"Ich bin dann mal weg" hieß vor Jahren ein Buch von Hape Kerkeling, in dem er beschrieben hatte, wie er sich aus seinem Medienalltag ausklinkte und sich auf eine lange Wanderung auf dem Jakobsweg begab. Die Erfahrungen, die er dort notierte, die Begegnungen, von denen er berichtete und die Einsichten, die er formulierte, waren für eine große Zahl von Lesern erhellend und weiterführend, auch für diejenigen, die sich nicht selbst auf einen solchen Weg machen wollen oder können.
Nun hat ein Journalist, der lange Jahre für Online-Magazine gearbeitet hat und in vielen Printmedien über sie berichtete, einen ähnlichen Selbstversuch unternommen. Nur brauchte er dafür nicht zu reisen, sondern er konnte ihn von zu Hause durchführen.
Als er nach einem Umzug für einige Tage keinen Internetzugang hatte und spürte, wie ihn das auf einen Entzug setzte wie einen Alkoholiker die Trennung von seinem Stoff, beschloss Christoph Koch, sich einmal ganz bewusst für einige Wochen von allem abzumelden und seine Erfahrungen darüber aufzuschreiben. Ohne Internet, ohne Handy, ohne SMS und Email wollte er leben, offline sein.
Die Dokumentation seines Selbstversuchs liest sich spannend. Was mich vor allem interessiert hat, waren die Reaktionen seines Umfeldes. Herausgekommen ist nicht nur ein ehrliches Tagebuch, sondern auch ein Buch über die Welt im Netz allgemein. Und am Ende ein sehr hilfreicher Ratgeber für alle Netzjunkies, der ihnen helfen kann, bewusst mit dem umzugehen , was doch ihr Leben erleichtern und bereichern soll und nicht es total bestimmen.