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Kundenrezensionen

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am 18. Mai 2007
Ein Komiker auf dem Jakobsweg. Kann das gut gehen? Als jemand, der selber schon die Hälfte der Strecke des Camino de Santiago hinter sich gebracht hat, war ich skeptisch. Zwei Jahre lang stand das Buch ungelesen im Regal. Schon der Titel "Ich bin dann mal weg" schien mir viel zu flapsig. Nach der Lektüre bin ich jedoch vollkommen überzeugt von Hape Kerkelings Projekt. Das Buch ist meiner Ansicht nach die offenste, ehrlichste und repräsentativste Erzählung vom Jakobsweg unter der Masse der Jakobswegliteratur. Es repräsentiert den heutigen Durchschnittspilger - sieht man von Kerkelings Exponiertheit als Entertainer einmal ab. Hape Kerkeling beschreibt sich als einen von tausenden Pilgern, die glauben aufbrechen zu müssen und diesen Weg gehen. Bei den wenigsten spielen kirchenreligiöse Gründe eine Rolle, eher schon religiöse, meistens jedoch einfach menschliche. Bei dem größten Teil der Pilgerschar handelt es sich nämlich um irgendwie aus-der-Bahn-Geworfene, die auf dem Camino wieder einen Weg zu sich selber suchen. Kerkeling zitiert zu Anfang seinen Reiseführer, in dem es heißt, dass die Menschen sich seit vielen Jahrhunderten auf die Reise zum heiligen Jakob machten, wenn sie wörtlich und im übertragenen Sinne keinen anderen Weg mehr gehen könnten. Auf solche Menschen trifft Kerkeling zuhauf und mit den nettesten von ihnen freundet er sich an.

Freiweg schildert Hape seine Erfahrungen. Der flapsige Tonfall steht der Ernsthaftigkeit der ganzen Sache nicht im Weg. Im Gegenteil - er bereichert das Geschilderte und schützt vor falscher Frömmigkeit. In diesem Sinne ist das Buch absolut realistisch und spiegelt meine eigene Erfahrung wieder, wenn es die körperliche Erschöpfung beschreibt oder von Begegnungen mit eigenartigen Menschen und bereichernden Freundschaften handelt. Jede Erfahrung, die man hier macht, sei sie ärgerlich oder freudig, ist bereichernd, da sie sich immer auf uns selbst bezieht und uns über uns selbst belehrt. Das ist eine Hauptaussage von Kerkelings Buch, der ich voll zustimmen kann. Eine in jeder Beziehung gute Lektüre.

Thomas Reuter
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am 29. Juli 2007
Okay, der Umstand, dass Hape Kerkeling gleich auf den ersten Seiten einräumt, als Schüler ernsthaft überlegt zu haben, Religionswissenschaftler zu werden, gab einen kleinen Sympathiebonus. Aber der Erfolg des Buches steckt nur zum Teil in (überraschenden, witzigen) biografischen Notizen, eher schon in dem anregenden Thema der traditionsreichen Pilgerfahrt - aber vor allem im unverwechselbaren Beobachtungs- und Beschreibungsstil des Autors.

Er ist mutig genug, einerseits jene ironisch-kritische Distanz zu allem zu wahren, die die meisten von uns längst als Grundhaltung der Moderne verinnerlicht haben - sich aber andererseits auch immer wieder vertrauensvoll zu den Menschen, dem Pilgerweg und, ja, den Gottesfragen und der religiösen Erfahrung hin zu öffnen.

Das Buch scheint mir ein "Mitnehmer" zu sein, weil es sehr vielen Leuten erlaubt, an den verschiedensten Stellen lachend anzuknüpfen und ein Stück mitzugehen in Themen, die gerade in Deutschland eigentlich öffentlich tabuisiert sind. Dies wird besonders auffällig, wenn sich der Autor zu seiner Homosexualität bekennt - und dies auch ihm selbst leichter über die Lippen bzw. den Notizblock kommt als beispielsweise das Bekennen zu einem zusammengebastelten, aber ethisch verbindlichen Glauben, für das er Spott fürchtet. Richtig wütend wird er aber, wenn er das Gefühl hat, das eine werde gegen das andere ausgespielt. Er kann alte Kirchen so liebevoll schildern wie Menschen, die ihn berühren und beeindrucken. Denn in beiden Fällen weiß er sich jeweils angenommen, so wie er ist.

Das Buch ist oft chaotisch und hat Längen und Umschweife. Es schwankt immer wieder zwischen Komik und Ernst, Kerkeling schildert Lachanfälle und Tränen. Streckenweise ist es anstrengend, dann geht es wieder leicht dahin. Kerkeling hat nicht nur "über" einen Pilgerweg geschrieben, das Buch "ist" ein kleiner Pilgerweg. Wahrscheinlich findet jeder Leser etwas ganz Eigenes darin - und das dürfte einen Teil seines Erfolges ausmachen.

Ich war kein großer Kerkeling-Fan, bevor ich dieses Buch gelesen habe. Aber ich bin es jetzt. Denn ich war, einige wunderschöne Lesestunden lang innerhalb nur eines Tages, einfach mal weg.
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am 6. Februar 2012
Als ich vor ein paar Jahren selber den spanischen Camino zu laufen plante, las ich unter anderem auch "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling und war spontan begeistert. Da an dieser Stelle schon so zahlreiche positive Rezensionen veröffentlicht wurden, denen ich kein neues Argument hinzufügen kann, will ich meiner Begeisterung in einer Art Verteidigung gegenüber denen, die sehr kritisch und hart mit diesem Buch/Hörbuch ins Gericht gingen, Ausdruck verleihen.

So wie ich das Pilgern und die ganz persönlichen Motive dafür verstehe, muss es jedem Menschen selbst überlassen sein, auf welche Weise er diesen Weg antreten möchte und zu welchem Ergebnis er dabei kommt: Ob jeden Kilometer zu Fuß oder nicht, ob in den offiziellen Herbergen schlafen oder nicht, ob mit Lästereien über Mitpilger (Hallo, mal ehrlich, wer ist denn frei davon?) oder ohne, ob und wo oder wie ein Weg zu Gott führt(e) .... Eine SACHLICHE Kritik muss erlaubt sein, keine Frage! Aber wo bleibt die Toleranz? Viele Nörgeleien scheinen mir eher neid- und missgunstgeboren. Das Buch heisst "MEINE Reise auf dem Jakobsweg" (KEIN Sachbuch, sondern ein Reisetagebuch) und so habe ich es auch verstanden! Dass Herr Kerkeling sich dabei nicht unter Wert verkauft, ist ebenso menschlich, wie verständlich.

Nachdem klar wurde, dass mir der Camino aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein wird, schenkte man mir auch noch das Hörbuch - für mich ein Extrabonbon, da es vom Autor selbst gelesen wurde und es durch die stimmige Intonation noch eindringlicher wird. Ich habe mich köstlich amüsiert, habe über etliche Passagen nachhaltig nachdenken müssen, habe etwas über den Jakobsweg erfahren und letztlich ein wenig Autobiographisches über Hape Kerkeling erfahren - kurz: Ich wurde unterhalten! Und das ist genau das, was ich von einem Buch/Hörbuch und einem Entertainer erwarte!
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am 8. Mai 2016
Wie soll ein Jakobspilger das Buch eines anderen Pilgers über dessen Wanderung beurteilen? Eigentlich kann man das gar nicht, denn es ist schon schwierig genug, über den Weg zu schreiben, den man selbst gegangen ist und somit wäre es überheblich, über die Erfahrungen eines anderen Pilgers zu urteilen; da der Wandergenosse aber nun offenbar viele andere Menschen veranlasst hat, ebenfalls einen solchen Weg zu gehen, seien mir ein paar Worte zu diesem Thema gestattet.

Beim Lesen des Buches von Kerkeling musste ich häufig an den alten amerikanischen Schlager denken, in dem es heißt "Fools rush in where angels fear to tread", (der dann mit den Zeilen weitergeht "But angels never fall in love, so how are they to know?") denn ich hatte immer wieder das Gefühl, dass der Autor sich völlig impulsiv verhielt und dadurch in eigentlich vermeidbare Schwierigkeiten geriet. Aber vielleicht ist solche Impulsivität eben auch ein Zugang zum Erlebnis des Weges, indem sie Situationen hervorruft, die der vorsichtigere Pilger nicht kennenlernt.

Bei Kerkeling sind die Schwierigkeiten einer solchen Wanderung daher vielleicht extremer. Man will ihm immer zurufen: "Hape, du hättest vor dem Abmarsch doch einige Tage wandern sollen, um dich selbst zu prüfen, um deine Stiefel besser einzulaufen, damit du dich nicht immerzu mit Blasen herumschlagen musst, du hättest vielleicht auch öfter mal in einen Wanderführer hineinschauen sollen, um dich nicht zu verlaufen!", aber vielleicht wollte er das gerade nicht, eben um die Zufälligkeiten einer solchen Pilgerreise zu verstärken und sich noch stärker aus dem Alltag zu lösen.

Man kann Kerkeling auch vorwerfen, nicht immer brav zu Fuß gegangen zu sein, sondern, wenn sich die Gelegenheit bot, auch mal mit dem Bus oder mit der Bahn gereist zu sein - doch welcher Pilger hat nicht so gesündigt, wenn auch vielleicht weniger schwer?

Was in dem Buch besonders stark hervortritt, ist die Beziehung des Autors zu anderen Menschen, da spürt man, dass der Komödiant Publikum braucht; seine Beziehungen zu anderen Leuten sind ihm sehr wichtig und die Einsamkeit des Weges, die den Wanderer eigentlich zu sich selbst führen soll, tritt in den Hintergrund. Jedoch war vielleicht auch gerade die so intensive Nähe anderer Leute für den Komödianten wichtiger als für uns Zuschauer, denn es war doch etwas anderes, hier die echte Nähe gleichgesinnter Menschen zu erleben, als auf der Bühne nur den anonymen Beifall des Publikums zu hören.

Summa summarum: Kerkelings Buch kann eine Anregung für andere sein, das Abenteuer eines solchen Weges auf sich zu nehmen, aber man sollte nicht erwarten, gleiche Erlebnisse zu haben. In jedem Fall kann auch ich nur jedem Zögernden raten, sich auf den Weg zu machen, vielleicht mit besserer Vorbereitung, vielleicht auch nicht auf dem inzwischen überlaufenen Camino francès (es gibt andere wunderbare Wege in Spanien) und am besten allein und mit genügend Zeit - der Weg fängt erst nach zwei oder drei Wochen an zu reden.
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Hat zwar einen Tag länger gedauert, aber irgendwann war ich dann auch mal weg. Und zwar hin und weg. Und nicht nur ich. Wir saßen zu dritt im Auto, als wir Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" - Jakobsweg Reisetagebuch als Hörbuch gehört haben.

Zuerst bekommt man Lust auch so einen Selbsterfahrungstrip mit zu machen. Andererseits gefielen uns seine Erfahrungen auch darum so gut, weil man sie selbst teilweise kennt. Öde Trips durch karge Landschaften. Belastung bis an die Grenzen - und aufgeben, wenn's nicht mehr geht und es auch andere Möglichkeiten gibt. Was Herbergen angeht, kann ich Herrn Kerkeling sehr gut verstehen. Man MUSS sich nicht alles antun, nur weil's für Pilger so Tradition ist. Auch an Selbstkritik mangelt es ihm nicht, wenn er die Macken der zunächst unerträglichen Mitpilger aufs Korn nimmt. Steckt vielleicht in mir selbst eine Frau wie "Schnabbel"? Wer kennt seine schwarzen Seiten? Und wie weit wäre es wohl mit der eigenen Geduld her, wenn man ständig mit einer Landsfrau die nach einem "G'schäfterl" sucht, konfrontiert werden würde?

Beinahe in Ehrfurcht erstarrt lauscht man gebannt - und Kerkeling liest saugut, ich kann das Hörbuch nur wärmstens weiterempfehlen - man lacht, man schmunzelt, man runzelt die Stirn, ehe man wieder anfängt herzlich zu lachen. Die Zeit beim Zuhören vergeht wie im Flug. Leider. Viel zu kurz dieses Hörbuch.

Ich kann nicht anders, als ihm für seine "Aufschreibungen" zutiefst dankbar zu sein. Was übrig bleibt ist Sympathie und ein großer Batzen Respekt. Für einen Menschen, den man so bisher nicht kannte. Der aber in vielen von uns steckt. Und das ist auch gut so.
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Bücher über den Jakobsweg gibt es wie Sand am Meer. Geschichtlich, religiös, spirituell, als sportliche Herausforderung oder einfach nur als schöner Wanderurlaub; die gut 800 km lange Wegstrecke durch Nordspanien mit dem Zielort Santiago des Compostella war bereits Thema von unzähligen Sachbüchern, Wegbeschreibungen, Erlebnisberichten oder Romanen. So schrieb Paulo Coehlo seinen Bestseller "Der Alchimist" auf den spirituellen Erkenntnissen basierend, die ihm aus seiner Pilgerfahrt nach Santiago erwachsen sind. "Der Alchimist" ist eines der meistverkauftesten Bücher weltweit.

Was also kann uns der konfessionslose Komiker aus dem Rurpott neues bieten? Ist sein Reisebericht "Ich bin dann mal weg - Meine Reise auf dem Jakobsweg" nicht zur Langeweile und somit zum Scheitern verurteilt? Sollte man meinen, ist aber nicht so. Kerklings Buch ist humorvoll und nachdenklich zugleich und beleuchtet diese so oft beschriebene Wanderung aus einem neuen Blickwinkel.

Selbstironisch, aber auch mit der nötigen Prise Ernst, erläutert der bekennende Antisportler, wie er 2001 nach dem Verdacht auf einen Herzinfakt den Entschluss fasste, auf einmal 800 km durch Spanien wandern zu wollen. Ernsthaft und angenehm unaufdringlich setzt er sich mit dem religiösen Aspekt des Jakobsweges auseinander. Zum Schmunzeln und zum Nachdenken sind seine Begegnungen mit Mitpilgern und Einheimischen. Und jedes Kapitel schließt mit der "Erkenntnis des Tages", wie zum Beispiel: "Was macht uns menschlich? Unsere kleinen Macken und die großen Fehler. Hätten wir sie nicht, wären wir alle wandelnde Götter."

Fazit: Neu und tiefgründig ist Kerklings Buch wie gesagt nicht. Der gut lesbare Schreibstil und sein Humor machen "Ich bin dann mal weg" aber trotzdem zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.
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am 5. Juni 2006
Ich bin sehr angetan von den täglichen Berichten und Einsichten, an denen uns Herr Kerkeling teilhaben läßt. Es ist halt seine Geschichte und nirgends fordert er auf, seine Ansichten zu teilen. Wunderbar beschreibt er seine spirituellen Gedanken.Man wird zum Nachdenken angeregt und tatsächlich kribbelt es mir auch in den unsportlichen Füßen ..., wäre ich nur so mutig, auch einfach allein loszugehen.

Er hat eine unterhaltsame, witzige und selbstkritische Art zu erzählen, wie es nur ein kluger Kopf kann. Natürlich ist diese Wegbeschreibung am Ziel zu Ende. - Ich würde schrecklich gern mehr von ihm lesen.
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am 3. Januar 2007
Mit Hape Kerkeling habe ich gemein, dass wir beide aus Recklinghausen stammen. Ansonsten kann ich viel und gern über den Komiker Kerkeling lachen, würde mich aber nicht als echten "Fan" bezeichnen. Deshalb habe ich zwar interessiert zugehört, als begeisterte Freunde von diesem Buch erzählten, wäre selbst aber nie auf die Idee gekommen, es mir zu kaufen. Bis es dann an Weihnachten "zufällig" in meine Hände fiel - jemand hatte es doppelt gekommen und ich fand mich als dankbarer Abnehmer...

Danach habe ich das Buch verschlungen und mich glänzend unterhalten gefühlt. Vielleicht kann Kerkeling auch gar nicht anders als unterhalten; er ist nun mal Entertainer. Und vielleicht ist es auch das, was andere an dem Buch stört. Doch mit Verlaub, liebe Pilgerinnen und Pilger, liebe nach-der-Erleuchtung-Suchenden, liebe Spiritualisten - ihr habt doch von Kerkeling wohl auch nichts anderes erwartet?

Mich erinnerten viele Passagen an meine Interrailreisen, die ich als 17-, 18-Jähriger unternommen hatte: irgendwie hatte man schon nach zwei Tagen keine Lust mehr und reiste doch mehr oder minder munter weiter; man fluchte über die Mehrbettzimmer in den Jugendherbergen und freute sich doch über die vielen interessanten Kontakte, die man dort machte. Alles in allem wäre ein Bericht über eine dieser Reisen in vielem dem Kerkelings recht ähnlich geworden. Und ich glaube, so ähnlich muss man Kerkelings Buch auch lesen. Als amüsanten, rein subjektiven Bericht über eine sehr persönliche Reise.

Aber: Wer auch nur ein klein wenig zwischen den Zeilen liest, der merkt, dass dieser "Trip" für Kerkeling zu weit mehr geworden ist, als zu einer "späten Interrailreise". Vieles, was dieser Weg bei seinen "Beschreitern" bewirken soll, ist bei ihm tatsächlich so angekommen. Und auch diese "ganz eigene Nähe zu Gott" (Klappentext) hat er wohl wirklich so empfunden - und das ganz ohne Komik, Verulkung oder gar dem Wunsch nach Geldmacherei. Insofern ist "Ich bin dann mal weg" ein wirklich ehrliches Buch; ehrlicher vielleicht als manche "echten" Pilger-Bücher über den Jakobsweg.

Und: verblüffend ist auch die Offenheit, mit der Kerkeling an mancher Stelle sehr Privates preisgibt. Von der Schilderung, wie ihm der Einstieg ins Showgeschäft gelang bis hin zu Erzählungen über seine Erfahrungen mit dem Tod - vieles hätte man so nicht von ihm erwartet.

Insofern ist "Ich bin dann mal weg" nicht nur ein unterhaltsames, sondern auch überraschendes Buch. Keine Anleitung zum Pilgern, schon gar nichts Spirituelles, aber ein wirklich lesenswertes, nettes, kleines Buch, das mir meinen ehemaligen Nachbarn noch sympathischer gemacht hat.
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am 2. Juni 2007
Dieses Buch richtet sich wohl an jedermann - an die Hape-Fans, an die Christen (auch wenn das Buch nicht ausschließlich religiösen Inhaltes ist) und an Wanderer und Naturliebhaber.

Gesagt sei am Anfang, dass ich es als überaus positiv bewerte, dass sich Kerkeling ohne es vorher bekannt zu machen und ohne jegliche Medienbegleitung auf den Jakobsweg gemacht hat. Das ist sympathisch und das passt zu ihm. Dazu passt auch, dass er sparsam mit Fotos umgegangen ist und sich nicht in jeder Situation seiner Wanderung hat ablichten lassen.

Er ist den Weg also in erster Linie für sich selbst gegangen, wollte sich selbst finden und hat sich gefunden. Er lernte großartige und weniger großartige Menschen kennen und schloss Freundschaften fürs Leben.

Jedes Wort, das Kerkeling schreibt, kommt glaubhaft rüber. Er beschreibt die Menschen, wie sie sind und macht auch aus seiner Abneigung manchen gegenüber keinen Hehl. Dass er auch erwähnt, dann und wann geschummelt zu haben, sprich: mit dem Zug gefahren oder getrampt ist, dass er auch mit den Pilgerherbergen nicht viel anfangen konnte, spricht für seine Ehrlichkeit.

Ein überaus ehrliches Buch, dass trotz seines eher ernsten Themas oft zum Schmunzeln anregt ... Sehr, sehr empfehlenswert!!!
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am 5. Juni 2006
Hier erlebt man Hape Kerkeling mal von einer ganz anderen, bisher kaum bekannten Seite: als spiritueller Suchender auf dem Weg zu sich selbst.
Er macht sich, nach einigen emotionalen und gesundheitlichen Krisen, alleine zu Fuss auf den über 800Km langen Pilger-Weg nach Santiago de Compostela und macht unterwegs einige ziemlich ungewöhnliche Bekanntschaften.
Bald wird klar, daß sein Weg alles andere als ein gewöhnlicher Urlaub ist.
Er begegnet dabei den unmöglichsten, ausgeflipptesten und auch sehr liebenswerten Menschen.
Er lernt auch echte Freunde fürs Leben kennen, die mit ihm gemeinsam so manche Strapazen, Stresssituation aber auch beglückende Stunden durchleben. Der ganze Weg scheint wie eine körperliche und mentale Achterbahn zu sein, der Leser lebt Hape's Höhen und Tiefen durch und lernt den sonst so quirligen Komiker von seiner tiefgründigen,nachdenklichen, von spirutueller Sehnsucht getriebenen Seite kennen.
Sehr glaubhaft und ehrlich geschrieben.

Hab innerhalb von kürzester Zeit das Buch regelrecht verschlungen, das passiert mir nur bei sehr wenigen Büchern, die mich echt fesseln.
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