Kurzbeschreibung
Wie die Luft als Träger von Schallwellen gilt, übernimmt das Gedicht die Weitergabe realer und gedanklicher Ereignisse, vermittelt Zeitgeschehen und Gefühlsvorkommnisse. Karl Krolow folgt der Magie des Reimes und der der freien Rede. Jedwedes formale Mittel ist ihm recht, er bedient sich seiner zum Wohle des Auszusprechenden und zum Wehe derer, die sich in den Schutz einer beschwichtigenden Sprache begeben möchten. Schutz wird nicht gewährt, nicht einmal für sich selbst, der Dichter spricht sich schutzlos aus, ins ungeschützte Gedicht. Und das Gedicht zeigt, was es heißt, zu leben und zu überleben; spart nicht an Beschwerlichkeit, an Spott oder Hohn, an Begehren und Vergeblichkeit, an Ahnung, Wunsch, Furcht - kurzum am "Gewicht der Welt", das seit "Menschengedenken" unsere Last ist. Zum Staunen allerdings ist die Kraft, mit der die sehnlichste Mattheit oder süchtigste Müdigkeit gesagt wird, eine Kraft, als sei all dem zu widersprechen, was den Gedichten zu transportieren aufgegeben ist.
Über den Autor
Karl Krolow wurde am 11. März 1915 in Hannover geboren und ist dort auch aufgewachsen. Von 1935 - 1942 studierte er Germanistik, Romanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Göttingen und Breslau. Im Jahr 1940 begann er, einzelne Gedichte in Zeitungen, Zeitschriften sowie im Rundfunk zu veröffentlichen und lebte ab 1942 als freier Schriftsteller in Göttingen. 1951 zog er zurück nach Hannover, seit 1956 wohnte er bis zu seinem Tod am 21. Juni 1999 in Darmstadt.
Preise und Auszeichnungen etc.
1951 Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland
1953 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt
1966 Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt
1972 Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt
1975 Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt
1956 Georg-Büchner-Preis
Förderungspreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie
1958 Unesco-Stipendium für Paris
1960 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Wintersemester 1960/61 Gastdozentur für Poetik an der Universität Frankfurt/M.
1962 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München
Mitglied der Freien Akademie der Künste Mannheim
1964 Gastdozentur an der Universität München
1965 Großer Niedersächsischer Kunstpreis
1975 Goethe-Plakette des Landes Hessen
Silberne Verdienstplakette der Stadt Darmstadt
Großes Bundesverdienstkreuz
Rainer-Maria-Rilke-Preis für Lyrik
Stadtschreiber von Bergen-Enkheim
1976 Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Darmstadt
1983 Littera-Medaille
Hessischer Kulturpreis
1985 Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
1988 Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg
1990 Hessischer Verdienstorden