===Meine Meinung===
Schulnoten werden schon seit vielen Jahren vergeben und sind manchmal für die Eltern und Schüler sehr schwer nachzuvollziehen. Aufsätze können nur nach dem eigenen Geschmack und dem Fehlerindex benotet werden. Im Gegensatz zu Mathematik, wo Fakten benotet werden. Falsch ist eben falsch und hier kommt es nicht auf den Geschmack an. Ich selbst hatte während meiner Schulzeit Glück gehabt. Nach einigen schlechten Jahren und einem Schulwechsel, ging mir ein Licht auf. Gerade in Fächern, wo keine Fakten bewertet werden, muss man aufpassen, wie die Lehrer bei mündlichen Antworten reagieren. So bekommt man einen Eindruck, welche Formulierungen sie bevorzugen. Seit dieser Einsicht habe ich während meiner Realschulzeit, meines Fachabiturs und meiner Berufsschulzeit immer sehr gute Deutschnoten. Außerdem kommt es immer auf Sympathie an. So zum Beispiel war ich stets gut in Mathe und da ich mich mit dem Lehrer gut verstand, wurde meine Arbeit immer als eins bewertet und als Bewertungsansatz genommen. Daran erkennt man, dass Noten im Grunde nichts aussagen. Manche Personen verstehen die Materie perfekt, trauen sich aber mündlich nicht und bekommen schlechte Noten, andere bekommen klasse Noten, weil sie im Grunde die Antworten von vorherigen einfach noch mal wiederholen und sollten sie vor jemanden dran kommen, einfach behaupten sie hätten ihre Antwort vergessen.
Dieses Buch setzt meine Meinung perfekt um. Die Autorin beschreibt das Problem genau, berücksichtigt dabei aber auch Schüler,- Lehrer- und Elternmeinungen.
Das Sachbuch ist sehr übersichtlich gegliedert. Vorne ist eine Inhaltsübersicht, wo Hauptkapitel und Unterkapitel aufgeführt werden. Es folgt ein Vorspann in Form von Meinungen zum Thema Noten und Schulsystem. Danach wird das Thema Noten auseinander genommen. Wie entstehen Noten, wie viele Noten muss ein Lehrer pro Fach im Durchschnitt pro Jahr verteilen, wie werden Klausuren korrigiert oder wie Fehler in der Benotung entstehen. Sie setzt sich in diesem Bereich damit auseinander, wie Lehrer, Schüler und Eltern die Noten sehen, oder ob eine schriftliche Bewertung besser als ein reines Notenzeugnis ist.
Im weiteren Verlauf des Buches geht sie auf das Sparen, die 'schlechten Lehrer',das Schulsystem, die Ideen für neue Schulsysteme ein und versucht dabei aufzuzeigen, wie es besser sein könnte.
Da alle Parteien im Buch zu Wort kommen, die Autorin einen fesselnden und bildhaften Stil verwendet, wirkt diese Fachliteratur alles andere als trocken. Unterkapitel und Überschriften werden in dicker Schrift hervorgehoben. Ebenfalls sind wichtige Sätze auf diese Art hervorgehoben, sodass ich beim Lesen wichtige Punkte gleich fand. Für mich ist es total übersichtlich. Dazu kommt, dass die Unterkapitel im linken Drittel alleine stehen und auf den rechten zwei Dritteln ist der Text zu finden.
Nach dem Lesen fand ich, dass dieses Buch am 'ersten Schultag' verteilt oder gekauft werden müsste, als Pflichtbuch. Für Eltern, um die Situation bei Benotungen besser verstehen zu können. In welcher Zwickmühle die Lehrer sich befinden ist vielen gar nicht bewusst. Somit wäre es sinnvoll, wenn Eltern, die ein Kind einschulen, dieses Buch verpflichtend lesen sollten. Genauso finde ich, dass neue Lehrer an ihrem ersten Schultag dieses Buch erhalten sollten, um Fehler von ihren Vorgängern zu vermeiden.
Der Autorin ist es gelungen, ein gut strukturiertes, kritisches und ehrliches Buch zu verfassen, bei dem sie alle Parteien berücksichtigt und zu Wort kommen lässt.
Gelesen habe ich diese Fachliteratur an einem Tag. Ist man erstmal in der Thematik, fesselt ihr Stil, sodass ich gar nicht gemerkt habe, wie ich Seite um Seite dem Ende des Buches entgegen gekommen bin. Es ist so faszinierend formuliert und so facettenreich, dass ich nicht aufhören konnte
Das Einzige, was mir an dem Buch nicht gefallen hat, war das Cover. Die Idee mit den gekritzelten Gesichtern finde ich gut, aber die Farben gefallen mir gar nicht. Es wirkt zu grell. Ich persönlich hätte eine Tafel, eine Schulbank oder etwas genommen, was mehr zum Thema passt oder zumindest nur rot und grün als Farben genommen, da Lehrer bei der Benotung meist grüne oder rote Farbe zum Schreiben verwenden.
Empfehlen kann ich das Buch absolut jedem. Egal ob Eltern, Schülern, Lehrern oder Bildungsministerien.
===Bewertung===
Von mir erhält das Werk volle fünf Sterne, da das Fachbuch gelungen und unparteiisch umgesetzt worden ist. Die Thematik ist interessant und gerade in der heutigen Zeit sehr wertvoll.