Aus der Amazon.de-Redaktion
Willy von Doorselaer erzählt in seinem Roman für Kinder
Ich heiße Kaspar die Geschichte des kleinen elfjährigen Jungen Kaspar, der schon mit vier Jahren lesen konnte und seine Mutter damit in Angst und Schrecken versetzte. Was sie nicht versteht, ist, woher der Junge das plötzich kann, denn das einzige, was zu Hause von den Eltern gelesen wird, ist die Fernsehzeitschrift.
Als ihr der Kinderarzt allerdings versichert, daß Lesen-Können zwar unheilbar ist, aber man nicht daran stirbt, ist sie vorerst beruhigt. Kaspar kann sich nun in aller Ruhe den riesigen Schränken der Bibliothek von Herrn Knudde zuwenden. Und so geschieht es, daß Kaspar in der nächsten Zeit wöchentlich sieben Bücher bei Herrn Knudde ausleiht und öfter sehr abwesend ist, wenn ihn seine Mutter anspricht.
Mittlerweile ist er elf Jahre alt, die Ehe seiner Eltern ist geschieden, der Vater hat eine neue Frau, und die Mutter hat auch einige Heimlichkeiten vor Kaspar. Es muß etwas mit ihrem Chef im Supermarkt zu tun haben. Als sie einen gefährlichen Unfall hat, lernt Kaspar die Freundin seines Vaters genauer kennen und stellt fest, daß sie gar nicht ohne ist. Für seine Mutter geht er in den Supermarkt und versucht, ihre Probleme auf seine ruhige Art zu klären. Seinem Vater, der in seinem Beruf sehr unglücklich ist, bringt er mühsam den Unterschied zwischen "Müsser" und "Dürfer" bei, der doch wirklich einfach zu verstehen ist. Es dauert eine Weile, bis der Vater seinen Job an den Nagel hängt und neue Wege einschlägt.
Kaspar ist ein kluger Junge, der versucht, seiner Umwelt helfend unter die Arme zu greifen, um seine Idylle zu erhalten, die nie eine war und sich trotz aller seiner Anstrengungen ständig ändert. Er selbst verläßt am Ende des Buches die geliebte Lehrerin und geht auf eine weiterführende Schule.
Der Stil ist in der Mitte des Buches nicht einheitlich und läßt immer wieder nach. Auch der Charakter des Buben ist am Anfang interessanter geschildert als in der Mitte der Story. Ein nettes Buch, aber kein fulminantes Debüt. --Manuela Haselberger
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler
»Ein großartiges, ebenso vergnügliches wie kluges Buch. Aber bitte, bitte, geben Sie es auch Ihrem Kind.« Buchkultur
Kaspar ist elf und sein Leben ist ganz schön turbulent. Seine Mutter liegt nach einem Unfall im Krankenhaus. Kaspars Vater ist als Schuster ziemlich unzufrieden. Doch Kaspar hat eine geniale Idee, mit deren Hilfe sein Vater den Absprung schafft. Und dann ist da auch noch die unerwiederte Liebe Kaspars zu seiner Lehrerin. Wir er bei ihr je eine Chance haben?
»Eines der schönsten Jugendbücher der letzten Jahre: überbordend die Sprache, schillernd und liebenswert die Hauptfigur.« Brigitte
Willy van Doorselaer wurde 1943 in Schellebelle, Flandern geboren. Nach seinem philologischen Studium arbeitete er als Lehrer. Um sich seinen Kindheitstraum zu verwirklichen, zu schreiben, ließ er sich beurlauben. ›Ich heiße Kaspar‹ ist sein erster Roman. Die belgische und niederländische Kritik feierte ihn als das beste jugendliterarische Debüt seit Jahren.