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Produktinformation
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Etwas zu diskret vielleicht, denn nachdem die zwei Töchter Lucie und Marion geboren wurden, kommt die Liebe der beiden plötzlich abhanden. Eines Tages steht Cloé allein da mit den Kindern, und ausgerechnet der mürrische Schwiegervater Pierre nimmt sich der verlassenen Gruppe an. Gemeinsam fahren die vier in ein Landhaus, und hier offenbart der schweigsame Pierre, unter dessen Tyrannei sein Sohn Zeit seines Lebens litt und der der Icherzählerin Cloé immer wie ein einsiedlerischer "Marsmensch" erschienen war, der jungen Frau die Geschichte seiner großen Liebe, die mit Schuld, Versagen und verpasstem Glück zu tun hat: "Mein Leben ist wie eine geschlossene Faust", gesteht ihr Pierre. Und in ihrem Beisein gelingt es ihm, diese Faust -- wenn auch nur für einen kleinen Augenblick, erzählend -- zu öffnen.
Leise und fast in der Form knapper Prosagedichte entfaltet Gavalda ihre unspektakuläre Geschichte -- wie ein kleines Kammerspiel, in dem die Liebe immer wieder auch als eine existenzielle Krankheit erscheint. Ich habe sie geliebt ist ein präzises, lakonisches, überzeugendes und anrührendes schmales Bändchen geworden, dem man möglichst viele Leser wünscht. ---Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Adrien hat Chloé und die beiden Töchter verlassen. Pierre, der nicht sehr geliebte Schwiegervater Chloé siezt ihn noch immer schafft es, die Schwiegertochter mit den Kindern auf sein Landhaus zu bringen. Aufgelöst in Enttäuschung, Wut, Verzweiflung und Angst, wie es weitergehen soll, richten sich Chloés Gefühle zuerst gegen den verhassten Kotzbrocken Pierre. Er dominierte seinen Sohn, er kennt keine Gefühle und ist immer beherrscht. Doch dann hört sie etwas, was sie aus ihrem Schmerz hervorholt. Etwas so Unglaubliches, dass sie die Geschichte unbedingt zu Ende hören will: Pierre hatte mit Anfang 40 die Liebe seines Lebens kennen gelernt, es damals aber nicht gewagt, Suzanne, seine Frau, zu verlassen. Pierre, der Rationalist, hatte die für seine Begriffe wahnsinnigsten Dinge getan. Dinge, die man jedem anderen, aber nicht ihm zutrauen kann. Allerdings ist er den Weg seiner Liebe nicht zu Ende gegangen, ist bei seinem pubertierenden Sohn und seiner Frau geblieben. Nobel, aber teuer: Pierre hat das Glück, das da war, vorbeiziehen lassen, weil ihm der Mut fehlte. Und weil das Abfinden so bequem ist. Hier schließt sich die Frage an: Ist es besser dem anderen weh zu tun oder sich selbst? Dem anderen natürlich, aber dazu braucht man etwas mehr Mut.
Seit ihrem Überraschungserfolg Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet von 1999 gilt Anna Gavalda als vielversprechende Autorin. Die ausgebildete Lehrerin und Mutter von zwei Kindern leistet sich trotzdem die Unabhängigkeit und zieht es vor, einzig in dem kleinen, aber feinen Verlag Le Dilettante zu veröffentlichen.
Das minimalistisch inszenierte Hörspiel lebt von dem verdichteten und intensiven Aufeinanderprallen der beiden Protagonisten Chloé und Pierre. Die traurig-intime Atmosphäre wird durch das Akkordeon noch verstärkt. Dabei treffen die messerscharfen Dialoge mit einfachen Worten und ohne Schnörkel ins Schwarze. Aber Chloé und Pierre tragen das Ganze trotz aller Härte mit einem gewissen Humor. Jele Brückner vermittelt die Stimmungslage Chloés sehr glaubwürdig, vor allem in ihren Inneren Monologen. Ihr Gegenspieler, der Schwiegervater Pierre, überrascht mit seinen Bekenntnissen. Friedhelm Ptok meistert die Gratwanderung seiner Rolle perfekt. Nie gleitet er in Sentimentalität oder Koketterie ab. Schlicht, aber beeindruckend ist sein Plädoyer für den täglichen Kampf um die Liebe. Eine Produktion des WDR. Hörspiel, Spieldauer: ca. 65 Minuten, 1 MC. Mit Booklet. Auch als CD erhältlich. -- culture.text
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich musste sie sehen, deine Feigheit...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ich habe sie geliebt (Broschiert)
Ein ganz tolles Buch! Anna Gavalda versetzt sich in ihrem ersten Roman in die Lage des 60-Jährigen Mannes Pierre, der seine gerade von seinem Sohn Adrien verlassene und darum traurige Schwiegertochter Chloé mit ihren beiden Töchtern zu einem gemeinsamen Wochenende einlädt und dabei bekennerisch mit einer bisher verschwiegenen und unglücklich verlaufenen außerehelichen Beziehungskiste rüberkommt.Dieser Sohn habe es besser gemacht als er selbst, der er zu feige war, die eingefahrene Ehe mit Suzanne um der Geliebten Mathilde willen zu verlassen, bis diese Mathilde selbst schließlich ihn verlässt mit den Worten "Ich kann nicht mein Leben lang auf dich warten...Ich musste sie sehen, deine Feigheit, sie mit dem Finger berühren...Bleib sitzen, ich muß jetzt gehen." - Und er hatte daraufhin einen wiederkehrenden quälenden Traum für seine abgestorbene Ehe: "Dass ich einen toten Baum hinaufkletterte und mich in seinen hohlen Stamm fallen ließ." Das Recht, sich geirrt zu haben, nach langen Jahren Ehe, wer gesteht es einem zu? Und so will er seine Schwiegertochter trösten, die uns in der Ich-Perspektive von dieser Begegnung erzählt, sie sei einfach nicht richtig geliebt und wertgeschätzt worden, sei mehr wert, als sein Sohn ihr habe geben können. Wie differenziert vom erzählenden Pierre die Gefühlswelt der beiden außerehelich Liebenden Pierre und Mathilde dargestellt ist! Wie sie sich immer mehr langweilt, weil ihr der Alltag einer festen Beziehung fehlt, aus dem er doch gerade entfliehen möchte, viele Seiten bekritzelt sie sehnsuchtsvoll mit den ganz banalen Tätigkeiten, die sie sich vorstellt, mit ihm zu unternehmen. Sie führen ein unwirkliches Leben "aus lauter Punkten. Nichts. Etwas. Dann wieder nichts. Und dann wieder nichts ... Plötzlich war es ganz schnell vorbei. Wenn ich daran zurückdenke, habe ich das Gefühl, die ganze Geschichte hätte nur einen Sommer gedauert...eine Art Fata Morgana. Uns fehlte der Alltag." Ein wunderbares und nachdenklich stimmendes Buch über die Suche eines neu verliebten Ehemannes nach Glück und die prosaischen Hemmnisse des Alltags, eingespannt in Vorbildfunktionen den heranwachsenden Kindern gegenüber, und den vergeblichen Mühen der Geliebten, ihn aus diesen Ketten zu befreien. Dass dieses Buch lange die französische Bestsellerliste anführte, ist angesichts der Häufigkeit dieser angesprochenen Problematik in unserer Gesellschaft nicht ganz verwunderlich. Sehr lesenswert! (26.06.07) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aufrüttelnd und bewegend !,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ich habe sie geliebt: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Ich habe sie geliebt" ist eines der wenigen Bücher, die ich in einer einzigen Nacht verschlungen habe und am nächsten Tag wieder auf die erste Seite geblättert habe, um es ein zweites Mal zu lesen ! Das Gespräch zwischen dem Schwiegervater, der von seiner großen Liebe, verpaßten Gelegenheiten, Feigheit, Bequemlichkeit und dem einzigartigem richtigen Gefühl erzählt und seiner Schwiegertochter, die von ihrem Mann verlassen wurde, ist tief aufrüttelt, beängstigend ehrlich und regt den Leser zum bewußten Nachdenken an. Ein ganz einzigartiges Buch und obwohl sehr traurig, ein großartiger Liebesroman !
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eines der besten Bücher zum Dauerthema Mann und Frau,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ich habe sie geliebt: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch zum Dauerthema Mann und Frau - aber zweifellos eines der besten. Ein Mann verlässt seine Frau. Das ist nicht neues. Aber Anna Gavalda versteht es, der üblichen Frauen-Sicht ("Warum nur hat mein Mann mich verlassen? Was macht er gerade mit der Neuen?"), die Sicht des Mannes gegenüberzustellen. Im langen Gespräch mit dem Schwiegervater Pierre öffnet sich nicht nur für die Hauptfigur Chloé, sondern auch für den Leser ein Universum. Und gerade die gegenseitige Annäherung der so gegensätzlich Argumentierenden, ihr bisweilen vollzogener Perspektiv-Wechsel, macht das Buch so lesenswert. Denn Gavalda führt vor, dass das Nicht-Verlassen (die Entscheidung für die Ehefrau und gegen die Geliebte) ebenso ins Unglück führen kann.Wenn Pierre von der großen Liebe spricht, die er gehen ließ, um seine Familie nicht zu verlassen, spürt man: Die Gründe, warum Ehen scheitern, sind deutlich vielschichtiger als die simplen Erklärungen in gewissen Ratgebern. Für manche Ehen ist es besser, wenn sie auseinander gehen - und nach 168 Seiten weiß man, dass auch die der Hauptfigur Chloé dazu gehört. Anna Gavalda nimmt in ihrem brillanten Roman deutlich Position: Ja, es gibt die große Liebe - und sie ist es auch wert, dafür feste Bahnen zu verlassen. Das Schönste aber an diesem Buch: Als Mann versteht man hinterher die Frauen ein wenig besser. Und zweifellos begreifen auch Frauen durch "Ich habe sie geliebt" ein klein wenig, wie die Denkwelt von Männern funktioniert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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