Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Klassiker wird 60, 19. Dezember 2005
Im kommenden Jahr (2006) wird dieser wunderbare Klassiker 60 Jahre alt. Eine gute Gelegenheit ihn (wieder) einmal in die Hand zu nehmen. Der Tochter Sigmund Freuds gelingt es in extremer Klarheit zu schreiben. Praktisch jeder Satz ist präzise und von einem liebevollen Wissen getragen. Die Einladungen zum weiterdenken und reflektieren sind reichlich vorhanden. Nichts desto trotz ist es nicht ganz einfach dieses Bändchen zu lesen. Jedes Kapitel enthält mehr an durchdachter und erarbeiteter Information als häufig ganze Bücher. Dies führt zu einer hohen Informationsdichte und einen Mangel an Redundanz. Ohne ein gerüttelt Maß an Hintergrundwissen wird es anstrengend zu folgen. Dennoch der ambitionierte Amateur und erst Recht der Profi werden viel Gewinn aus der Lektüre ziehen.
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79 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
über AFFEKT-VERWANDLUNGEN und andere abwehr-mechanismen, 9. Mai 2003
während sigmund freud mehr durch die beschreibung des unterbewußten berühmt wurde, konzentrierte sich seine tochter mehr auf die leistungen des ICH; sie wurde somit zur begründerin der heute in der therapie noch sehr maßgeblichen ICH-psychologie, eines ansatzes, der von erik erikson konsequent aufgegriffen wurde und der heutzutage von otto f. kernberg u.a. kontinuierlich weiterentwickelt wird. während sigmund freud sich vornehmlich mit den sexualneurosen der gehobenen wiener gesellschaft beschäftigt hatte, widmete sich seine tochter im nachkriegs-london demgegenüber speziell kindern, die ihre eltern im krieg verloren hatten oder aus anderen gründen traumatisiert waren. in ihrem hervorragend, übersichtlich und leicht verständlich geschriebenen buch "das ICH und die abwehrmechanismen" beschreibt die tochter sigmund freuds diverse häufig zu beobachtende, typische abwehr-erscheinungen, grenzt sie definierend voneinander ab und liefert zur veranschaulichung beispiele: "körperliche haltungen wie steifheit und starre, ... stereotypes lächeln, höhnisches, ironisches und hochmütiges benehmen" analysiert anna freud als "charakterpanzerung" (wilhelm reich), die es gälte, auf einen historischen ursprung zurückzuführen, damit das ICH (die auslösende situation nunmehr genauer durchschauend) in flexiblere, neuere, der gegenwart besser angepasste reaktionsweisen sich hinein-entwickeln könne. sehr einleuchtend beschrieben wird der vorgang der AFFEKT-VERWANDLUNG: das ICH zeige "etwa gleichgültigkeit, wo es enttäuschung" kundtun müsste, zeige "überlustigkeit statt kränkung, überzärtlichkeit statt eifersucht". plausibel spricht anna freud von einer psychischen gesetzmäßigkeit der VERKEHRUNG INS GEGENTEIL. das phänomen der VERSCHIEBUNG des hasses auf die eigene mutter, die man ja andererseits nicht verlieren wolle, auf nunmehr ersatzweise andere weibspersonen, die mehr an der peripherie der abhängigkeiten lägen, wird ebenso anschaulich dargestellt; weitere durch beispiele und theoretische eingliederung erhellte begriffe: verdrängung - regression - introjektion - identifizierung - projektion - wendung gegen die eigene person - ungeschehenmachen - isolierung - sublimierung - phobische vermeidung - gegenbesetzung - abspaltung vom ICH - projektiv identifizierende ausstoßung aus dem ICH etc. - anna freuds buch ist aus der geschichte der psychoanalyse nicht hinwegzudenken.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
verständliche Schrift zur Einführung in die Psychoanalyse, 31. Januar 2009
Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Ich und den Mechanismen, mit denen es auf Basis von Ängsten und Unlust Triebe, Affekte oder die reale Außenwelt abwehrt.
Thema ist zunächst (Kap. 1) die Ontologie und Epistemologie der Psychoanalyse, sind also metapsychologische Fragen. Woraus besteht das Psychische (Ich, Es, Abwehrvorgänge, Vorstöße des Es, etc.), was davon soll für die Analyse wesentlich sein, und was vom Psychischen ist wie beobacht- bzw. wahrnehmbar? Auch das Ziel der Psychoanalyse wird bestimmt.
Anschließend (Kap. 2) wird die Pragmatik der Psychoanalyse thematisiert. Mit welchen Techniken (Hypnose, freie Assoziation, Traumdeutung, Symboldeutung, Analyse der Fehlhandlungen und der Übertragung) beobachtet die Analyse das Psychische?
Die Abwehrtätigkeit des Ich wird von Freud als das eigentliche Objekt der Analyse bestimmt (Kap. 3). Deren Mechanismen werden benannt (Kap. 4) (Verdrängung, Regression, Isolierung, Reaktionsbildung, Wendung gegen sich selbst, Umkehrung ins Gegenteil, Sublimierung/Verschiebung, Introjektion/Identifizierung, Projektion, Ungeschehenmachen), einige werden an Beispielen erläutert, schließlich die Voraussetzungen für ihr Wirken erörtert.
Als Ursachen der Abwehrvorgänge werden die Ängste des Ich vor Trieben und Affekten, vor dem Gewissen und der realen Außenwelt (Triebangst (Es), Gewissensangst (Über-Ich), Realangst (reale Außenwelt)) benannt. Die Therapie besteht entsprechend aus dem Rückgängigmachen der Abwehrvorgänge, als deren Resultat die ihnen zugrundeliegenden Ängste wieder erscheinen.
Daraufhin behandelt Freud Beispiele dafür, wie das Ich auf Basis seiner Realangst den Gefahren der realen Außenwelt begegnet. So kann es Stücke der Außenwelt in der Phantasie verleugnen (Kap. 6), in Wort und Tat verleugnen (Kap. 7) und sich selbst einschränken (Kap. 8).
Behandelt werden zwei Abwehrtypen, mit denen das Ich auch der Gefahr der realen Außenwelt begegnen kann, der Identifizierung mit dem Angreifer (Kap. 9) und der altruistischen Abtretung (Kap. 10).
Abschließend wird am Beispiel der Pubertät dargestellt, wie das Ich auf Basis der Triebangst (Angst vor der Triebstärke des Es) Triebe des Es abwehrt (Kap. 11 und 12). Insbesondere die Askese und die Intellektualisierung des Jugendlichen sind Phänomene, die Ausdruck der Bewältigung der Triebgefahren durch das Ich sind.
Auch wenn Freud die Abwehrmechanismen nicht alle in der Schilderung von Beispielfällen konkretisiert und diese nur benennt, so veranschaulicht sie doch oft ihre Analysen durch einige Fälle aus ihrer Praxis als Psychoanalytikern. Diese Schilderungen befassen sich fast ausschließlich mit Kindern und Jugendlichen. Beispiele aus der Belletristik werden mit einer Ausnahme (Cyrano de Bergerac) nicht geschildert.
Insgesamt ist das Buch recht verständlich und kann als eine Einführung in die Psychoanalyse gelesen werden. Der Leser wird mit den Abwehrmechanismen vertraut gemacht, mit ihrer Verankerung in den Ängsten des Ich und daraus folgenden Konflikten, die das Ich bewältigen muss.
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