"Ich bin so frei" ist eine echte Wohltat auf dem aktuellen Büchermarkt! Kurzweilig, interessant und aufgrund der Wechsels von Frage und Antwort schnell zu lesen (Brauchte selbst keine 2 Tage für die 250 Seiten...). Ein unbedingtes Muss für jeden, der Wahres und Ungeschöntes über Politik und Politiker zu schätzen weiss: Warum kam es 1982 wirklich zum Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt? Wer könnte nächste(r) Bundespräsident(in)werden? Was rät die Altliberale ihrer Partei? - H. Hamm-Brüchers "Brief aus der Provinz" vom März 2001 ist zusammen mit weiteren vier Briefen an den FDP-Vorsitzenden Westerwelle im Anhang veröffentlicht. Was hält Hildegard Hamm-Brücher von Kohl, Schmidt, Merkel, Möllemann, Bush und dem Papst...
Zugleich ist es das wohl persönlichste Buch von und über Hildegard Hamm-Brücher. Sie spricht von ihren Erinnerungen an die Eltern, von schlechten Erfahrungen mit Journalisten, über das Älterwerden... Es gibt aber auch viel Heiteres: "Hätten Sie 1956 auch auf einen Doppelnamen bestanden, wenn Sie Leutheusser und ihr Mann Schnarrenberger geheissen hätten?", "Wieviele Weihnachtskarten schreiben Sie?", "Haben Sie Harry Potter gelesen?" Ob die jungen Teilnehmer am Gespräch und die brillante, nie locker lassende Sandra Maischberger doch noch einen schwarzen Fleck auf der weissen Weste der grossen Dame gefunden haben, verrät das Buch. Bleibt nur zu wünschen, dass nach "Hand aufs Herz" und "Ich bin so frei" noch weitere, ebenso exzellente Gespräche von Sandra Maischberger moderiert, geführt und vom Econ-Verlag veröffentlicht werden und dass es vielleicht doch nicht das letzte Buch von Hildegard Hamm-Brücher sein wird.