Als sich im Kindergarten ein Mädchen das Buch ausgesucht hat habe ich sie zuerst "gewarnt" weil das Buch trotz des Rosa Umschlags kein "Rosabuch" ist. Sie wollte es trotzdem vorgelesen bekommen und als ich bei der Stelle war, dass dem Mädchen schlecht wird wenn sie zuviel Rosa und Prinzessinnen sieht, guckt mich meine Zuhörerin an und sagte: "Mir wird auch schlecht, wenn ich zuviel Rosa sehe". Und da dachte ich mir, das es gut ist, dass es für solche Mädchen auch Bücher gibt bei dem ganzen Rosawahn. Dem Mädchen in dem Buch geht es auch gewaltig gegen den Strich wenn sie Sprüche hört wie "an Dir wäre ein Junge verloren gegangen" oder auch wenn Sachen in Mädchen-(Nähen, Blumen etc) und Jungensachen(Kräne toll finden, auf Bäume klettern etc) unterteilt sind. Sie möchte sie selbst sein und machen können was sie will und dabei Mädchen sein können (schließlich hat sie lange Haare, eine Scheide und mag Spängchen)ohne sich anhören zu müssen sie sei wie ein Junge. Und das gleiche Recht möchte sie für Jungen haben die ihre Autos mit Blümchen bemalen, sensibel sind oder nähen.
Als Vorleser ist man gefordert zu erklären was ein Kinderschimmer ist (klingt so ähnlich wie Kinderzimmer ist es aber nicht)und was "sensibel" bedeutet.
Meine Tochter liebt Rosa, also werde ich ihr das Buch nicht aufzwingen oder es ihr ständig unter die Nase halten, aber es steht im Kinderbuchregal und manchmal blättert sie darin und ich sage ihr was sie sieht oder erkläre ihr was da steht und warum.
Ich finde das Buch wundervoll, weil es ehrlich ist (die Erwachsenen die ständig nach Mädchen- und Jungen- sachen/verhalten unterscheiden und die Kinder die sich manchmal so garnicht in ein Schema pressen lassen)und zeigt das es trotz HelloKitty, LilliFee und co auch anders geht.