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Ich bleibe solo: Erfahrungen mit dem Glück [Taschenbuch]

Ellinor Wohlfeil , Attila Hirth


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Taschenbuch --  
Taschenbuch, 10. Mai 2014 --  

Kurzbeschreibung

10. Mai 2014
„Mutter, du brauchst wieder einen Mann“, sagt ihr Sohn eines Tages zu ihr, und das ist der Anstoß für die 64-jährige Witwe, noch einmal auf Partnersuche zu gehen. Sie studiert die Zeitungsanzeigen, setzt sich mit Partnervermittlungsinstituten in Verbindung, nimmt an Freizeitangeboten teil, macht die Bekanntschaft der unterschiedlichsten Herren. Aber die Freizeitangebote sind ein Flop, und mit den Herren – unter ihnen ein Rassist und ein Sonderling - kommt auch keine freundschaftliche Beziehung zustande. Sie nimmt es mit Humor und beschließt: „Ich bleibe solo“.

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Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ellinor Wohlfeil lebt in Düsseldorf und war dort Grundschullehrerin. Nach ihrer Frühpensionierung im Jahr 1985 fing sie an zu schreiben. Zwei Erzählungen und zwei Romane sind veröffentlicht worden, Gedichte und Kurztexte von ihr wurden in verschiedenen Anthologien publiziert. Bei Lesungen in Stadtteilbibliotheken, Schulen, Erwachsenenbildungsstätten und anderen Institutionen stellt sie ihre Bücher der Öffentlichkeit vor.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das Rendezvous Die Uhr zeigte zehn Minuten vor drei. In zehn Minuten würde es klingeln, wenn er pünktlich war. Noch schnell ein Blick über den Kaffeetisch: Das Limoges-Service, die Spitzendecke, der Strauß aus roten Rosen und Schleierkraut, die silberne Gebäckschale - alles sehr gepflegt. Und auch noch ein Blick in den Spiegel, obwohl ich mich schon fünfmal dessen vergewissert hatte, ob ich gut aussah: Das Make-up, nicht zu viel, nicht zu wenig; die Frisur frisch gestylt; das neue Sommerkleid streckte meine Figur und ließ mich schlanker erscheinen. Ich war mit mir zufrieden. Herr Diplomingenieur Schraube konnte kommen. Am Telefon hatte er gefragt: „Ich lese hier, dass Sie 1,65 m groß sind und 64 kg wiegen. Welche Kleidergröße tragen Sie? 40? Oder 38?“ Etwas peinlich berührt antwortete ich vorsichtig: „Größe 42.“ „Aha, so so“, brummte er, „mehr nach 40 oder mehr nach 44?“ „Mehr nach 44“, hatte ich wahrheitsgemäß und ganz bewusst in bestimmtem Ton erwidert. Ich brauchte meine Figur vor Herrn Schraube doch nicht zu rechtfertigen. Während ich wartete, dachte ich daran, wie das alles eigentlich gekommen war. „Mutter, du brauchst wieder einen Mann!“ Mit dieser lakonischen Feststellung hatte mich mein Sohn eines Tages überrascht, ungefähr zwei Jahre, nachdem ich Witwe geworden war. „Es ist zwar schlimm, dass Papa so früh gestorben ist, aber das Alleinsein ist nichts für Dich.“ Er sagte dann noch, ich müsse selbst etwas tun, denn es würde nicht plötzlich ein gut aussehender, charmanter Herr vor meiner Tür stehen und sagen: hier bin ich, ich bin der ideale Partner für Sie. „Und kauf dir auch mal was Neues! Wer alte Klamotten trägt, der sieht auch alt aus“, meinte er zum Schluss. Diesen guten Ratschlägen folgend, hatte ich mich mit einer Partnervermittlung in Verbindung gesetzt, und nun wartete ich auf mein drittes Rendezvous. Ob es wohl dieses Mal etwas werden würde? Die Haustürklingel riss mich aus meinen Gedanken. Ich öffnete, und vor mir stand ein eher kleiner Herr mit einem freundlichen Gesicht. In seinen Augen blitzte ein schalkhaftes Lächeln. Sein Spitzbauch wölbte sich unter seiner Jacke deutlich sichtbar nach vorn. Sieh mal an, dachte ich, an die Figur einer Frau Ansprüche stellen, aber selbst sein Bäuchlein vor sich hertragen! Ich führte ihn ins Wohnzimmer, und während wir Kaffee tranken, erzählte er von sich. Ich erfuhr, dass er geschieden war, in einer Zweizimmerwohnung lebe und eine erwachsene Tochter habe. Seit seiner Scheidung habe er einige Male zu Frauen Beziehungen aufgenommen, aber es sei nie die Richtige gewesen. „Sie waren Lehrerin?“ fragte er mich unvermittelt. Ich bejahte. „Gerade mit Lehrerinnen habe ich mich nie verstehen können“, fuhr er lebhaft fort. „Mit Lehrerinnen hat es nie geklappt. Bei der letzten hat meine Tochter mich schon gewarnt. ‘Sei vorsichtig, Vater’, sagte sie, ‘eine Lehrerin, das geht nicht gut.’“ Warum hat er denn dann überhaupt Kontakt zu mir aufgenommen, dachte ich verwundert und etwas konsterniert. Dann erzählte er mir voller Begeisterung davon, dass er gern mit einem Wohnwagen durch Europa reisen würde. Besonders das Südtiroler Weinanbaugebiet südlich von Bozen schien es ihm angetan zu haben. „Können Sie gut kochen?“ Die nächste, in inquisitorischem Ton gestellte plötzliche Frage überraschte mich. Aha, dachte ich etwas amüsiert, daher weht der Wind. Er sucht eine Köchin für seinen Wohnwagen. Laut sagte ich: „Das nehme ich an. Jedenfalls hat das, was ich gekocht habe, noch immer allen geschmeckt.“ Ich kam mir so ein bisschen vor wie im Examen. Um diesem Eindruck zu entgehen und auch etwas zur Unterhaltung beizusteuern, machte ich den Vorschlag, ihm meine Dias zu zeigen. „Sie reisen doch gern“, sagte ich. „Ich habe in den letzten Jahren auch einige schöne Reisen gemacht, nach Ägypten zum Beispiel und in die Türkei.“ Aber er zeigte sich nicht interessiert. „Um ihre Fotos kritisch beurteilen zu können, müsste ich ja auch dort gewesen sein.“ Man könnte die Bilder ja auch einfach nur angucken, ohne kritische Beurteilung, dachte ich, sagte aber nichts. Es entstand eine Pause, und ich überlegte krampfhaft, was Herrn Schraube denn interessieren könnte, als er unversehens aufstand und auf meinen elektrischen Heizlüfter zeigte, der in einer Ecke des Zimmers stand. „Die Dinger können Sie wegschmeißen“, erklärte er im Brustton der Überzeugung. Ich war verblüfft. „Wieso?“ „Diese Dinger verschwenden doch viel zu viel Energie! Das wissen Sie nicht? Ich werde es Ihnen erklären. Energieeinsparung bei der Heizungstechnik ist ein Spezialgebiet von mir.“ Es folgte eine detaillierte Erläuterung darüber, wie viel Energie mein Heizlüfter brauche, wie viel er abgeben würde, wie viel davon nötig sei, um mein Zimmer zu erwärmen, wie viel verloren ginge und auf welchem Wege - alles in Prozenten und Verhältniszahlen ausgedrückt. „Jetzt verstehen Sie, warum diese Dinger unnütz sind, unwirtschaftlich, Energieverschwender!“ Er lächelte mich triumphierend an, aber ich hatte nichts von alledem verstanden. Er schien das auch zu spüren, denn er bat mich um ein Blatt Papier, nahm seinen Kugelschreiber und fing an zu zeichnen. Er füllte das Blatt mit Linien und mathematischen Formeln. „Sehen Sie, so funktioniert es“, meinte er und sah mich strahlend an in der Annahme, dass ich nun den totalen Durchblick haben müsste. Dann schweifte sein Blick weiter durch den Raum. „Auch Ihre Heizung ist nicht richtig installiert“, belehrte er mich. Das war mir neu. Sie funktionierte seit fünfundzwanzig Jahren gut und verbrauchte auch nicht zu viel Öl, wie ich meinte. „Sehen Sie, hier kommt das Wasser her“, dozierte er und zeigte mit dem Finger auf die Stelle, „und hier sitzt das Ventil mit dem Thermostaten. Das ist falsch! Der Thermostat müsste hier sitzen“, wieder ein Fingerzeig, „oder das Wasser müsste hierher kommen. Verstehen Sie, was ich meine?“ Entmutigt schüttelte ich den Kopf. Ich verstand Herrn Schraubes Ausführungen nicht, und ich wollte auch nicht in die höheren Geheimnisse der Heizungstechnik eingeführt werden. Aber er ließ sich nicht vom Thema abbringen, er blieb standhaft. Wieder und wieder verlangte er Papier und zeichnete und schrieb mathematische Formeln auf. Seine emsige Tätigkeit war begleitet von wortreichen Erklärungen. Hin und wieder sah er mich an. An meinem Gesichtsausdruck konnte er wohl mein Unverständnis ablesen, denn er schüttelte nachsichtig und milde lächelnd seinen Kopf wie ein Lehrer, der einem unbegabten Schüler einen Sachverhalt zu wiederholten Malen erklären muss, und begann von vorn. Er versuchte, mich über Regler und Schaltkreise, Energiezufuhr und Wärmedämmung zu belehren und mir die Geheimnisse von computergesteuerten Systemen nahe zu bringen. Papierbogen häufte sich auf Papierbogen, vollgekritzelt mit Skizzen und Formeln. Er schien ganz in seinem Element zu sein. Ich fügte mich in mein Schicksal und ließ ihn gewähren. Ob ihm die Einseitigkeit unserer Unterhaltung schließlich doch auffiel, oder ob er von meinem Unverständnis für sein Lieblingsthema enttäuscht war - mit ein paar hingeworfenen Bemerkungen und unschlüssig gezeichneten Strichen hörte er endlich auf. Wir wechselten noch einige belanglose Worte, dann verabschiedete er sich. Als er mir die Hand gab, blitzte in seinen Augen wieder das schalkhafte Lächeln auf. „Die Konkurrenz schläft nicht“, sagte er, drohte mir zum Scherz mit dem Finger und ging. Als die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war, warf ich mich in meinen Sessel und musste erst einmal laut lachen über diesen skurrilen Typen mit seinem Heizungstick. Es war ein befreiendes Lachen, das mich mir selbst zurückgab. Aber dann kam doch so etwas wie Enttäuschung in mir hoch. Dafür hatte ich den Tisch so festlich gedeckt, dafür hatte ich mich hübsch gemacht. Herr Schraube hatte das nicht einmal wahrgenommen. Eine Weile blieb ich sitzen und überließ mich meinen Gedanken. Dann ging ich entschlossen daran, die Küche aufzuräumen. Ich fand, dass das Alleinsein auch seine Vorteile haben kann.

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