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Ich bin ein Deserteur: Mein Leben als Soldat im Irakkrieg und meine Flucht aus der Armee
 
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Ich bin ein Deserteur: Mein Leben als Soldat im Irakkrieg und meine Flucht aus der Armee [Gebundene Ausgabe]

Joshua Key , Anne Emmert
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 253 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe; Auflage: 1.A. (Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455500331
  • ISBN-13: 978-3455500332
  • Originaltitel: The Deserter's Tale
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 456.462 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dies ist die Geschichte eines Obergefreiten, der 2003 sieben Monate lang das alltägliche Grauen des Irak-Kriegs erlebt, die brutalen Aktionen seiner Kameraden gegen die Zivilbevölkerung, und der schließlich, zutiefst verstört, seinen Heimaturlaub nutzt, um mit seiner Familie unterzutauchen und nach monatelanger Odyssee durch die USA nach Kanada zu flüchten. Ein in atemberaubendem Tempo geschriebenes Buch.

Die Zeit über den in ferner Zukunft zu drehenden Film zum Buch: »Was Key und seine Familie erlebt haben, ist der Stoff, aus dem sie in Hollywood in zehn Jahren Filme machen werden. Wenn der Irak-Krieg als großes Scheitern in die Geschichte eingegangen sein wird. In dem Film geht es um einen einfachen, bibeltreuen Mann, der zum Vaterlandsverräter wird. Aber der Verräter besitzt jene Portion Kühnheit und Trotz, die Menschen zu Helden macht. Und vor allem erzählt er von der Größe einer Liebe, die alles niederringt, den Druck der Armee, die Not.«

»Ich gehe sogar in den Knast. Aber erst, wenn auch Bush angeklagt wird.«

Über den Autor

Joshua Key, 1978 geboren, wuchs in einer Familie »aus bibelfesten, Bush-treuen Patrioten« in Oklahoma auf. Im April 2002 verpflichtete sich der gelernte Schweißer und Vater von vier Kindern zu drei Jahren Militärdienst, der ihn schließlich - entgegen der Versicherung des Rekruteurs, er werde nie im Ausland eingesetzt - Anfang April 2003 in den Irak führte, wo ihn seine Erfahrungen zum Kriegsgegner machten. Seit November 2003 lebt er mit seiner Familie als Fahnenflüchtiger an wechselnden Orten, seit März 2005 in Kanada, wo er auf die gerichtliche Entscheidung über seinen Asylantrag wartet. Er ist international zu einer Leitfigur der Bewegung gegen den Krieg im Irak geworden.

Der Co-Autor:
Lawrence Hill, geboren in Toronto, arbeitet als Journalist für verschiedene kanadische Magazine und hat bislang fünf Bücher veröffentlicht, von denen zwei, ein Roman und ein historisches Sachbuch, zu Bestsellern in seinem Land wurden.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Über den Irak-Krieg wurden schon viele Bücher geschrieben. Am Anfang über den Einzug der Amerikaner in den Irak und zuletzt über das vierte Jahr der amerikanischen Besatzung. Doch nun veröffentlich der Verlag Hoffmann und Campe ein Buch eines ehemaligen Soldaten der im Irak-Krieg gedient hatte und desertierte. Es ist die Geschichte des Joshua Key.

Es ist ein anderes Buch wie die Bücher die bisher über den Irak-Krieg veröffentlicht wurden. Die Geschehnisse werden nicht mehr von Korrespondenten und Journalisten geschildert, sondern nun erzählt ein ehemaliger Soldat über seine Erfahrungen in diesem Krieg den viele für falsch erachten.

In den ersten Kapiteln geht es um die Kindheit und die Aufnahme in die Armee von Key. Der Leser erfährt das Key schon mit neun Jahren mit Pistolen geschossen hatte und das vor allem seine Kindheit und die negativen Erlebnisse in eben dieser, für seinen jetzigen kritischen Blick mitverantwortlich ist.

Das die amerikanische Politik nicht nur bei den Gründen des Irak Feldzuges gelogen hat, sondern auch die eigenen Soldaten belügt zeigt weiterhin der Autor auf. So wurde ihm bei der Meldung zur Army versprochen, dass er nicht in ein Kriegsgebiet muss, sondern in eine Einheit kommt, die ausschlißelich in der USA tätig ist. Dies haben die Amerikaner leider nicht eingehalten...

Am erschreckensten sind aber die Kapitel in denen der Autor - der nach seiner Desertierung im kanadischen Exil lebt - über seine Einsätze im Irak spricht. "Ich wusste nicht viel über die Genfer Konvention doch eines war mir klar: Was ich gesehen hatte, war nicht rechtens. Wir waren Soldaten der U.S. Army. Unsere Aufgabe im Irak war es, den Terrorismus zu zerschlagen, die Demokratie einzuführen und als Streitmacht des Guten in der Welt aufzutreten. Stattdessen führten wir uns in der Wohngebieten auf wie Monster." Solche Abschnitte und Schilderungen wie Soldaten mit den Köpfen toter Zivilisten Fußball spielten, zeigen auf, was im Irak noch geschieht, aber die amerikanischen Politiker, nicht zuletzt George W. Busch, sich nicht öffentlich eingestehen möchten.

Diese Schilderungen machen nachdenklich, wie das gesamte Buch, das sicherlich auch das eine oder andere Mal schockiert und dies sicherlich auch bewusst tut. Wenn man das Buch liest dann kann sich ein positives Bild auf den Irak-Krieg schnell ändern bzw. ein eh schon negatives schnell festigen. Daher sollte das Buch das Buch eigentlich jeder lesen, der auch jeden Tag neue Nachrichten aus dem Irak und einen Krieg wahrnimmt der noch lange nicht zu Ende ist!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Abschreckend 19. Mai 2008
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Meine Geschichte ist, dass ich noch nicht einmal dreißig bin, aber das Gefühl habe, als hätte ich schon vier verschiedene Leben gelebt. In meinem ersten Lebe wohnte ich zu Hause in Guthrie, Oklahoma, und gründete schließlich mit Brandi eine eigene Familie. Mein zweites Leben umfasst die achtzehn Monate im Ausbildungslager und im Irak. In meinem dritten Leben desertierte ich aus der U.S. Army versteckte mich vierzehn Monate lang in Philadelphia und schlich im Schutz der Dunkelheit von einer billigen Absteige zur nächsten. In meinem jetzigen Leben wohne ich mit meiner Frau und meinen Kindern in einem neuen Land und warte ab, ob die kanadischen Gerichte uns Asyl gewähren werden."

Aufgrund seiner Desertion und mangels einer Amnestie war Joshua Key gezwungen sein lange Zeit in Ehren gehaltenes Heimatland zu verlassen und ist nun amerikanischer Asylwerber in Kanada. Politisches Asyl wegen Gefahr auf Verfolgung in der eigenen Heimat verliehen zu bekommen, ist nun sein Ziel, denn soweit sind die USA schon. Gerade die Töchter und Söhne der Unterschichten müssen im Krieg, an Schauplätzen wie den Irak oder Afghanistan ihr Leben für undurchsichtige Ziele einsetzen, die sich seit 2003 bereits mehrmals geändert haben. Folterskandale erschütterten die Weltöffentlichkeit, doch das Image der USA war zu diesem Zeitpunkt bereits erheblich geschädigt, nachdem die Truppen der Koalition der Willigen sich als äußerst repressive Besatzer und kontraproduktiv, anstatt den Terrorismus zu bekämpfen, zum Verursacher von Aufständen wurden, die eine ganze neue Generation für den Dschihad gegen die amerikanischen Kreuzfahrer hervorbrachte.

Mit dem kanadischen Journalisten Lawrence Hill hat Joshua Key in Interviews seine Geschichte erzählt, die nun in diesem Buch zusammengefasst wurde. Alle darin enthaltenen Ereignisse hat Joshua Key selbst erlebt und sind daher aus erster Hand gesichert, Gerüchte, Geschichten usw. kommen bestenfalls am Rande vor, stattdessen erhält man einen eindrucksvollen Einblick in das Leben eines einfachen Besatzungssoldaten gewährt, dessen Gewissen ihm schlussendlich zum Verhängnis wurde.

"Nach Vertragsabschluss sah mir Staff Sergeant Van Houten in die Augen, von Mann zu Mann, schüttelte mir die Hand und sagte: "Soldat, Sie brauchen sich keine Sorgen machen. Sie werden in den USA Brücken bauen und jeden Abend zu ihrer Familie nach Hause gehen."
Zwei weitere Unteroffiziere sahen mir über die Schulter, blätterten im Vertrag, überflogen das Kleingedruckte und ließen mich an den mit einem Kreuz markierten Stellen unterschreiben. Ich unterschrieb und glaubte, was man mir sagte. Was war ich für ein Narr.
Am 3. April 2002 verpflichte ich mit bei der U.S. Army. Achtzehn Tage später schickte man mich zur Grundausbildung nach Fort Leonard Wood, Missouri.

"Ich nahm einen Linienflug von Oklahoma City nach St. Louis. Am Flughafen traf ich hundertfünfzig weitere neue Rekruten. Wir stiegen in Militärbusse. Die Fahrt nach Fort Leonard Wood war lang, doch zumindest ich jetzt auf der Lohnliste des Militärs. Brandi, die mit unseren Jungs nach Checotah, Oklahoma, zog, würde den Kindern Kleider kaufen können, und wir würden alle etwas Besseres zwischen die Zähne bekommen."
- Joshua Key über seine Verpflichtung, Seite 57

Wie er sich selbst beschreibt, wurde Joshua Key als bibeltreuer Südstaatler und typischer Bush-Wähler aus der Unterschicht geboren, der schon bald lernte mit Waffen umzugehen und in einem Wohnwagen aufwuchs. Damit gehörte er sozusagen zum White Trash der US-Gesellschaft, jenen die es nicht geschafft aufs College zu kommen und Karriere zu machen oder einen Beruf zu erlernen. So wurde Key zum idealen Ziel der Army-Rekruteure, die seine Mutter damals zwar noch verjagte, deren Worte aber eine unheilvolle Saat im jungen Mann hinterlassen hatten. Jahre später, als Familienvater und unter dem Existenzminimum lebender ging die Saat auf und sich bei der Army zu verpflichten wurde für ihn zu einer attraktiven Möglichkeit, seinem tristen Leben zu entfliehen. Mit dem Versprechen seines Rekruteurs nie in den Krieg ziehen zu müssen und einem Handschlag unter Männern schien es besiegelt, doch alles kam anders, als 2003 der Krieg ausbrach und sich der junge Soldat in einer Einheit wiederfand die mit Stolz verkündete in jedem größeren Konflikt der USA dabei gewesen zu sein.

Anfangs, so gesteht auch Joshua Key, war er überzeugt davon, das richtige zu tun, um Terroristen zu bekämpfen, den Tyrannen Saddam Hussein zu stürzen und die Welt von Massenvernichtungswaffen zu befreien. Doch der Alltag im Kriegsgebiet, die Häuserdurchsuchungen, die Gewalt gegen Zivilisten weckten sein Gewissen. Heute leidet er am posttraumatischen Stresssyndrom und muss zugeben, dass seine Fahnenflucht vielleicht der einzige Weg gewesen ist, der nicht unweigerlich zu einem Tod im Irak oder zum Selbstmord geführt hätte. Als Kind war die Flucht von der Truppe etwas für ihn unvorstellbares, das nur Feiglinge tun würden, doch heute denkt er anders. "Ich bin ein Deserteur" ist die Geschichte wie es dazu kam.

Fazit:
"Ich bin ein Deserteur" ist eine unbedingt lesenswerte Geschichte, schildert sie doch aus erster Hand das Verhalten amerikanischer Besatzungssoldaten im Irak und ist somit ein zeitgeschichtlicher Augenzeugenbericht von hohem Wert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe dieses Buch "in einem Rutsch" durchgelesen!

Und es ist erschreckend und traurig, zu erkennen, wie Joshua Key die ewig gleichen Mechanismen beschreibt, die einen jungen Mann zum Soldatsein und anschließend in den Krieg bringen. Ein Teufelskreislauf aus Armut, Alkohol im Elternhaus, häuslicher und gesellschaftlicher Gewalt, Patriotismus und Perspektivlosigkeit treibt Key in die Arme des Rekrutierungsbüros. Nach den verlogenen Versprechungen der Rekrutierer und einer entmenschlichenden Militärausbildung landet Key im Irak, wo nach einer Reihe von Kampfeinsätzen seine Gewissensbisse schließlich unerträglich werden. Key kehrt von einem Fronturlaub nicht in den Irak zurück und ist mit seiner Familie seitdem auf der Flucht.

Dieses Buch steht aufgrund seiner bewegenden Unmittelbarkeit und nichts beschönigenden Erzähweise in einer Reihe mit Büchern wie z.B. "Im Westen nichts Neues" (1. Weltkrieg), Willy Peter Reese "Mir selber seltsam fremd. Die Unmenschlichkeit des Krieges" (2. Weltkrieg) und Michael Herr "An die Hölle verraten" (Vietnamkrieg).

Jeder junge Mann, der vor der Entscheidung steht, Soldat zu werden sollte dieses Buch unbedingt lesen!
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