Etwa 20 Jahre Leben, als Mutter, als Ehefrau, als Geliebte, als Alleinstehende in der Lebensmitte, werden in dem Buch durchschritten. Eine Frau, in der DDR lebend, erzählt ihre Geschichte, beschreibt ihre Gefühle. Ihre jahrelange Ehe, die fast ebenso lange Daueraffäre, das Entstehen und das Vergehen von Gefühlen. Mutter-Werden und -Sein, später das Loslassen der Kinder. Die Entwicklung und der Abschied von ihren Lieben und nicht zuletzt ihre sich verändernden Ansichten über ihr Land und dessen Politik. Ein "ganz normales", trotz leerer Phasen ganz erfülltes Frauenleben beschreibt die Autorin. Mich hat das Buch außerordentlich gefesselt, obwohl meine Lebenssituation in fast jeder Hinsicht anders ist. Rein äußerlich hätte es also keine Identifikationsmöglichkeit mit der Protagonistin gegeben. Meine Begeisterung führe ich auf die Art der im Buch verwendeten Sprache, auf die Authentizität, die die Autorin dadurch zu vermitteln weiß, zurück. Ich vermute, dass dies ein autobiographischer Roman ist, weiß es aber nicht. Ich bin gespannt darauf, weitere Bücher von Sigrid Damm zu lesen. Dies war das erste, aber sicherlich nicht das letzte.