Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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76 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Gewollt, 11. August 2006
Die Rezensionen versprechen ja nur Gutes. Schon fast hofft man, einen neuen, wirklich guten deutschen Jungautor gefunden zu haben. Und dann... ja dann kommt schnell die ernüchternde Erkenntnis: gewollt schockierend. Schaut man hinter die Fassade bleibt nicht viel übrig an Neuem, an Gutem, an Besonderem. Die Sprache ist definitiv auf eine Art und Weise konstruiert, die als besonders modern empfunden wurde. Leider scheint dies durch jeden Satz hindurch. Hier liest man nichts Ehrliches, sondern lediglich ein Kunstpodukt. Die Idee mit den lose verbundenen Kurzgeschichten ist gar nicht schlecht, einige der Geschichten haben sogar eine solide Grundlage. Aber der unreife Versuch unbedingt "Kunst" schaffen zu wollen, zerstört diese guten Ansätze.
Eines sollte man dem Autor noch auf dem Weg mitgeben: Lyrik ist nicht seins. Das funktioniert noch weniger als die Prosa.
Der Verlag scheint ja recht neu zu sein, deswegen kann man den sehr hohen Preis für das dünne Büchlein verstehen. Das fehlende Lektorat jedoch nicht. Das Buch strotzt vor Fehlern. Jemand, dem angeblich Sprache so wichtig ist, sollte sich vielleicht ein wenig mehr Mühe bei der Anwendung derselben geben.
Ich bin sicher, dass diese Art von vorgeblich künstlerischer Arbeit ihre Freunde findet. Vor allem unter denjenigen, die keine Vergleichsmöglichkeit haben. Von mir gibt es 2 Sterne für einen Versuch, der eine gute Basis hat, aber in der Ausführung vollkommen versagt.
Nebenbei, ich finde es reichlich frech vom Verlag, Rezensionen bei Amazon unter dem Deckmantel von Pseudo-Lesern einzustellen. Anscheinend hat der Verlag wenig Glaube an die Qualität der Werke seiner Autoren, wenn man auf dieses billige Mittel zurück greift, um potenzielle Leser zu fangen (und zu, tut mir Leid, verarschen). Also, Herr Reichardt, lieber gute Literatur produzieren, anstatt gefakte Amazon-Rezensionen zu allen Ubooks-Büchern zu schreiben. Da hätten wir alle was von.
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40 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Anti rosarote Brille, 9. August 2007
Inhaltlich ist das Buch gut als "Anti rosarote Brille" zu bezeichnen. Es stellt die schlimmen Seiten unsere Gesellschafft dar. Also genau das Gegenteil von "Die Welt ist schön - die Welt ist toll". Dies geschieht meistens im Bezug auf Drogen, Sex, Gewalt und Tod.
Vom Stil her ist das Buch recht interessant geschrieben. Es besteht aus lauter Kurzgeschichten, in denen die einzelnen Charaktere immer in Verbindung stehen.
Zum Beispiel: Kapitel 1 wird aus Sicht eines Polizisten, der seinen Vater ermorden lassen will geschrieben; Kapitel 2 erzählt von dem Killer der des Polizisten Vater ermordet; Kapitel 3 erzählt von der Freundin des Killers usw.
Die Sätze sind meistens sehr kurz und mit heftigen Worten geschrieben und kommen daher recht intensiv rüber.
Ca. die letzten 20 Seiten bestehen ausschließlich aus Gedichten.
Insgesamt finde Ich das Buch gut, da es mal etwas anderes ist und eben zum Nachdenken über die schlimmen Seiten der Gesellschaft anregt. Allerdings gebe Ich keine 5 Sterne, weil Ich das Buch teils dennoch übertrieben finde und sich meiner persönlichen Meinung nach die Gedichte am Ende sehr mühselig lesen lassen und inhaltlich eher flach sind.
SENSIBLE MENSCHEN SOLLTEN DIE FINGER VON DIESEM BUCH LASSEN!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kein Gute-Laune-Buch, 13. August 2008
Dirk Bernemann hat ein wahrlich schonungsloses Buch geschrieben, soviel kann auf jeden Fall festgehalten werden. Der Leser wird dabei durch lose miteinander verknüpfte (wobei die Art der Verknüpfung sehr erfrischend ist) Kurzgeschichten von beeindruckend negativer Weltsicht regelrecht zu Boden gedrückt. Meiner Meinung nach nahezu durchwegs gut gelungen ist dabei der Stil, der einfach Gedanken, wie sie durch den Kopf schießen, wiedergibt - das mutet stellenweise fast surrealistisch an, auch wenn diese Klassifizierung eindeutig nicht zutrifft. Das Buch ist jedenfalls bestimmt durch abgehackte Sätze, eine klare und einfache Sprache, die von Kraft- und Milieuausdrücken gespickt ist - was meiner Meinung nach nur in wenigen Fällen aufgesetzt, sondern doch recht authentisch wirkt.
Dass ein solches Buch kein wirklich zufriedenstellendes Ende haben kann, ist durch die Art Verknüpfung der einzelnen Geschichten auch klar, ansonsten müsste es praktisch für jeden Mensch der Welt, oder zumindest über die, die irgendwie in das negativistische Schema passen, eine eigene Kurzgeschichte geben. Trotzdem kommt das Ende für mich zu schnell, hier hätte der Autor das Buch durchaus noch weiter führen können. Dagegen sprach vermutlich die Übersättigung, die bei einem solchen Schreibstil zwangsläufig irgendwann eintreten muss - beim einen schon nach einem Kapitel, der andere hat vielleicht erst nach dem dreißigsten genug davon. Dazu kommt, dass wohl noch Platz für ein wenig Lyrik im Buch sein sollte. Diese Lyrik bringt auch eindeutig Abzüge in der Gesamtbewertung, da Gedichte offenbar nicht die Stärke des Autors sind.
Insgesamt 3 Sterne für einen extremen Splitter des Gesellschaftsspiegels, eine höhere Wertung bleibt dem Autor durch die durchwegs langweilige bzw. kaum lesbare Lyrik am Ende verwehrt.
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