Ali, Tochter eines somalischen Politikers, wurde in den Niederlanden selbst zur Politikerin, nachdem sie sich genötigt sah, ihre Familie und ihr Herkunftsland zu verlassen, weil man sie zwangsverheiraten wollte.
Zwang und Unterdrückung gegenüber muslimischen Frauen scheinen in ihrer Heimat allerdings die Regel zu sein. Den wenigsten Frauen gelingt es sich der Unterjochung durch muslimische Männer und ihren patriachalisch ausgerichteten Clans zu entziehen, wie die Autorin anhand vieler Beispiele nachweist.
Die von islamischen Fundamentalisten verfolgte Verfasserin dieses Buches reflektiert die Werte der islamischen Glaubensgemeinschaft, wie etwa den der Ehre als auch den der Unterordnung. Diese beiden Werte nämlich stellen die gedanklichen Grundlagen für die rituelle Körperverletzung an jungen muslimischen Mädchen dar, deren Genitalien man - nicht selten mit einer alten Glasscherbe - verstümmelt und deren Schamlippen man mitleidlos zunäht, um dem absurden Jungfrauenkult der muslimischen Männergesellschaft Tribut zu zollen.
Kritisch setzt sich die Parlamentsabgeordnete mit der niederländischen Migrationspolitik auseinander und beklagt, dass man sich zu liberal verhält im Hinblick auf Importehen gegenüber dem fundamentalistischen Unterricht durch erzkonservative Imame, wie auch gegenüber fundamentalistisch orientierten Fernsehprogrammen.
So lassen sich Ehrenmorde , Misshandlungen an Frauen und unzählige andere Missstände als auch Probleme mit religiösem Hintergrund nicht zufriedenstellend lösen.
Hirsi Ali führt eine Reihe von renommierten Wissenschaftlern, wie etwa David Pryce, B. Lewis und K.Amstrong an, die sich differenziert mit dem Islam und seinen Folgen für die muslimische Gesellschaft befasst haben.
Mangel an Freiheit, Mangel an weiblicher Emanzipation und Mangel an Bildung erweisen sich, so das einhellige Urteil, als fatale Hindernisse für die Förderung der menschlichen Weiterentwicklung.
Die Autorin , die sich der Aufklärung verpflichtet fühlt, wendet sich gegen kulturell legalisierte Gewalt und mahnt zur kritischen Sicht muslimischen Lebens.
Sie bedauert, dass sich der Sittenkodex der Muslimen seit Jahrhunderten nicht weiterentwickelt hat. Als ein lebensfeindliches System von überkommenen Auffassungen ist der Islam fundamentalistischer Ausprägung überholungsbedürftig und sollte aus falsch verstandener Liberalität in Mitteleuroppa keine Plattform finden.
Immer wieder weist Hirsi Ali auf die Gefahren hin, die sich für die Welt aus diesen überkommenen Auffassungen ergeben.
Man kann nur hoffen, dass das Engagement dieser bemerkenswerten Frau zumindest dort, wo man sie hört und liest Resonanz findet und man sich auch von Seiten der Behörden mit der ungeheuerlichen Lebenswirklichkeit muslimischer Migrantinnen akribisch auseinandersetzt und sich bemüht deren Befreiung ernsthaft voranzutreiben.
In ihrem Herkunftsland wird diese mutige Frau wohl noch lange eine ungehörte Ruferin in der Wüste bleiben!
Leider!
Sehr empfehlenswert!
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34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dem Islam den Spiegel vorgehalten, 30. Dezember 2006
Ayaan Hirsi Alis Buch habe ich binnen weniger Tage verschlungen, es öffnet die Augen, schockiert und fesselt auf dramatische Art zugleich.
Auf schonungslose, notwendige und leider für den Westen allzu oft atypische Weise beschreibt sie den alltäglichen Horror von Millionen muslimischer Frauen - wer könnte das besser als sie selbst? Ihre eigene Biographie ist ein mutiges Zeugnis des Kampfes gegen Wegsehen, Schweigen, Unterdrückung, Terror, Zwangsheirat und weibliche Beschneidung.
Sie belässt es aber nicht nur beim bloßen Beschreiben der Lage. Mitreissend und leidenschaftlich plädiert sie für die Befreiung der Frauen aus diesem System, zeigt Wege aus der Fremdbestimmung und eine kritische Selbstreflexion des Islam.
Ein wundervolles Buch, geschrieben von einer bewundernswerten Frau, deren Mut beispielhaft für die gesamte freie Welt sein sollte.
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