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Produktinformation
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Diese neuen Methoden kommen jedoch nicht ohne Beweise daher. Damasio und seine Kollegen untersuchen Patienten mit Störungen und Lücken in ihrem Bewusstsein und gewinnen aus deren tragischen Leben tiefe Einsichten, während sie den Leidenden gleichzeitig Trost sowie für ihre Leiden eine Erklärung bieten. Seine These, dass unser Ich-Bewusstsein aus unserem Bedürfnis herrührt, Beziehungen zwischen uns selbst und anderen zu entwickeln, ist in der medizinischen und evolutionären Forschung fest verankert, doch hält sie ohne weiteres auch einer Selbstuntersuchung stand. Seine Beispiele aus der unheimlichen Welt der Neurologie sind verunsichernd, jedoch zutiefst humanisierend. Wirkliche Menschen mit ernsthaften Problemen werden hier zum Leben erweckt -- sie werden niemals auf ihre Probleme reduziert. Ich fühle, also bin ich -- Die Entschlüsselung des Bewusstseins taucht tiefer in das dunkelste aller Gewässer ein als es jemals zuvor getan wurde und fängt dabei den Geist der Entdeckung vorzüglich ein. --Rob Lightner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Das Rätsel ist alt, und die Liste derer, die sich an einer Lösung versucht haben, liest sich fast wie ein Who is who der Philosophie- und Geistesgeschichte. Antonio Damasios Verdienst ist es, erst gar nicht vorzugeben, alle Fragen beantworten zu können, die wir in bezug auf das Bewusstsein haben denn um dieses dreht sich schließlich alles in seinem neuen Buch. Dabei dringt der renommierte amerikanische Neurologe mit seinem Ansatz, das Problem über den Umweg des Selbst anzugehen, durchaus weit vor. Seit 1976 untersucht er zusammen mit seiner Frau Hanna das Beziehungsgeflecht von Wahrnehmungsfähigkeit, Selbstgefühl, Emotionalität, Geist usw. anhand von Menschen, die in Folge von Erkrankungen oder Unfällen entsprechende Auffälligkeiten an den Tag legen. Ausfall-Erscheinungen, bei denen Patienten bestimmte Hirn-Leistungen nicht mehr erbringen können, flankieren gewissermaßen die Freilegung des Mosaiks Bewusstsein. Um seine innovativen Ideen einer breiten Leserschaft verständlich zu machen, schafft Damasio eine eigene Terminologie. Die Frage nach dem menschlichen Bewusstsein verwirft er dabei und bietet stattdessen ein dreistufiges Modell an: Auf der untersten Ebene nimmt der Mensch unbewusst seinen eigenen Körper wahr; Damasio spricht vom Proto-Selbst des Organismus. Die fortwährende, pulsartige Wahrnehmung der verschiedensten Objekte Gegenstände, Melodien, Erinnerungen usw. generiert auf einer zweiten Stufe das Kernbewusstsein; der Eindruck einer anhaltenden Körperempfindung, das Kernselbst, entsteht. Zu höheren geistigen Qualitäten Sprache, Langzeitgedächtnis, Denken ist das Kernselbst, das auch höher entwickelten Tieren eigentümlich ist, allerdings nicht fähig. Dafür zuständig ist erst das autobiografische Selbst. Am Ende kommt Damasio zu dem Schluss, dass wir uns im gesunden Zustand der Außen- wie der Selbstwahrnehmung überhaupt nicht entziehen können, denn beides ist vom Organismus her bedingt. Der alte Dualismus von Körper und Geist ist hinfällig. Wir sind zum Wahrnehmen verdammt wodurch auch Angst, Gefahr und Schmerz zu fixen Bestandteilen unserer Existenz werden. Rezensent: Dr. Carsten Könneker -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Bei seinen Überlegungen geht Damasio von neurologischen Pathologien aus - aus den hieraus resultierenden Dysfunktionen leitet er die anteiligen Aufgaben einzelner Hirnbereiche bei der Enstehung von Bewusstsein ab. Weitestgehend unberücksichtigt lässt der Autor Psychopathologien. So werden z. B. aktuelle Erkenntnisse aus der psychologischen Traumaforschung nicht einbezogen. Überhaupt scheint der Autor gewisse Vorbehalte gegenüber der vergleichsweise "weichen" Wissenschaft Psychologie zu haben. Lediglich Freud und Jung finden als grundlegende Vertreter zweimal Erwähnung. Weitere Exkursionen in diese wichtige Nachbardisziplin gibt es kaum - die wenigen vorhandenen Bezüge sind zudem m. E. nicht hinreichend genau recherchiert. Das ist schade, zumal man doch von einem Neurologen dieses Formats erwarten kann, dass er in der Lage ist, über den eigenen Tellerrand zu blicken.
Abgesehen von diesem Manko berücksichtigt das Buch eine breite Palette wissenschaftlicher Erkenntnisse. Damasio nähert sich seinem Thema konsequent - seine Erklärungen sind allgemein verständlich. Die einzelnen Kapitel bauen aufeinander auf. Die Inhalte der Kapitel 5 bis 8 erscheinen daher etwas redundant, jedoch werden ausgehend von den Ergebnissen des jeweils vorangegangenen Kapitels sehr schlüssig neue Aspekte angeführt. Ein "roter Faden" ist somit immer gegeben.
Insgesamt habe ich "Ich fühle, also bin ich" als eine Bereicherung empfunden. Dem Autor gelingt es, ungeachtet der philosophischen Vorbelastung seines Themas in vielen Bereichen Klarheit zu schaffen - auf eine philosophisch-romantische Verklärung der Thematik wird erfreulicherweise verzichtet. Die Entstehung von Bewusstsein sowie dessen Rolle in der Evolution kann der Autor aus einer bis dato völlig neuen Perspektive darstellen. Dennoch muss er zugestehen, dass noch viele Fragen der Bewusstseinsforschung offen bleiben. Auf das nächste Buch von Antonio Damasio darf man sich also freuen.
M.E. sehr stichhaltig wird von A. R. Damasio widerlegt, dass Bewusstsein in der Evolution erst durch die Entwicklung der Sprache möglich wurde. Auch interessant finde ich, dass Emotionen auch aktiv durch Änderungen im biologischen Zustand des Körpers ausgelöst werden.
Etwas störend an dem Buch sind eine relativ hohe Zahl von kleinen Tipp-/Druckfehlern, die manchmal auch in Fachbegriffen vorkommen. Auch ist zu beachten, dass ein interessierter Laie einen 'Pschyrembel' o.Ä. beim Lesen griffbereit haben sollte, da die medizinischen Fachbegriffe nicht im Buch selbst erläutert werden.
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