De Luca schildert die Geschichte eines dreizehnjährigen Jungen, der in ärmsten Verhältnissen im Neapel der 1960er Jahre lebt, (im Stadtteil „Montedidio", so der Originaltitel). Hier leben einfache Leute, die meist nicht einmal des Italienischen mächtig sind, sondern nur „Neapolitanisch" sprechen. Der Vater des Ich-Erzählers, ein Hafenarbeiter, schickt seinen Sohn zur Schreinerlehre bei Meister Errico und schenkt ihm vorher einen Bumerang, der auf den Jungen eine seltsame Faszination ausübt. Von nun an übt er jeden Abend die Handhabung dieser exotischen Waffe, ohne jedoch einen Wurf damit zu wagen, denn diesen einen und einzigen Wurf plant er für die Neujahrsnacht. Er lernt viel über das Leben durch Gespräche mit dem welterfahrenen Gesellen des Schreinermeisters, Don Raffanello, der eigentlich Rav Daniel heißt und als Jude nur mit Not dem Holocaust entkommen war. Zugleich erlebt der Ich-Erzähler die erste große Liebe mit Maria, die er gegen die Nachstellungen durch den Vermieter verteidigt. Schließlich wagt der Erzähler den Wurf mit dem Bumerang...
Das Buch ist von einer eigenartig-faszinierenden Atmosphäre: es schildert die Armut der Bewohner von Montedidio sehr eindringlich. Dabei bleibt es trotz vieler tragischer Elemente - z.B. dem Tod der Mutter des Erzählers - immer optimistisch, fast fröhlich, gleichsam auf positive Weise naiv.
De Luca erzählt konsequent aus der Sicht des jugendlichen Erzählers, dessen unbedarfte Weltsicht das Buch stellenweise zu einem Beispiel des Phantastischen Realismus macht. So überkommt den Leser oft das Gefühl, ein modernes Märchen zu lesen, bei dem aber, anders als in Märchen üblich, das Ende nicht eindeutig festgelegt ist.
P.S. Der Bumerang wird im gesamten Buch konsequent „Bumeran" geschrieben, obwohl er kein Opfer der Rechtschreibreform ist. Offensichtlich ein - etwas unglücklicher - Versuch der Übersetzer, die mangelhafte Sprachbeherrschung der Akteure auch textlich abzubilden.