Man könnte auf den Gedanken kommen, der Autor schildert durch die Erlebnisse seines Romanhelden lediglich seine eigenen pervertierten Wünsche und Ideen. Wer sich mit dem Thema Anthropophagie beschäftigt, wird früher oder später an dem Buch "Mythos Menschenfresser" nicht vorbeikommen und feststellen, daß die Autorin dieser Abhandlung so manches anders darstellt; Ihrer Meinug nach hat es Anthropophagie nie so richtig gegeben. Duca DiCentogloria hingegen stellt sovieles in einer Weise dar, daß man es sehr gut für möglich halten kann, daß es Menschenfresserei - aus religiösen, erotischen oder sonstigen Gründen - tatsächlich gab. Und vielleicht auch immer noch gibt; man sollte nicht vergessen, daß sogar in unserer westlich-zivilisierten Gesellschaft auch heute noch Menschen verschwinden, manche davon tauchen nie mehr auf - vielleicht auch aus kulinarischen Gründen? Man denke nur an den Massenmörder Fritz Haarmann oder an den Flugzeugabsturz in den Anden in den 70'er Jahren. Auch sind Fälle von Kannibalismus aus den Hungersnot- und Kriegsgebieten der 90'er - z.B. Nordkorea oder ex-Jugoslawien - in den Medien bekannt geworden. Also scheint der vorliegende Roman doch gar nicht so unmöglich und abartig. Eines ist er jedenfalls; für Anhänger des morbiden schaurig-schön und spannend zu lesen, für den zartbesaiteten Leser aber vielleicht nur eingeschräkt empfehlenswert.