Zugegeben, ich bin kein Freund von Andachtsbüchern, weil ich sie nämlich grundsätzlich nur sporadisch lese oder nach einer anfänglichen Begeisterung ziemlich schnell weglege ... außerdem bin ich überhaupt kein sog. "Stiller-Zeit-Typ". Selbst die "Stürmischen Zeiten" von Adrian Plass habe ich - obwohl ich Plass und vor allem seinen Humor - sehr schätze, nicht so regelmäßig gelesen wie das Buch von Sarah Young. Trotzdem haben mich die "Liebesbriefe von Jesus" angesprochen - weil die Texte zum einen in der "Du"-Form geschrieben sind und es nicht nur um irgendwelche geistlichen Themen geht, die abgehandelt werden, sondern um einen Dialog. Der Schwerpunkt der Texte liegt meines Erachtens wirklich darin, in Beziehung mit Jesus zu kommen. Was mir persönlich noch sehr gut gefällt, ist, dass Sarah Young Philosophie studiert hat und zusätzlich seelsorgerliche, theologische und therapeutische Erfahrung mitbringt, die in die Andachtstexte mit einfließen. Ich freue mich wirklich auf diesen kurzen Text am Morgen, und vor allem hat mich Gott dadurch auch schon wirklich angesprochen.
Manchmal ist es nicht so einfach, herauszufinden, warum gerade die angegebenen Bibelstellen zu einem bestimmten Text gehören, aber gerade das lädt zum Nachdenken und Vertiefen ein. Manchmal kommen mir Youngs Gedanken auch zu kurz gedacht vor, oder vielleicht zu "amerikanisch", zu schematisch. Dennoch: Der Original-Titel des Buches ist eigentlich "Jesus calling" - und das beschreibt den Inhalt eigentlich sehr gut. Es geht in erster Linie um christliche Grundlagenarbeit: die Beziehung zwischen Mensch und Gott und um das Wesen Seiner Liebe zu uns - gerade in diesen gesellschaftlich unruhigen Zeiten mehr als wichtig und auch für viele "alte Hasen" im Glauben immer wieder neu überdenkenswert.