Pressestimmen
"Und was mehr ließe sich von Poesie erhoffen, als dass sie ungeheure Augenblicke schenkt, die am Ende nicht weniger leisten, als dass sie uns des Lebens versichern." (NZZ)
Kurzbeschreibung
Seine Reisen zwischen Kontinenten, Kulturen und Epochen, seine Begegnungen, Beobachtungen und Lektüren trägt Joachim Sartorius in Ich habe die Nacht zusammen: Ein Museum zeitgenössischer Poesie, dessen Sammlungen die Reichhaltigkeit und Erschöpfung unserer Welt ins Gedicht holen. In Sprachräumen voll Laut und Licht, die sich in langen Zyklen entfalten, auf dem von intensivster Wahrnehmung gesäumten Weg zwischen Griechischer Abteilung und Orient Sektion, entsteht ein gebrochen moderner West-Östlicher Divan. Gedichte über Körper und Sinnlichkeit, Vergänglichkeit und Vergeblichkeit, finden sich im Zentrum dieser Bewegungen durch Bildarchive und Wortalben. Sie führen in den Schlusstrakt Das arktische Museum zu stoischen und ironischen Antworten auf die Frage: »Ist das Glück des Erinnerns / größer als der wirkliche Taumel der Lippen?« Es gab jede Menge Bilder, Archive, Museen. Die Jäger waren unterwegs. Einige spezialisierten sich auf die Vulva, wie sie das Leben eröffnet. Andere auf die Unendlichkeit der Musik. Sie verloren sich glücklich darin. Wieder andere erkannten sich in den festgelegten Räumen der Malerei. Wir schrieben. Die Fangeisen der Zeit blitzten herrlich. Es gab Angst und Anmut und Aufstand.(Aus: Im Paradies) »Und was mehr ließe sich von Poesie erhoffen, als dass sie ungeheure Augenblicke schenkt, die am Ende nicht weniger leisten, als dass sie uns des Lebens versichern.« (Neue Zürcher Zeitung) Joachim Sartorius, geboren 1946, wuchs in Tunis auf und lebt heute, nach langen Aufenthalten in New York, Istanbul und Nicosia, in Berlin. Seit 2001 leitet er die Berliner Festspiele. Sein lyrisches Werk, die vier Gedichtbände (Sage ich zu wem, Der Tisch wird kalt, Keiner gefriert anders, In den ägyptischen Filmen), wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er veröffentlichte mehrere, in Zusammenarbeit mit Künstlern entstandene Bücher und ist Herausgeber der Werkausgaben von Malcolm Lowry und William Carlos Williams sowie der Anthologien Atlas der neuen Poesie (1995), Minima Poetica (1999) und Alexandria Fata Morgana (2001). Joachim Sartorius erhielt 1998 für seine Übersetzung amerikanischer Lyrik von John Ashbery und Wallace Stevens den Paul-Scheerbart-Preis und wurde mit zahlreichen Stipendien ausgezeichnet.