Hat zwar einen Tag länger gedauert, aber irgendwann war ich dann auch mal weg. Und zwar hin und weg. Und nicht nur ich. Wir saßen zu dritt im Auto, als wir Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" - Jakobsweg Reisetagebuch als Hörbuch gehört haben.
Zuerst bekommt man Lust auch so einen Selbsterfahrungstrip mit zu machen. Andererseits gefielen uns seine Erfahrungen auch darum so gut, weil man sie selbst teilweise kennt. Öde Trips durch karge Landschaften. Belastung bis an die Grenzen - und aufgeben, wenn's nicht mehr geht und es auch andere Möglichkeiten gibt. Was Herbergen angeht, kann ich Herrn Kerkeling sehr gut verstehen. Man MUSS sich nicht alles antun, nur weil's für Pilger so Tradition ist. Auch an Selbstkritik mangelt es ihm nicht, wenn er die Macken der zunächst unerträglichen Mitpilger aufs Korn nimmt. Steckt vielleicht in mir selbst eine Frau wie "Schnabbel"? Wer kennt seine schwarzen Seiten? Und wie weit wäre es wohl mit der eigenen Geduld her, wenn man ständig mit einer Landsfrau die nach einem "G'schäfterl" sucht, konfrontiert werden würde?
Beinahe in Ehrfurcht erstarrt lauscht man gebannt - und Kerkeling liest saugut, ich kann das Hörbuch nur wärmstens weiterempfehlen - man lacht, man schmunzelt, man runzelt die Stirn, ehe man wieder anfängt herzlich zu lachen. Die Zeit beim Zuhören vergeht wie im Flug. Leider. Viel zu kurz dieses Hörbuch.
Ich kann nicht anders, als ihm für seine "Aufschreibungen" zutiefst dankbar zu sein. Was übrig bleibt ist Sympathie und ein großer Batzen Respekt. Für einen Menschen, den man so bisher nicht kannte. Der aber in vielen von uns steckt. Und das ist auch gut so.